Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 34 (22.8.1902)
- Article
- Jahreskonferenz laut § 21 des Organisations-Statuts
- Date
- 1902-08-22
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Redaction und Administration: WIEN IX,, Türkenstrasse Nr. 9. Telephon 14199, Erscheint jeden Freitag, Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern sin die Redaction oder Administration: Wien, IX., Torkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscripte nicht zurückgesendet. Preist dar Anzeigen: laut aufliegendem Tarif. Oer Inaeratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. ♦ Sprechstunden der Redaction täglich von t/i\2—1l%\ Uhr« ♦ - Oesterreich -Ungarn: ganzjährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.—, vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45, England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7.—, vierteljährig Shg. 3.10, Russland ganzjährig R 7.—, halbjährig R 3.50, vierteljährig R. 1.75, Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17,—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig 4.25, Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85 Nr. 34. Wien, 22. August 1902. 6 Jahrgang Jahreskonferenz laut § 21 des Organisations-Statuts/) Die statutenmässige Jahreskonfereaz wird für den 29. October 1902, 10 Uhr vormittags nach Wien, IX. Bez. Türkenstrasse 9, einberufen. Tagesordnnng. 1. Situationsbericht des Präsidenten des A.-Ca 2. Allgemeiner Bericht über den Stand der Bewegung. 3. Kassabericht (Ref. Dr. Kokesch). 4. Einzelbericht über den Stand der Bewegung in den einzelnen Ländern und Diskussion über die Punkte 1 — 3. 5. Bericht der ständigen Kommisionen. 6. Bericht über den Nationalfonds (Ref. Ingenieur Kr em e n ezkyji 7. Bericht über die Legalisierung des Nationalfonds (Ref. Dr. Färb stein). 8. Bankbericht. a) Referent für das Direktorium Herr D. Wolffs o h n. b) Referent für den Aufsichtsrath Herr Doktor Kokesch. 9. Presse (Ref. Architekt O. Marmorek). 10. Budget (Ref. Dr. O. Kokesch). 11. Reorganisation der Kommissionen (Ref. Doktor Tschleno w). *) § 21. In dem Jahre, in welchem der grosse Kongress ausfällt, findet die Jahreskonferenz statt. An dieser beteiligen sich : 1. Die Mitglieder des grossen A.-C. und des Aufsichtsrates der Bank, 2. Die Vorsitzenden der ständigen Kommissionen. 3. Das Direktorium und der Manager der Bank, jedoch nur mit beratender Stimme. Ueber alle Sitzungen der Jahreskonferenz wird ein stenographisches1 Protokoll geführt; es wird von diesem dasjenige veröffentlicht, was die Jahreskonferenz für geeignet findet, zum Beispiel Referate, Vorschläge, Beschlüsse u. s. w. Das Schekel- und Rechenschaftsberichtsjahr endet wie bis jetzt am 30. Juni. Das Wiener A.-C, die Vorsteher der verschiedenen Landsmannschaften und Distrikte erstatten die Rechenschaftsberichte der Jahreskonferenz ebenso wie dem Kongresse, Judentum und Zionismus in Amerika. Von J. de Haas (New-York). Als ich ein Knabe war, hatte ich — trotz meiner Lehrer — Mühe, es zu verstehen, warum Jonah Tarschisch vorzog und es zurückwies, gegen Niniveh zu predigen. Ich bin nach Amerika gekommen und nun verstehe ich des Propheten Weigerung. Ich erinnere mich, vor einigen Jahren in Niearaguaner Zeitungen einen Angriff auf einen englischen Zeitungs- Korrespondenten gelesen zu haben: Wie kann — so wurde darin gefragt — wie kann ein Mensch, der bloss einige Wochen in einem Lande weilt, über dasselbe ein Urteil abgeben? Nachdem bloss sechs Wochen nach meiner Ankunft in diesem Lande verflossen sind, muss ich mich verteidigen. Aber ich glaube, dass der geübte Beobachter, der aus der Ferne kommt und sein Leben dem Studium der Psychologie der Massen geweiht hat, mehr von dem sieht, was unter der Leute Nase vor sich geht, als sie selbst sehen und verstehen. New-York ist nicht Niniveh, aber es hat sicherlich alle Zungen und nicht weniger Korruption als das alte Babylon, Es ist eine enge in die Luft gebaute Stadt. Alle seine Bestrebungen gehen in die Höhe. Man findet Steinmas-sen^ wo man Wolken und Himmel zu finden hoffte. In der Höhe solcher hohen Gebäude hat man das Gefühl von Schwindel bei der Grösse der Distanz von der Mutter Erde. Die Gebäude sind charakteristisch für das Leben und alle Arten von Tätigkeit. Die Juden, welche immer Nachahmer sind., ahmen viel Amerikanisches nach, aber sie finden wenig Kredit bei den besten Faktoren des amerikanischen Volkes. In Westeuropa herrscht die Ansicht, dass die Zukunft des Judentums in Amerika liege. Ich habe das nie geglaubt. Heute bin ich darüber vergewissert: das Judentum hat hier eine' Zukunft, die des Grabes. Ich betrachte Religion als einen wesentlichen Bestandteil des Volkslebens und beurteile sie darnach. Die auffallendste Erscheinung, welche das amerikanische Judentum auf den ersten Blick bietet, ist die von allen Seiten zugegebene Tatsache, dass das Judentum immer seichter wird, je mehr man nach Westen kommt. Hier in New-York kann man drei verschiedene Formen des Judentums beobachten: die Reform-Juden/