Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 35 (29.8.1902)
- Article
- Jahresversammlung der Odessaer Share-Klubs [Nachricht]
- Date
- 1902-08-29
- Page
- 11 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 »Die . Welt" Seite 11 Sammler veiziehten auf ihr Inkasso-Honorar zugunsten des Nationalfonds. Zum Schluss wurden Wahlen des neuen Ausschusses vorgenommen. Es wurden gewählt die Herren : Dr. Dorfmann, Ornstein, Bro dsky, Piness und Bronstein, Kassa-Bericht bis Juni 1902. Einkünfte: Eingezahlt für Aktien Rub. 934447, Stiffcerbeiträge 46'—, Mitglieder-Beiträge 8-—, von der J. K.-B. als Kommission für Inkasso 170*—, von den Aktionären als Perzente für Ratenzahlungen 153*74. Summe Rubeln 9722.21. Ausgaben: Vollständig bezahlte Aktien ausgefolgt Rub. 5019-40, Eingezahlt für Aktien auf Rechnung der Aktionäre 2855*17, Anleihen gegen Verpfändung von Aktien 55'—, den Inkassanten ausgewiesen 135 —, Ausgaben des Share-Klubs 260-74, Summe 8325*31, Kassa 1396'90, Zusammen Rub. 9722-21. Voranzeigen. Wien. („Jüdischer Verein jugendlicher Arbeite r," Zentrale.) Dieser Verein veranstaltet Sonntag den 7. September d. J. im Saale des Hannabräu- Kolosseums, XX., Klostern euburgerstrasse Nr. 33, eine Vortrags-Akademie unter Mitwirkung vorzüglicher Kunstkräfte. Das reichhaltige Programm besteht aus deklamatorischen, musikalischen, ernsten und heiteren Gesangsvorträgen, sowie Aufführung eines Einakters von der Theater-Sektion des Vereines. Das Reinerträgnis fliesst der Ortsgruppe Brigittenau zu. Beginn präzise l/23 Uhr nachmittags. Eintrittskarten ä 40 Heller (an der Kassa 60 Heller) sind im Vorverkauf erhältlich: L Bezirk: Cafe „Zur Börse", Wipplingerstrasse 35; II. Bezirk : Cafe Herz, Untere Augartenstrasse 19, Volks-Cafe Fischer, Schreigasse 11; XX. Bezirk: Friseur-Salon des Gesinnungsgenossen Salander, Klosterneuburgerstrasse 2 und im Hannabräu-Kolosseum, Klosterneuburgerstrasse 33. Berichte. Oesterreich-Ungarn. Prerau. Am 17. d. M. fand in Prerau der Delegiertentag der mähr.-schles. Organisation statt. Es waren 17 Vereine durch 23 Delegierte vertreten. Vom L.-K. war Gg. Dr. Egon M. Zweig, vom D.-K. Gg. Rudolf Nassau erschienen. Nach der Wahl des Bureaus, bestehend aus den Gg. Max H i c k 1, Brünn, als Vorsitzendem, P o 11 a k, Prossnitz, als Stellvertreter und Fritz Eks t ein, Troppau, als Schriftführer, erstattete Gg. Nassau den Rechenschaftsbericht des D.-K. Die Zahl der Vereine betrug 20, an Parteisteuer waren bis Februar 197 K eingelaufen. Der Referent erklärte, dass das D.-K. durch den Austritt mehrerer demselben angehörender Mitglieder sehr in seiner Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt wurde, klagte über die Untätigkeit zahlreicher Vereine sowie auch über das L.-K., das der Organisation keine Unterstützung gewährte. Die Versammlung erteilte nach kurzer Debatte dem scheidenden D.-K. das Absolutorium. Das Referat über die nächsten Aufgaben der Organisation brachte nichts Neues, ausser der Aufforderung des L.-K., Versammlungen auch unter den nichtzionistischen Juden zu veranstalten, um Spenden für die rumänischen Durchwanderer aufzubringen, die durch das L.-K. der „Alliance" zufliessen sollen. In der Debatte über die Kultusgemein de wählen, in der Gg. Max Hickl riet, sich nur durch Bekämpfung des herrschenden Systems, ohne nach Erlangung von Mandaten zu streben, als Zionisten zu betätigen, wurde die Resolution des *Gg. Meisl, Olmütz, angenommen, die Eingehung jeglichen Kompromisses mit Nichtzionisten, namentlich mit der Jüdischen Volkspartei, bei Kultuswahlen zu verwerfen. Der heftigen Debatte über die für dieses Jahr vorzuschlagende Liste des D.-K. wurde durch das Anerbieten des Gg. Paul B raff, ein D.-K. mit dem Sitze in Bielitz zusammenzustellen, ein Ende bereitet. Mit einem Appell des Vorsitzenden an die Delegierten zu rühriger Tätigkeit schloss die Versammlung, Bielitz. (Zionistischer Frau en- und Mädchen- V er ein.) Trotz des für Unterhaltungsabende höchst ungünstigen Zeitpunktes hatte sich die Samstag den 16. d. M. veranstaltete Gründungsfeier des zionistischen Frauen- und Mädchen-Vereines eines recht zahlreichen Besuches zu erfreuen, und kann der junge Veiein, insbesondere aber dessen wackere Präsidentin Frl. Schembek, die mit selbstloser Aufopferung den grössten Teil der Vorarbeiten und des Arrangements besorgte, mit dem gelungenen Debüt äusseret zufrieden sein. In herzlicher Ansprache begrüsste Frl. Schembek die erschienenen Gäste, entwickelte in kurzen Zügen Tendenz und Programm des Vereines