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Die Welt · 1902-08-15 · 33 (15.8.1902) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
33 (15.8.1902)
Article
Die Juden von Djibouti
Date
1902-08-15
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 33 >Die & Welt4e Seite 11 Wechsler. Einige treiben einen kleinen Handel nach Abessinien mit einer Art von Baumwollstoffen. Es scheint, dass die Juden in der Stadt sich dauernd festsetzen wollen; einer der reichsten Juden von Aden, Benine mit Namen, hat hier ein Gebäude aufführen lassen zu einem grossen Bazar. Er ist auch Eigentümer anderen Realbesitzes in Djibouti. B e n i n e ist mit Cowasjee und anderen Banians Eigentümer des grössten Teiles von Aden, und es scheint, dass die europäischen Kauüeute der wichtigen Tatsache nicht die gehörige Beachtung geschenkt haben, dass ein Element in Somaliland Einzug gehalten hat, das nicht beseitigt werden kann und über grosses Kapital verfügt. Die Auswanderung Uber Hamburg. Es wird eine Statistik der den Hafen von Hamburg verlassenden Auswanderer publiziert. Die Zählung begann im Jahre 1837 und stellt sich wie folgt: Es verliessen Hamburg im Jahre 1837 2427 Emigranten 1847 7628 9» 1857 31.566 1t 1867 42.845 » 1872 74.406 » 1881 123.131 » 1882 113.221 9 1891 144.382 » 1892 108,820 J» 1898 39,882 » 1899 64.214 » Es ist deutlich der Zusammenhang der Auswandererziffern mit der Lage der Juden im Osten ersichtlich. 1881 und 1882 fanden die Judenverfolgungen in Russland statt. 1891 zählte man unter den Auswanderern 76.741 aus Russland. Im Jahre 1899 betrug die Zahl der russischen Auswanderer in Hamburg 30.941. Glarus. Die „Neue Glarner Zeitung" teilt aus Graubünden folgendes mit: Davos hat jüngst den ersten Israeliten ins Bürgerrecht aufgenommen, was die Gemüter stark erregt hatte. Nach der „Davoser Zeitung" sei sogar die Rede davon, den Gemeindebeschluss, der nur mit einer Stimme Mehrheit erfolgt sei, anzufechten! Wie der „Schweizerbote" in Rheinfelden mitteilt, hält die Erregung über diese Erteilung des Graubündeners Bürgerrechts an einen Juden an. Eine Jüdin als Wachtmeister.. Der jüngst ausgegebene zweite Band der grossartigen „Jewish Encyclopaedia* enthält in dem Artikel, der sich mit den Juden in der preussischen Armee während der Feldzüge 1813—-15 beschäftigt, folgende interessante Mitteilung: „Es muss auch einer merkwürdigen Frau gedacht werden, Louise Grofemus (eigentlich Esther Manuel) mit Namen, die auf der Suche nach ihrem Manne, der in der russischen Armee diente, sich verkleidete und in das zweite Königsberger Ulanen- Regiment eintrat. Sie stieg bis zur Charge eines Wachte meisters empor, wurde zweimal verwundet und erhielt vom General Bülow das Eiserne Kreuz. Sie fand ihren Mann erst 1814 unter den Wällen von Paris, um ihn schon am nächsten Tage nach dem Wiedersehen durch den Tod zu verlieren. Eine feindliche Kugel streckte ihn hin; der Schmerz darüber verriet ihr Geschlecht. Sie war damals 30 Jahre alt. Sie wurde mit grössten Ehren zu ihren zwei Kindern in Hanau zurückgeschickt» Eine Gesamt-Organisation der deutschen Juden soll, wie Berliner Blätter schreiben, anstatt des inVorschlag gebrachten Judentages ins Leben gerufen werden. Der vorbereitende Ausschuss hatte eine Umfrage über die Notwendigkeit einer solchen Organisation unter den jüdischen Gemeinden, wie unter den Rabbinnern veranstaltet. 