Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 35 (29.8.1902)
- Article
- Assimilationsblüten
- Date
- 1902-08-29
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 8 JD>!* & Weift16 Nr. 35 Haus weg, in der Absicht, das Zuströmen orthodoxer Juden in diesen Stadtteil zu verhindern. Assimilation in Australien. Die Statistik von Neu-Süd- Wales, das Jahr 1901 betreffend, ist jüngst erschienen. Von den Hochzeiten der Juden, insgesamt 781 an Zahl, waren 341 Mischehen, also nahezu 44 Perzent! 67 Jüdinnen wählten ihre Männer aus der englischen Hochkirche, 17 heirateten Katholiken und 11 Presbyterianer; 151 Juden dagegen heirateten Anglikanerinnen'9 62 Katholikinnen, 13 Presbyterianerinnen, 12Methodistinnen und2Kongregationalistinnen (eine Art englischer Dissenters), 1 Jude verband sich mit einer Baptistin und 4 mit Freideukerinnen. Die Juden in New-York. Der „Jewish World" von New- York publiziert eine Statistik, wonach die Juden in New- York — welche Stadt gegenwärtig 2Va Millionen Bewohner zählt — ein Viertel der Bevölkerung ausmachen. Tm Jahre 1891 betrug noch die Zahl der Juden in New-York ca. 60.000. Britische Ueberlandbahn nach Indien. In England wird gegenwärtig das Projekt einer Ueberlandbahn nach Indien sehr ernstlich ventiliert. Die geplante Bahn soll in Alexandrien ihren Ausgangspunkt haben, durch Palästina, die arabische Wüste, Mesopotamien, Persien und Afghanistan führen und" bei Karachi das indisch-englische Gebiet erreichen und sich an das indische Eisenhahnnetz anschliessen. Die Länge der Strecke vom Suez-Kanal bis zur türkisch-persischen Grenze beträgt 1600 km und würde einen Kostenaufwand von 125 Millionen Francs verursachen; die Entfernung von der türkisch-persischen Grenze bis Karachi beträgt 2400 km und die Kosten sind mit 380 Millionen Francs veranschlagt. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von 50 km per Stunde könnte die Reise von Alexandrien nach Karachi in etwa 37, Tagen bewerkstelligt werden. Da die Reise von England nach Alexandrien 572 Tage beansprucht, so könnte man von London nach Britisch-Indien in 9Tagen gelangen, während heute die Seereise von London nach Karachi im günstigsten Falle 16 Tage beansprucht. Heiteres aus der jüdischen Zeitungsweit. Aus dem „Zentral- Organ für die gesamten Interessen des Judentums": „Prag: Es wird gewiss jeden, dem n i c h t n u r jüdisches, sondern überhaupt deutsches Schulwesen in Böhmen am Herzen liegt, sehr erfreut haben, dass u. s. w.. — Aus der „Jüdischen Presse0: Ueber Dr. M. Engländers ausgezeichnete Broschüre: „Die auffallend häufigen Krankheitserscheinungen der jüdischen Rasse." „Wie kann ein Mediziner so unverständiges Zeug, wie „jüdische Rasse", im Munde führen?!a EINLADUNG zum gemeinschaftlichen Zionisten-Ausfluge nach Pressburg. Sonntag den 31. August 1902. In Prossburg wird seitens unserer Gesinnungsgenossen ein gross angelegtes Volksfest veranstaltet, dessen überaus reichhaltiges Programm (musikalische Vortrüge, Lampion- und Blumen- Korso, Feuerwerk, Sacklaufen, Tombola mit wertvollen Preisen etc. etc./ den Teilnehmern rechtzeitig übermittelt werden wird. Für die Unterhaltung während der Fahrt ist bestens gesorgt. Die Ausgabe der Karten erfolgt nur bis Freitag den 20. d. M. abends. — Die Abfahrt nach Pressburg erfolgt präzise 7 Uhr früh mit dem Postdampfer II. Klasse der D.-D.-S.-G. (Station Weissgärber), die Rückfahrt mit der Staatseisenbahn 7 Uhr 30 Minuten abends. Ankunft in Wien 10 Uhr 30 Minuten. Die Teilnehmerkarte, welche zur freien Fahrt hin und zurück. zur Teilnahme an dem Pressburger Volksfeste und an allen Festlichkeiten berechtigt, kostet fl. 1.70. Die vereinigten .zionistischen Korporationen Wiens. Karten sind erhältlich : I. Bez.: Cafe zur Börse, Wipplingerstrasse. II. Bez.: Cafe Orient, Praterstras.se. VI. u. VII. Bez. Cafe Mariahilf. Mariahilferstrasse 89 a. Cafe Westend, Mariahilferstrasse 128. Restaurant Löbl, Schmalzhofgasse 10. IX. Bez.: Adm inistration der „WELT", Türkenstrasse 9. Cafe City, Porzellangasse 1. Restaurant Wendlinger, Seegasse 7. X. Bez.: Restaurant Oezereth, Keplergasse 7. XII. bis XV. Bez.: Cafe Rudolfsheim, Mariahilferstr. 