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Die Welt · 1902-08-08 · 32 (8.8.1902) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
32 (8.8.1902)
Article
Volksversammlung in Manchester
Date
1902-08-08
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 32 ,Bi@ s** Welt'* Seite 11 Freunde empfehlen, nicht gelöst werde. Davon etwas zu erwarten, hiesse auch erwarten, dass ein auf das Gebäude des Manchester Spitals aufgelegtes Pflaster die Kranken heilen könne. Zionismus ist der einzig mögliche Weg, um das Judentum zu heilen und zu retten. (Grosser Beifall.) Rabbiner Dr. Landau schlug ein Dankesvotum für Dn Rülf vor. Wir sind von unseren Gegnern oft höhnisch als Partei der Jungen bezeichnet worden. Dem Dr. Rülf könne man leider den Vorwurf der Jugend nicht machet), höchstens insoferne, als sein Herz ewig jung bleibt und in jugendlicher Begeisterung für sein Volk schlage. Die jüdische Kraft liegt in seinem Intellekt, in den Büchern und Papieren. Es besteht eine jüdische Tradition, dass in dem Augenblicke, da das Reich Gottes auf Erden anbrechen werde, die Gottlosen beim Uebergange über eine eiserne Brücke versinken würden, während die Juden über eine papierene Brücke ins Himmelreich kommen würden. Darum feiert Redner den Dr. Rülf als Fürsten im Reiche des Papiers, der Literatur, der Gottesgelehrtheit. Nachdem noch Friedensrichter Mr. Jacob Moser aus Bradford und Mr. N. Halpern aus Leeds gesprochen, wurde dem Eigentümer und Direktor des Theaters, in dem di- Versammlung stattfand, Mr. J. Pitt Hardacre und Mr. E. Montefiore, als Zeichen der Anerkennung ihres Entgegenkommens für diese Volksversammlung und die der zionistischen Sache in Manchester damit geleisteten Dienste je ein Share der Jüdischen Kolonialbank als Ehrengeschenk überreicht. Die Versammlung bedeutet einen grossen Erfolg. Infolge der letzten Volksversammlung sind dem hiesigen Zionistenvereine mehrere hundert neue Mitglieder beigetreten. Mitteilungen des nied.-österr. Distrikts-Komitees. Spenden für den Agitationsfonds der Kultusgemeindewahlen nimmt der Kassier des nied.-österr. D.-K. Herr Moriz Ehrlich, IX., Hahngasse 33, entgegen. Bisher sind eingelaufen: Sammlung der „Moria" bei der Versammlung zum „schwarzen Bären" K 5.70 Gyula Körpner, Wien „ 40 Summa K 6.10 Der erste Angriff. Das Wiener Distriktskomitee hat beschlossen, in die diesjährigen Kultusgemeindewahlen einzugreifen, und hat obwohl diese erst in einem Vierteljahre stattfinden, schon vergangenen Sonntag eine Wählerversammlung im Gasthaus „zum schwarzen Bären" im Prater abgehalten. Trotzdem eine drückende Hiize im Saale herrschte, war er dicht gefällt und das Publikum hörte interessiert den Referenten H i c kl, Dr. Zweig und N. Gross zu. Die Sünden der herrschenden Majorität fanden gebührende Beleuchtung. Von über 140.000 Juden Wiens sind 13.000 wahlberechtigte Gemeindemitglieder. Von diesen gehen 600—800 wählen, erst die Zionisten haben 4CO0 Wähler auf die Beine gebracht. Von den 36 Mandaten sind durch die reaktionäre Wahlgeometrie den besitzenden Klassen 12 vorbehalten und zwar eine Art Grossgrundbesitz. Am jüdischen Leben nimmt die Gemeinde keinen Anteil und begnügt sich mit kleinen Schulsubventionen. Geld hat sie keins, weil sie sich nie an die Masse wendet Jüdische Fragen begegnen keinem Verständnis, jüdisches Unglück keiner Hilfe. Bei keiner Aktion stellt sich die Gemeinde an die Spitze, höchstens bei sie gar nichts angehenden öffentlichen Wahlen. Die Armenpflege ist jämmerlich eingerichtet, der Kultus nur auf Wohlhabende zugeschnitten. Die Vorstädte dürfen zahlen und schweigen. Jeder Kreuzer für ihre Tempelzwecke kostet einen Kampf, dagegen kostet es Mühe, einen Tempelbau in der Inneren Stadt mit einem