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Die Welt · 1902-08-15 · 33 (15.8.1902) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
33 (15.8.1902)
Article
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Date
1902-08-15
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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Seite 10 „Die & Welt" Nr. 33 In diesem Jahre ist die Anzahl der jüdischen Auswanderer über Bremen eine weit grössere als im vorigen Jahre und im Verhältnis dazu steigern sich auch die an das Komitee herantretenden Anforderungen. Soll dem Elend der bedauernswerten Auswanderer durch die Tätigkeit des Komitees weiterhin gesteuert werden, dann müssen alle Menschenfreunde helfen und wir zweifeln nicht, dass jeder, der diesen Aufruf liest, gerne die Gelegenheit ergreifen wird, das hiesige Komitee tatkräftig zu unterstützen. Unser Lager ist vollständig geräumt, wir haben somit für alle Arten von Kleidungs- und Wäschestücken^ sei es für Kinder oder Erwachsene, Verwendung; trotzdem erlauben wir uns ganz besonders auf den überaus grossen Mangel an Beinkleidern und Fussbekleidung für Erwachsene aufmerksam zu machen. In der sicheren Erwartung eines günstigen Erfolges dieses Aufrufs bitten wir, etwaige Postsendungen jeglicher Kleidungsstücke an die Adresse des Herrn Hotelier Hugo Levy, Bahnhofstrasse 11, freundlichst zu richten, während Bahnsendungen an den Norddeutschen Lloyd, Bremen, (Gepäekabteilung) adressiert werden, mit dem Vermerk: Für das „Komitee für hilfsbedürftige durchreisende Juden". Geldsendungen für das Komitee nehmen die Unterzeichneten gern entgegen und werden dankend quittieren. Allen gütigen Spendern statten wir im voraus unseren herzlichsten Dank ab. Das Bremer Komitee für hilfsbedürftige durchreisende Juden. Rabbiner Dr. Rosenak, Vorsitzender. L. Grossmann, Schriftführer. (Das Porto für ein Postpaket von 5 kg beträgt samt Frachtbrief von Oesterreich nach Bremen 72 h.) Anregungen für den Nationalfonds. Geehrter HerrRedakteur! Bei den vielen jüdischen Kaufleuten wäre es vielleicht ein Leichtes, dem „Jüdischen Nationalfonds" etwas zuzuführen, wenn sie Zündhölzer mit der Marke „Jü.-dir scher Nationalfonds" einführen würden, es liegt an j den Gesinnungsgenossen, diese dann zu konsumieren. Mähr.-Ostrau, 8. August 1901 Ergebenster Michael Vogel. :* Nadwörna, 10. August 1902. Löbliche Redaktion! Wollen Sie gefälligst in Ihrem Blatte folgende Anregungen zugunsten des Nationalfonds veröffentlichen. 1. Alle Vereine und Zionisten, die sich mit dem Verkauf von Palästina-Esrogim beschäftigen, mögen einige Perzente des Reinertrages dem Nationalfonds widmen. 2. Alle Zionisten sollen anstatt der Neujahrskarten sich durch die „Welt* gratulieren und die so ersparten.Spesen dem Nationalfonds zusenden. 3. Diejenigen aber, die Neujahrskarten schicken, mögen auf jede eine Nationalfondsmarke kleben. 4. Alle Vereine sollen Kollekten zugunsten des Jüdischen Nationalfonds veranstalten. Mit Zionsgruss L. Förster, .