Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 33 (15.8.1902)
- Article
- Landeskonferenz der bulgarischen Zionisten [Nachricht]
- Date
- 1902-08-15
- Page
- 13 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 33 „Die & Welt66 Seite 13 6. Die hebräische Sprache und Literatur von Herrn Dr. M. Ehrenpreis. 7. Agitation. Referent Herr Karl Herbst. 8. Organisation. Referent Herr Pr. Romano. 9. Die Frau in unserer Nationalbewegung. Referentin Frau M. Herbst. 10. Statistik der bulgarischen Juden. Referent Herr Dr. H. Rimalovsky. 11. Eventualia. 12. Wahl des Landeskomitees. Der Zionismus in Sarajevo. Man kann mit Sicherheit behaupten, dass der Zionismus in Sarajevo festen Fuss gefasst hat und dass die spaniolischen Juden ohneAusnahme überzeugte Zionisten geworden sind. Dieser Umstand ist einzig und allein dem Herrn Jakob C a 1 e f, Redakteur des „Hascbofar" zuzuschreiben, der in letzter Zeit eine Agitationsreise durch die von Spaniolen bewohnten Gegenden unternahm. Während seines fünftägigen Aufenthaltes in unserer Stadt hielt Herr C a 1 e f zwei Vorträge. Das erstemal sprach er im Festsaale des Vereinshauses, dem grössten Saale Saiajevos, wo der G* sangverein „La Lira" für den 2. August eine Volksversammlung einberief. Das Interesse, welches sich für diese Versammlung kundgab, war ein kolossales. Lange noch vor der festgesetzten Anfangsstunde war das Parkett des Saales bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Das Auditorium, zusammengesetzt aus allen Schichten der spaniolischen Bevölkerung, zählte über 600 Damen und Herren, unter welchen sich alle hier weilenden Kultusausschus- Mitglieder befanden. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, Präsidenten des Vereines „La Lira" Herrn Leon Finze, ergriff, lebhaft akklamiert, Herr C a 1 e f zu seinem Thema „Der Zionismus" das Wort. Der Redner, welcher als einer der besten spaniolischen Agitationsredner gelten darf, gab eine glänzende Schilderung der materiellen und sittlichen Judennot. Szenen aus dem verzweiflungsvollen Leiden unserer russischen und rumänischen Brüder riefen in der Zuhörerschaft Rührung hervor. Ferner entwickelte der Redner das Wesen des Zionismus und erläuterte das Baseler Programm. Die Worte des Vortragenden begleitete brausender Applaus. Der grosse Erfolg gab sich darin kund, dass an diesem Abende allein 150 Scheckel eingeschrieben wurden und eine für den Nationalfonds eingeleitete Sammlung eine beträchtliche Summe ergab. Am nächsten Tage machte sich der allgemeine Wunsch bemerkbar, nochmals Herrn Calef zu hören. Dank dem energischen Eingreifen des Präses-Stellvertreters der Kultusgemeinde Herrn Raphael Attias bot sich Herrn Calef Gelegenheit, das Thema „Die Notwendigkeit der Pflege jüdischer Sprache und Geschichte" vom zionistischen Standpunkte im hiesigen grössten Tempel zu besprechen. Diese Versammlung wurde durch die Anwesenheit unserer Rabbiner Herren Mercado Romano und Mosche Maestro ausgezeichnet. Im überfüllten Bethhause hielt der Redner sein interessantes Referat. Der Erfolg war ein glänzender. Die zweite Rede brachte dem Zionismus viele neue Anhänger. Infolge der Rede des Herrn Calef wird schon ir> massgebenden Kreisen davon gesprochen, sofort nach Verbesserung der finanziellen Lage der Kultusgemeinde zur Reformierung der Studien in der hiesigen Talmud Thora zu schreiten. Die Tage, welche wir mit Herrn Calef verbrachten, endeten mit einem von der spaniolischen Jugend zu Ehren des wackeren zionistischen Agitationredners in Kovacic veranstalteten Festabende, an welchem Toaste auf unsere Führer, den Zionimus, das zionistische Landes-Komitee für Bulgarien u. s. w. gesprochen wurden. Um in Ziffern darzustellen, wie sehr Herr Calef sich in Sarajevo für die zionistische Sache verdient machte, sei erwähnt, dass voriges Jahr in ganz Bosnien kaum 200 Schekel im ganzen eingehoben wurden und es heuer in Sarajevo