Kosten voranschlage von 1,000.000 fl. zu verhindern. Das ist namentlich dem bereits gewählten Zionisten zu verdanken, der sich eine scharfe Kontrolle der Schul-, Tempel- und Finanz Verhältnisse angelegen sein Hess. Nach den Referaten folgte eine scharfe Diskussion. Anfragen von Wählern wurden beantwortet. Die Versammlung verlief in würdiger Weise, dank dem ausgezeichneten Vorsitz des Herrn K. Low, Obmann des Vereines „Praterstrasse". —y. Zur Teilnahme an dem internationalen Studenten- Kongresse (CordaFratres), der am 24. September in Budapest zu tagen beginnt, haben sich folgende Kollegen gemeldet: Aus Rumänien : theol. A. Beck, med. N. Joe, med. B. Librescu, med. M. SchäfTer, med. S. D. Schnürer. med. S. Schwarz, med. B. Wacher, med. M. Wechsler. Galizien: jur. F. Eichhorn, techn. A. Halpern, jur. J. Hass, jur. S. Lehrfreund, jur. J. Lövvenkron, techn. J. Reich, jur. A. Rittermann. Mähren: techn. H. Alt, jur. A. Schindler. Schlesien: techn. A. Lanzer. Ungarn : Agr. S. Abraham. Russland: med. J. Schon*. Wir fordern die Kollegen auf, sich ehestens beim Kollegen J. Haas, Wien, III., Kolonitzgasse 7 zu melden und den Betrag von 3 Kronen einzusenden. Derselbe erteilt auch Auskünfte, die die Anmeldung betreffen. -— Nächstens wird die Adresse des Komitees, welches die jüdischnationalen Studenten in Budapest empfangen wird, veröffentlicht werden. Mit ZLonsgruss Der Arbeits-Ausschuss. Voranzeigen. Wien. („J üdischer Verein jugendlicher Arbeiter".) Sonntag den 10. d.M. um 10 Uhr vormittags Versammlung in der Brigittenau, Klosterneuburgerstrasse 33 (W e i s s m a n n s Restaurant). Tagesordnung: 1. Die Notlage der jugendlichen Arbeiter (Referenten: Josef Hass und Julius Körpner). 2. Diskussion. Wien. („ J üdischer Verein jugendlicher Arbeiter".) Sonntag den 10. d. M., 2 Uhr nachmittags im Kongressbureau, IX., Türkenstrasse 9, Vorlesungmoderner Dichtungen von Kollegen Samuel Strauss. Gäste herzlich willkommen. Wion. (Verein jüdischer Hochschüler aus Rumänien „Erez Israel".) Die Statuten des Vereines wurden von der k. k. Statthalterei bereits genehmigt. Die Vereinsversammlungen finden allwöchentlich Montag (7 Uhr abends) im Lokale des Verbandes „Bar Kochba". VIII., Langegasse 14, statt. Jene Hochschüler aus Rumänien, die dem Vereine beitreten wollen, mögen sich an oben genannte Adresse wenden. Karlsbad. Die Tischgesellschaft „Zion" gibt allen zionistischen Kurgästen in Karlsbad bekannt, dass sich ihre Mitglieder jeden Samstag im Hotel „Imperial" versammeln. Gäste herzlich willkommen. Prerau. (Die jüdisch-akademische Verbindung „Massada") veranstaltet gemeinsam mit dem jüdischen Mädchenvereine „Mirjam" am 17. August im Restaurationsgarten H a a s ein grossangelegtes Gartenfest mit Theatervorstellung und Tanzkränzchen. Beginn 4 ühr. Gäste herzlich willkommen. Berlin. Die „Israel, Rundschau11 in Berlin enthält in ihrer letzten Nummer folgende Mitteilung: Am Donnerstag den 7. d. M. begeht die Berliner Zionistische Vereinigung den Tag der Erinnerung an die Zerstörung Jerusalems durch eine grosse öffentliche Feier. Wir hoffen, dass das Beispiel Berlins in anderen deutschen Ortsgruppen nachgeahmt wird. Mit der Erinnerung an den Fall unseres Volkes verbindet sich für uns Zionisten von selbst die Hoffnung auf eine schöne Zukunft und der Wunsch, für diese Zukunft treu zu arbeiten. Unsere Freunde werden herzlich gebeten, die Tage vor dem 9. Ab. zu Sammlungen für unseren Nationalfonds zu verwenden. Die nächsteNummer der „Israel. Rundschau" wird sich speziell mit den Aufgaben des Nationalfonds befassen und u. a. ein Expose unseres Führers Dr. Bodenheimer über die Organisation des Nationalfönds veröffentlichen.

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