und richtete an die Mädchen und Frauen einen warmen Appell, sich der geschaffenen Organisation anzuschliessen. Allseitiger Beifall folgte diesen Ausführungen. Den hierauf folgenden gemütlichen Teil des Abends eröffnete Herr Arthur Po lats ch ek mit einigen brillant zum Vortrage gebrachten Klavierstücken, von denen namentlich die „Barcarole* aus Hoffmanns Erzählungen stürmisch da capo * verlangt wurde. Die gediegenen deklamatorischen und gesanglichen Vorträge des Frl. H. Löwy und der Herren Friedländer und Steuer wurden beifälligst aufgenommen. Lebhafte Heiterkeit erweckte das humoristische Zwiegespräch der Damen Schembek und Biheler, sowie die köstlichen Couplets des Herrn M. Löwy. Die beste Attraktion des Abends bildete jedoch die von einigen Herren gebildete Zigeunerkapelle. Die Mitglieder derselben, durchwegs tüchtige Musiker, wussten die wirklichen Zigeunerkapellen vorzüglich zu kopieren und ernteten für ihre Leistungen viel Applaus. Seinen Abschluss fand der gemütliche Abend in einem Kränzchen, das überaus schön verlief. Stanislau. (Verein zionistischer Handelsangestellter „Achwa'V) Ein grosses Bedürfnis für unsere Handelsangestellten ist eine Fachschule. Um diesem Uebel abzuhelfen, wurde, dank der Arbeit unseres Komitees, eine öffentliche Versammlung einberufen, zu der auch die hiesigen Kaufleute kamen und die von mehr als 1000 Teilnehmern besucht war. Sie hat unserer Sache einen grossen Erfolg gebracht. In das bestehende Komitee wurden noch 10 .Kaufleute mit einbezogen, und so hoffen wir, dass in ganz kurzer Zeit hier eine Handelsschule eröffnet werden wird. Ein doppelter Gewinn für unsere Handelsangestellten. Sie werden sich Bildung aneignen und die Chefs werden gezwungen sein, dieselben schon um 7 und nicht um 11 Uhr abends aus dem Geschäfte zu entlassen. Eines ist es, was uns noch schwer fällt: dass wir, obwohl wir viele Begünstigungen von der Handelschule erlangen werden, doch noch einen Beitrag von K 4 pro Monat zahlen müssen, was bei Hur gerlöhnen eine grosse Summe ist. Dembria. Im Auftrage des D.-K. in Krakau begaben sich die Herren M. Bienenstock, W. Srödmak und I. Tisch aus Tarnow hierher, um die hiesige Judenschaft mit der Judenfrage und -Lage bekanntzumachen. Zu diesem Zwecke hat Herr Bienenstock eine Vorlesung über „die neuesten Strömungen im Judentum", Herr Tisch einen Vortrag über „Zionismus und Nationaljudentum" gehalten, während Herr Srödmak einen Appell an die Anwesenden richtete, ein Rettungs-Komitee für die rumänischen Juden zu bilden. Alle Herren ernteten Beifall. Das Resultat war, dass man sofort an Ort und Stelle ein Komitee wählte. Um das Gelingen der ganzen Veranstaltung hat sich Herr Ignatz Schipper sehr verdient gemacht. Bjelina (Bosnien). Wir wussten kaum vom Hörensagen, dass es Wanderredner für die zionistische Bewegung gibt. Nun hatten wir das Vergnügen, am 30. v. M. einen solchen in der Person des Herrn Jakob Moise C a 1 e f aus Philippopel zu bewundern. Nachdem er die Leiden des jüdischen Volkes eingehend geschildert und somit die Vorgeschichte des Zionismns berührt hatte, kam er auf die Entstehung desselben zu sprechen und riss seine Zuhörer derart mit sich fort, dass es hier fast keinen Juden gibt, der nicht Zionist geworden ist. Zwar haben wir für dieses Jahr erst den 15. Ab für den Jom-Haschekel (Schekeltag) bsstimmt, aber der Zionismus ist doch nicht der Schekel allein. Hätten unsere „Hirten" zu uns mit solchem Feuereifer gesprochen, so hielten wir nicht da, wo wir jetzt halten, da wir „wie eine Herde ohne Hirten" sind. — Am Abend desselben Tages konstituierte sich die frühere Schekelgruppe zu einem zionistischen Verein mit noch zu bestimmendem Namen. Es wurde auch ein provisorisches Komitee eingesetzt mit dem Schreiber dieser Zeilen als Obmann und den Herren Zadik Baruch und Haim Alkalay als Beisitzer. Auch wurde eine Verständigung mit dem Verein „La Lira" in Serajewo angebahnt, um dem Wunsche der geehrten Redaktion dieses Blattes nachzukommen. Schliesslich sprechen wir an dieser Stelle dem Herrn C a 1 e f unseren herzlichsten Dank aus N. L. Karlsbad. (Tafelrunde „Zio n*.) Der Rechenschaftsbericht der am 23. d. M. stattgefundenen Generalversammlung ergab Folgendes: Die Zahl der Mitglieder hat sich in diesem Jahre verdreifacht. Schekel und Parteisteuer wird abgeführt Vorträge wurden von zwölf Mitgliedern gehalten, ausserdem fanden zwei grosse Vortragsabende (der .Herren Rezek und Dr. Benedict), Makkabäer-Fei»T und Welt- Zionistentag statt. Für den Nationalfonds wurden über