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Die Welt · 1902-08-08 · 32 (8.8.1902) · p. 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
32 (8.8.1902)
Article
Mitau [Nachricht]
Date
1902-08-08
Page
13 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 32 „Die & Welt46 Seite 13 Mitau: Wir bitten, in dem Vereins berichte aus Mitau in Nr. 26 der „Welt" zu korrigieren : Die zionistische Lesehalle wurde gegründet vom Reinertrage des Vortrages Dr. Nuroks. Herr Zahnarzt N e f t e 1, ferner einige junge Leute haben die Agitationsarbeit in die Hand genommen. England. Manchester. Sonntag den 19. Juli hielt Mr. Samuel Raffalovich vor den Mitgliedern des neugegründeten „Hebrew Circle*'- eine Vorlesung über „Bar Kochba". Der Redner brachte eine neue und verblüffende Hypothese über die bekanntlich merkwürdigerweise ganz unbestimmte Person des grossen jüdischen Patrioten und Helden vor. Er ist der Ansicht, dass der grosse Tanai Simon bar Jachai mit Bar Kochba identisch sei. Er basiert seine Anschauung auf den Umstand, dass von beiden berichtet wird, dass sie Simon hiessen, beide Schüler Ben Akibas und beide heftige Gegner der römischen Herrschaft gewesen seien. Die Jahre, welche Rabbi Simon ben Jachai in den Höhlen zugebracht haben soll, wären den Vorbereitungen für den grossen Kampf, den er beginnen wollte, gewidmet gewesen. Eine lebhafte Discussion folgte dieser interessanten Darlegung. — Hier ist ein jüdischer Cricket-Klub gegründet worden. Hull. Ein von der „Hull Menachem Zion Society" veranstaltetes Massenmeeting fand vorletzten Sonntag in der Robinson Row-Synagoge statt. Mr. N, R u d a präsidierte .und Rev. Regensberg aus London sprach anderthalb Stunden lang unter der begeisterten Zustimmung des Auditoriums über die Fortschritte und Erfolge des Zionismus. Eine grosse Anzal Schekolim und Shares der Colonialbank fanden Abnahme. Die Gesellschaft ist im Begriffe, eine öffentliche Lesehalle zu gründen, Edinburgh. Ein Ausflug nach Cramond zugunsten der jüdischen Kinder von Edinburgh fand vergangenen Montag statt. Ueber 3000 Kinder, begleitet von einer grossen Zahl von Herren und Damen, nahmen an demselben teil, und die Veranstaltung war eine der gelungensten, die wir in unserer Stadt sahen. Mrs. Solomon, Präsidentin des zionistischen Frauen - Vereines leitete persönlich das Arrangement, unterstützt von den Damen des Comites und Mitgliedern des zionistischen Männervereines. Für die veranstalteten Spiele gab es eine Menge gespendeter Preise» Ein christlicher Judenfreund hatte sechs Dutzend Limonaden gesendet. Mrs. Solomon hielt an die Kinder eine warme Ansprache, in der sie ihnen die hohe Idee des Zionismus verständlich zumachen suchte und sie aufforderte, treu zu ihrem Volke zu halten und für dessen Grösse tätig zu sein, damit das jüdische Volk im Wetteifer mit den anderen Völkern seinen Platz in Ehren behaupte. Die Summe von 1 £ 5sh 6 ds wurde von den Kindern für den Nationaifond gesammelt. In Bristol ist ein jüdischer sozialer Klub auf zionistischer Grundlage in Bildung begriffen. Deutschland. Charlottenburg. Donnerstag, den 11. v. M. beendigte der Verein jüdischer Studenten an der technischen Hochschule zu Charlottenburg das zweite Semester seines Bestehens. Tiotz der Kürze des Sommersemestörs leistete der Verein ein tüchtiges Stück jüdischer Arbeit, indem er seinen Mitgliedern eine gediegene Kenntnis des vergangenen und des gegenwärtigen Zustandes des Judentums zu übermitteln suchte. Auf seinen auch von zahlreichen Gästen besuchten Vereinsabenden wurden folgende Vorträge gehalten: cand. ing. M. Wechsler: „Anat. Leroy-Beaulieu." stud. rer. techn. L. Fuchs: „Kulturarbeit der Juden im Mittelalter". Dr. E. Hantke: „Jüdische Studentenbewegung am Ende des 19. Jahrhunderts", stud. ing. A. Berlowitz: „Nationaljudentum", cand. ehem. J. Grün b er g: ,,Dr. Lippe". An die Vorträge schlössen sich meist rege Diskussionen an. Der Verein beteiligte sich ferner offiziell bei den allgemeinen studentischen Turnspielen die an der technischen Hochschule neu eingerichtet sind. Ebenso wirkte er bei den Arbeiten des Vereines für jüdische Statistik mit, zwecks Sammlung* und Veröffentlichung des über das jüdische Volk vorhandenen statistischen Materials. Die am 4. d. M. stattgehabten provisorischen Chargiertenwahlen für das Wintersemester 1902/190B ergaben: stud. rer. techn. W. Majerczik Präsident, stud. ing, A. Berlowitz, Vizepräsident, stud. ing. Max P i n e 11 e, Schriftführer. Etwaige Zuschriften bitte zu richten an W. Majerczik, Berlin, S, Brandenburgerstrasse, 6. Berlin-Charlottenburg. (Semesterberichtdes Vereines „Ivria" der national-jüdischen Studenten aus Rumänien.) Der Verein kann auf eine erfolgreiche Arbeit in den zwei Semestern seines Bestehens zurückblicken. Sämtliche Mitglieder haben die nationale Tendenz des Vereines erfasst und arbeiten gemäss derselben, Die Sitzungen fanden regelmässig jede Woche statt und waren von vielen Gästen besucht, namentlich von Mitgliedern des „Vereins jüdischer Studenten", der „Hasmonaea" und des jüd.