allein bis jetzt schon über 400 Schekelzahler gibt. Man ist im Begriffe, ein zionistisches Zentral-Komitee für Bosnien und Herzegowina zu bilden. S u m b u 1. Bericht vom ersten Delegiertentage der zionistischen Studentenvereine Galiziens. Am 13. und 14. v. M. fand in den Lokalitäten des Lemberger Vereines „Zion" die 1. Delegierten-Versammlung der zur galizischen Zentralorganisation beigetretenen Studentenverbindungen statt. Es waren 18 ^Vertreter der jüdischen Jugend GalizieriJ anwesend. t)ie Beratungen dauerten zwei Tage, in vier Sitzungen. Mittelst eines Organisationsstatutes traten die einzelnen Verbindungen zu einer Zentral-Organisation zusammen. Die einzelnen Mitglieder eines jeden Verbandes verpflichteten sich zu einer Parteisteuer von l Krone jährlich (ausser dem Schekel) zur Schaffung einer Verbandskasse und Bibliothek. Der Organisation gehören 350 bis 400 Mitglieder an. Man beschloss ferner die Herausgabe eines selbstständigen Organes (die Mittel hiefür sind schon da!), das als Monatsblatt für die Jugend in der ersten Hälfte September zu erscheinen beginnt. Der hiesige Referent über die aligemeine Lage der jüdischen Jugend in Galizien, Herr Schweid, wie auch der aus Tarnopol über den Zweck der Organisation, Herr Steil, lösten ihre Aufgabe vortrefflich. Die Initiatoren und Einberufer der Versammlung waren die Herren Go 1 d s ch e i n undChaskiel, denen für ihre mühevolle und rastlose Arbeit der herzlichste Dank gebührt. Im allgemeinen war die Versammlung, als erste in ihrer Art in unserer Bewegung, höchst, interessant und wertvoll. Die bis Mitternacht dauernden Beratungen fanden ihr Ende mit einem geselligen Kommerse, bei dem man Toaste auf unsere Führer, die Idee etc. hielt und des Nationalfonds gedachte und für die Nationalbibliothek in Jerusalem, die bereits in voriger Nummer der „Welt" unter Bardach, Lemberg, ausgewiesenen K 12.09 sammelte. Wir können hoffen, dass diese Jugend, die Blüte unseres Volkes, den Zionismus in Galizien dem in anderen Ländern gleichstellen werda. Ben Josse f. Voranzeigen. Ung. - Hradisch. Die jüd.-akad. Ferial - Verbindung „Achiwahu veranstaltet anlasslich ihres zehnsemestrigen Bestandes Sonntag den 24. August 1902 in Strassnitz im Saale des „Hotel Königstein" einen Stiftungs-Kommers mit anschliessendem Tanzkränzchen und beehrt sich, ihre Freunde hierzu herzlichst einzuladen. Wien. („Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter".) Sonntag den 17. d. M. in Leopold Müllers Gasthaus, XVI. Bezirk, Hubergasse 10 Versammlung. Tagesordnung: 1. Warum organisiert sich unsere Jugend? 2. Eventuelles. Beginn präzise 10 Uhr vormittags. Wien. („Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter" [Centrale].) Sonntag den 17. d. M., nachmittags 2 Uhr, Ausflug (Fusspartie) nach Dornbach-Neuwaldegg. (Zusammenkunft Türkenstrasse 9.) Berichte. Oesterreich-Ungarn. Stanislau. Das zionistische Distriks-Komiiee in Sianislau hat sich wie folgt konstituiert: Obmann: Dr. M. Braude; dessen Stellvertreter: Dr. R. Jonas; Sekretäre: Doktor M. Appenzeller, Dr. M. Dogilewski, Dr. H. S u s sm an n; Komiteemitglieder: Dr. M. Kau er, M. Pfeffer, Dr. J. Wurzel. Die Kooptation weiterer Mitglieder wird im Monate September erfolgen. Das Sekretariat hat bereits an sämtliche im Distrikte liegenden Vereine einen Fragebogen versendet und werden hiermit die Vereine aufgefordert, dieselben unverzüglich auszufüllen und einzusenden. Ordentliche Sitzungen des Komitees finden jeden Samstag */29 Uhr abends im Lokale des Vereines „Erez Israel" statt; zu dieser Zeit sind auch sämtliche Komiteemitglieder in Parteisachen zu sprechen. Das Sekretariat bestimmt seine Bureaustunden später. Adresse für alle Postsendungen : Verein „Erez Israel", Stanislau, Lipowastrasse, für das zionistische Distrikts-Komitee. Wien. (Arbeiter a usflug.) Der „Allgemeine jüdisch^ Arbeiterverein* und der „Jüdische Verein jugendlicher