227 Gemeinden, darunter Berlin, Posen, Danzig, Leipzig u. s, w. haben unbedingt dem Plane zugestimmt. Doch fehlt es dem Projekte auch nicht an Gegnern. So erklärte die grosse Judengemeinde Frankfurt a. M. sich entschieden gegen den Plan mit dem Bemerken: „Soweit politische Interessen im engeren Sinne in Betracht kommen, erachten wir eine Organisation der Juden nicht für empfehlenswert, sondern für schädlich." Von 219 Rabbinern haben sich 92, darunter die Rabbiner der grössten deutschen Kultusgemeinden, unter anderem auch Berlins, für die Schaffung einer solchen Organisation ausgesprochen. Ein grosser Teil der 1553 dem Deutsch - Israelitischen Gemeindebunde angeschlossenen Gemeinden hat überhaupt noch zu der Frage keine Stellung genommen. Der Ausschuss leitet inzwischen eine lebhafte Agitation ein, um die Gemeinden, ohne Unterschied ihrer Mitgliederzahl, ihrer Bundesstaatszugehörigkeit und ihrer religiösen Richtung, zur Befürwortung des Organisationsprojektes zu bewegen. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Büchereinlauf. Dr. S. Gelb haus, Rabbiner, Prediger und Dozent am Beth-Hamidrasch in Wien: „Nehemias und seine sozialpolitischen Bestrebungen." Wien, 1902. Verlag von R. Löwit. Die Juden in Babylonien 200 bis 509. Von Dr. S. Funk. L Teil, 8°, 148 S. Berlin, Popelauer. Die Königsgleichnisse des Midrasch, beleuchtet durch die römische Kaiserzeit. Von Dr. Ignaz Ziegler, Rabbiner in Karlsbad. Breslau, Schlesische Verlagsanstalt von S. Schottla ender. 190S. Die rituelle Fleischbeschau der Juden. Von Ulrich Liebling, Tierarzt in Valpo. (Original-Artikel.) Abdruck aus der „Österreichischen Monatsehrift für Tierheilkunde" von Koch. Wien, Mai 1901. Der Zionismus, der Fortschritt, die Humanität und die Sozial-Politik des jüdischen Volkes. Von Dr. Ad. Kur rein. Preis 20 Heller.. Verlag „Jüdische Volkstimme" in Brünn. na iw ♦ptraKi p* pamKp vwb nw [«& ,annK ijn ♦p"sb -nn [Der Ethrog Von J. L. Koretz in Ropczyce (Jargon.) Verlag von A. H. Zupnik, Drohobycz (Galizien).] nay.i paon min mio ♦rmBDn min :pn: b .w mrsn mm nwoan ♦tai&n n*ywn niieon <pbn Soi S^n nj? «npn *jana nsnpnö unin&D 'pSn bso nnnaj nnwi /nnpw. nann fy'^n »man «r6» iro'» [S. L. Gordon: Literaturkunde. Lehrbuch des hebräischen Stils im allgemeinen und der verschiedenen Literaturgattungen im besonderen. Mit vielen ausgewählten Stücken in Poesie und Prosa aus allen Teilen unserer schönen Literatur von der biblischen Periode bis auf die Gegenwart. Warschau, 1902. Verlag „T u s c h ij a h*, 190% 8°, 243 S., Preis 1 Rubel ] * Die Königsgleichnisse des Midrasch beleuchtet durch dte römische Kaiserzeit. Von Dr. Ignaz Ziegler, Rabbiner in Karlsbad. (680 S. Lex. 8°). Preis geheftet Mk. 10; geb.Mk. 12. (Breslau, Sehlesiche Verlags-Anstalt v. S. Schottlaender.) Der Nachweis von derßedeutung derMidrasch-Literatur für die römische Altertumskunde ist schon vielfach erbracht und anerkannt worden. Einheitlich und zusammenfassend dargestellt wird er jedoch in diesem Werke zum erstenmal gegeben. In 11 Kapiteln, die das Leben der Kaiser, zugleich das römische Leben überhaupt umschliessen, wird der Midrasch als wertvolle Ergänzung der Literatur der römischen Kaiserzeit an die Seite gestellt. Dadurch, dass der Verfasser den hebräischen Teil gesondert als Anhang dem Hauptteile angefügt hat, ist dieser auch dem des Hebräischen unkundigen Forscher vollständig zugänglich. Als Sammlung sämtlicher Königspieichnisse aus allen Midraschim fördert das Werk die Kunde der Gleichnissliteratur im allgemeinen und ist für christliche und jüdische Theologen gleich unentbehrlich. So stellt sich das Werk durch seine strenge Wissenschaftlichkeit sowohl der Altertumsforschung als auch der Theologie als willkommene Gabe dar und wird von beiden mit bestem Erfolge benützt werden.

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