# R z e s z ö w, den 10. August 1902. Ich proponiere folgendes : Das löbliche Aktionskomitee möge Neujahrsblankette herausgeben, die einerseits das Baseler Programm und das Wesen des Nationalfonds, andererseits einen Neujahrswunsch enthalten. Gesinnungsgenossen schicken solche mit Nationalfondsmarken beklebt zum Neujahrs wünsch. Es unterliegt keinem Zweifel, dass solche einen zweifachen Nutzen bringen werden. Einerseits den, den Nationalfonds zu heben, andererseits eine grosse Propaganda zu schaffen. Mit Zionsgruss Emanuel Nadel. Jüdischer Nationalfonds, Das goldene Buch. Zum ewigen Angedenken an den verew. Prof. Hermann Schapira, gesammelt in Odessa von Herrn Jakob Konstant in owsky, 10 Pfund Sterl. Verein „Mokire Zion" in Slonim 100 Rubel The Swansea Zionist Society in Swansea 10 Pfund. Sterl. Verein „Bnei Zion" in Grajewo 100 Rubel. Welt-Qbroolk* Die rituelle Verpflegung auf den Äuswaitdererschiffen. Bremen, den 6. August 1902. An die verehrliehe Redaktion der „Welt". Wien. In Nr. 30 Ihrer geschätzten Zeitschrift lese ich eine Notiz über die den jüdischen Passagieren gewährte rituelle Küche auf dem Dampfer „Breslau". Ich gestatte mir, darauf hinzuweisen, dass diese Einrichtung nicht erst, wie es in der betreffenden Notiz heisst, vom 11. Juni d. J. datiert, sondern dass es meinen Bemühungen bereits vor zwei Jahren gelungenist, diese Vergünstigung beim „Norddeutschen Lloyd" zu erwirken. Seit dieser Zeit ist es zur Regel geworden ,dass auf sämtli chen Schiffen den j üdischen Passagieren Gelegenheit geboten ist, rituell verpflegt zu werden. Bei dieser Gelegenheit möchte ich besonders hervorheben, dass die Direktion des „Norddeutschen Lloyd" in dieser Beziehung ausserordentlich entgegenkommend ist und allen meinen Wünschen nachkommt. Der erste Dampfer, auf dem es rituelle Verpflegung gab, war der Dampfer „Frankfurt*. In einem mir von den Auswanderern damals zugegangenen Dankschreiben heisst es: „Hiermit teilen wir mit, dass wir r in vollkommener Zufriedenheit seien wegen das Essen von i der jüdischen Küche. Und schicken alle einen herzlichen Dank an den werten Herrn Doktor Rabbiner R o s e n a k...tf Ich besitze bereits eine ganze Sammlung solcher Briefe, aus denen hervorgeht, dass diese Einrichtung als ein wirklicher Segen von den Auswanderern empfunden wird. Denn während sie früher während der ganzen Reise nur auf trockenes Brot und Heringe angewiesen waren, bekommen sie jetzt rituelle Speisen, wenn auch bisher nur Milchspeisen und Fische in Betracht kamen. Bei dem Entgegenkommen a"es „Norddeutschen Lloyd* würde es allerdings nicht schwer fallen, auf a 11 e n Dampfern auch Fleischspeisen zu verabfolgen — wenn mir die nötigen Geldmittel zur Verfügung ständen, um die naturgemäss erforderliche weitgehendste nnat&n zu bestreiten. Die Fürsorge, deren sich die jüdischen Auswanderer hier erfreuen, erstreckt sich übrigens auch auf den Aufenthalt in Bremen. Zu diesem Zwecke ist hier vor etwa zwei Jahren eine jüdische Küche von mir begründet worden, wo die Auswanderer (schon bis zu 500 Personen täglich) gespeist worden sind. Ausserdem gibt es hier eine Bekleidungsanstalt für die armen Auswanderer. Ho chach tun gs voll Rabbiner Dr. R o s e n a k. .* Die Juden von Djibouti. In einem Berichte über die eingeborene Bevölkerung von Französisch-Somaliland (Zentral- Ostafrika), welchen der französische Kolonialminister jüngst publiziert hat, findet sich folgende Stelle über die Juden: „Die Juden, welche in Djibouti leben, stammen aus Aden und dem Yemen. Bis vor kurzem waren sie sehr klein an Zahl und nur Männer. Ihre Zahl hat in letzter Zeit zugenommen und es sind jüdische Frauen dazugekommen; aber ihre Gesamtzahl dürfte nicht grösser sein als fünfzig..Sie sind hauptsächlich Juweliere, Goldschmiede und Geld-

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