182. Restaurant Berlinger, Schwendergasse. XX. Bez.: Restaurant Hannalräu, Klosterneuburgerstrasse. Auch bei sämtlichen Wiene]r Vereinen und Vertrauensmännern. Zentrale der Karten-Ausgabe: Administration der „WELT*', Türkenstrasse 9, hei Sekretär POLL AK (von 8—12 Uhr vormittags und von 2—6 Uhr nachmittags.) Der Ausflug findet bei jeder Witterung statt. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Büchereinlauf. p wb>« van «ntn jöin'; n ■ i apn p wbn p bö /nsptpn„n Disra yonn abwyv — n« -pp n main ,rmrr [A. Ben Jehuda: Wörterbuch der klassischen und modernen hebräischen Sprache. Heft 4, Artikel pa _ n«- Jerusalem 1902. Verlag der „rlaschkafah*.] Pflichten des BarMizwa. Eine Handreiche für den israelitischen Konfirmanden in katechetischer Form. Von Leopold K a t z, Waisenhausdirektor in Rjbnik. Zweite Auflage. 8°. 43 S. Frankfurt a. M. Verlag von J. Kauffmann. 1901 Gesammelte Schriften von Rabbiner Samson Rafael Hirsch. Erster Band. Frankfurt a. M., Verlag von J. Kauffmann, 1902 8°, 486 Seiten. Preis broschiert Mark 4.50, gebunden Mark 5.50' vowb "itaircas mpo. *i£Dn tj> mpa ma* *wip «"ipa •nna o^n n*& ♦•rna ptt mto tar p [Mikra Kodesch. Arnold B. Ehrlichs „Mikra Ki- Peschuto", kritisch beleuchtet von Dr. H, B r o d y. Frankfurt a. M., Verlag von J. Kauffmann, 1902. 8°, 44 Seiten. Preis Mark 1.20.] * Ein interessanter Artikel über „Hillel den Aelteren" erscheint in „Gentlemans Magazine" vom August aus der Feder unseres bekannten Gesinnungsgenossen, des Herrn Rabbiners Dr. Strauss aus Bradford. Die von demselben Schriftsteller verfasste Religionsschrift „Religion und Moral" wird nach einer Korrespondenz aus Shanghai für den Gebrauch der chinesischen Juden in Kai-feng-fu ins Chinesische übersetzt. Die Kette schliesst sich. Bald gibt es kein Land, wo die antisemitische Bewegung nicht offiziell auftritt und durch eine Presse und Partei repräsentiert wird. So folgte jüngst Belgien dem Beispiele der Nachbarn und seit dem 15. d. M. erscheint in Brüssel die Zeitung „L'Antisemite", welche sich selbst als offizielles Organ des Grand Occident von Belgien bezeichnet. * In Nr. 175 des „Hameliz" berichtet S. Hill eis über eine Unterredung mit dem Agronomen Jakob Ettinger, der vor kurzem von seiner palästinensischen Inspektionsreise, die er im Auftrage des Odessaer Komitees der „Chowewe Zionu unternommen hat, zurückgekehrt ist. Herr Ettinger teilt nicht den Pessimismus, der jetzt in Bezug auf die Zukunft der palästinensischen Kolonien unter den meisten Zionsfreunden herrscht. Wohl seien folgenschwere Fehler gemacht worden und das Kolonisationswerk zum Teile auf morschen Grundlagen aufgebaut worden, allein dies berechtige keineswegs zu der jetzt so beliebten Schwarzseherei und Resignation. Man müsse bedenken, dass kaum zwanzig Jahre in der Geschichte einer derart grossen nationalen und historischen Schöpfung gar nichts bedeuten und zu übertriebenen Pratensionen kein Recht geben. Die Investitionen, die die verschiedenen . Zionsfreunde in den Kolonien gemacht haben, seien kein verlorenes Gut und repräsentieren einen mindestens ebenso hohen Wert als das Geld, das darauf verwandt wurde, so dass absolut nichts verloren ist Die Reformen, die Herr Ettinger in der Generalversammlung der Odessaer „Chowewe Zionu vorschlagen will, sind : Die Einführung einer guten Organisation zur wirtschaftlichen Selbsthilfe unter den Kolonisten, die Begründung einer Kreditbank, die den Kolonisten zu güstigen Bedingungen Darlehen gewähren soll, die Anleitung der Kolonisten zu selbständigen Bemühungen zum Zwecke der Meliorisation ihres Bodens und der Vergrösserung ihrer Einnahmsquellen etc. Herr Ettinger ist entschieden gegen die Gründung neuer Kolonien unter den gegenwärtigen Umständen, hingegen sollte der Flächenraum der bestehenden