-kaufmänn. Vereines „Romania". Folgende Vorträge wurden im Sommersemester gehalten: Bundesbruder Wechsler: „Die Lage der Juden in Rumänien." Herr L. S t e r n 1 i c h t (vom »Verein jüdischer Studenten"): „Die jüdisch-deutsche Bühne". Herr phii. E. Täub ler: „Mommsen und die Juden." Herr theol. A. Majerowitz: „Neuhebräische Literatur". Bundesbruder J. Grünberg: „Die Gedichte von Moris Rosenfeld". Bundesbruder M. Grünberg: „Die Juden in China". Bundesbruder G r ün b er g : „Doktor K. Lippe". Herr Dr. Klee, Vorsitzender der Berliner Zionistischen Vereinigung: „Die rumänischen Juden und der Zionismus". Ausserdem wurden vom Präsidenten in den „Fuchsenstunden" die Geographie Palästinas vorgetragen. Viele Vereinsbrüder beteiligten sich an den Arbeiten der akademischen Untergruppe der Berliner Zionistischen Vereinigung. Am 5. Juli schloss die „Ivria" mit den zionistischen Studentenvereinen „Unitas" (Freiberg i/S.), „Erez-Israel" (Wien) und „Societe" zioniste des studiants d'Anvers" das ».Kartell der Vereine national jüdischer Studenten aus Rumänien". — Die Chargiertenwahl für das nächste Winter-Semester ergab : Ing. M. Wechsler, Präsident; techn. D. C a r n i o 1, Vizepräsident; techn. E. G o 1 d, Schriftführer; ehem. O. P o 11 i n g e r. Kassier. Während der Ferien sind sämmtliche Zuschriften an den Verein an: A.Hornstein, cand. techn., Charlottenburg, Goethestrasse 87 Q. I. zu adressieren. Köln. Eine besondere Ehrung wurde jüngst dem geschätzten Mitgliede unserer hiesigen Zionischen Vereinigung Herrn Max Goldreich zuteil. Er feierte am 16. Juli sein Hochzeitsfest mit Fräulein Sidonie Mendel. Anlässlich der hervorragenden Dienste, die Herr Goldreich dem Zionismus bisher geleistet hat, zuerst in Elberfeld (wo er die Vereinsgruppe gründete) und jetzt hier in Köln, beschloss der Vorstand unserer zionistischen Zentrale Herrn Goldreich eine besondere Ehrung zu seiner Hochzeit darzubringen dadurch, dass der gesamte Vorstand korporativ zur Trauung erschien und dann an der Tafel teilnahm. Im Anschluss an zahlreiche Toaste ergriff auch unser Vorsitzender Herr Dr. Bodenheimer das Wort und würdigte die Verdienste des Gefeierten um den Zionismus» Nach beendeter Rede überreichte Herr Dr.Bodenheimer Herrn Goldreich die schönste Auszeichnung, die unser Verein zu vergeben hat und die bisher nur wenige besitzen, ein goldenes Mögen Dawid. Herr Dr. Bodenheimer machte die Mitteilung, dass der Vorstand beschlossen habe, anlässlich der Feier 25 Mark für den Nationalfonds zu spenden. Diese Mitteilung regte zu einer Sammlung für den Nationalfonds an und es kamen noch 50 Mark zusammen; auch die Damen beteiligten sich an derselben. So verlief die Hochzeit eines eifrigen Zionisten. Möge diese Auszeichnung überall anspornen. Belgien. Antwerpen. Am 9. Juli fand hier die Eröffnung der Zionistischen Bibliothek, die der Verein „Agudath Zionu ins Leben gerufen, statt. Diese Bibliothek besteht vorzugsweise aus Büchern und Zeitschriften, die sich mit Zionismus befassen und hat den Zweck, die Kenntnis der hebräischen Sprache und der jüdischen Geschichte und Literatur zu verbreiten. Die Eröffnungsfeier spielte sich im engen Kreise der Vereinsmitglieder ab. Nach einigen einleitenden Worten des Vorsitzenden Herrn H. Salti, der die Gründung der Bibliothek als einen wichtigen Faktor für die Verbreitung der zionistischen Idee in Antwerpen begrüsste und die Hoffnung aussprach, dass dieselbe zu einer Pflegestätte jüdisch-nationalen Geistes wird, ergriff der Sekretär Herr Grünau das Wort. Herr Grünau wies auf den charakteristischen Doppelgrundzug des jüdischen Volkes hin, das nicht nur ruhmreiche Märtyrer, sondern auch her vorragende,Denker aufzuweisen habe, und betonte, dass Juda seine Existenz nur deshalb bis heute behaupten konnte, weil es stets darauf bedacht war, das Licht des Geistes zu erhalten. Die rege Teilnahme, deren sich unsere Bibliothek erfreut, lässt auf eine gedeihliche Fortentwicklung schliessen. Nord-Amerika. Philadelphia. Die hiesigen zionistischen Vereine „Rose of Sharon" und die „Junior Zion Society" veranstalteten am 6. Juli ein vereinigtes Picknick (Zuschussmahl)im Fairmount~Park4 Mehr als 50 Mitglieder waren anwesend. Der

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