Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 32 (8.8.1902)
- Article
- Journalistische Heldentaten
- Date
- 1902-08-08
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 „DIfe Welt*» gewöhnlich: „Ich habe ja nichts zu verlieren. Ich verhungere ja so oder so. Es ist mir ganz g 1 e i eh." Die Blätter und Blättchen mit dem kommenden Geiste haben nämlich Furcht davor, dass ihr Leserkreis richtig zu denken anfange, sie fürchten sich, dass der Zionismus ihnen materiellen Schaden bringen könne, sie fürchten sich, dass die auswandernde jüdische Nofc ihnen Ungelegenheiten bereiten konnte — und so fassen sie den einzigen Mut, den sie haben : der Wahrheit ins Gesicht zu schlagen. —y. ^pibäi)e. An die Redaktion der „W e 11", Wien. Ich erwarte von Ihrer Loyalität, dass Sie nachstehende Richtigstellung unverkürzt zur Kenntnis Ihrer Leser bringen werden: Es ist nicht wahr, dass der von Ihnen als Ausdruck der „Angstmeierei" glossierte Artikel „zu gleicher Zeit" im „Israelit* und in der „Jüdischen Presse" erschienen ist: vielmehr ist derselbe in meiner Zeitung in Nr. 29 vom 18. Juli, hingegen im „Israelit" eine Woche sp äter, nämlich in Nr. 59 vom 24. Juli erschienen. Es ist nicht wahr, dass der Artikel „von einem antizionistischen Korrespondenzbureau oder Korrespondenten ausgeht" oder überhaupt „von aussenhin in die „Jüdische Presse" lanziert wurde"; vielmehr rührt derselbe von einem Mitgliede meiner Redaktion her und ist nur für meine Zeitung geschrieben worden. Der „Israelit" hat den Artikel ohne Quellenangabe übernommen. Durch die Bemerkung: „wie in dem für die betreffenden Zeitungen schmählich verlaufenen Falle der Bankverleumdung" wird der Anschein erweckt, dass der angezogene Artikel über die Kolonialbank wie im „Israelit" auch in der „Jüdischen Presse" veröffentlicht wurde. Das ist, wie Sie wissen mussten und jedenfalls leicht feststellen konnten, tatsächlich nicht der Fall. Nebenbei bemerkt, ist der betreffende Artikel auch mir zugegangen, aber a limine abgewiesen worden. Dr. Hirsch Hildesheimer Herausgeber der „Jüdischen Presse". * Die obenstehende Berichtigung enthält in sich die Erklärung unseres Vorgehens. Es ist uns bekannt, dass die kleinen Notizen und Artikel in den jüdischen Zeitungen vogelfrei sind, und wir sind gewohnt, unsere mit grosser Arbeit zusammengetragenen Notizen in der gesamten jüdischen Presse jede Woche wiederzufinden. Bei grossen Artikeln kommt das aber nicht vor und man muss annehmen, dass sie Emanationen der betreffenden Redaktionen sind. Wenn nun derselbe Artikel in zwei verschiedenen Zeitungen fast zu gleicher Zeit als Originalartikel auftaucht, so glaubten wir, gestützt auf die Erfahrungen bei der seinerzeitigen Verleumdungskampagne, Grund zur Annahme zu haben, dass sie derselbenQuelle entstammen .Wir nehmen aber gern die Erklärung des Herrn Dr. Hirsch Hildesheimer zur Kenntnis, dass es nur eine private Ansicht ist, die er im Artikel niedergelegt hat, und es hat sich diesmal beim „Israelit" das unrechte Gut gerächt. Weiters stehen wir nicht an, loyal zu erklären, dass unter den betreffenden Zeitungen, welche in der Verleumdungskampagne so schmählich eingegangen sind, nicht die „Jüdische Presse" gemeint war, und freuen uns der Konstatierung, dass Herr Dr. Hildesheimer den betreffenden Artikel gleich im ersten Augenblicke richtig gewürdigt hat. (Die Red.) Samstag war der Sekretär des Pressburger Zionistenvereines Herr Dr. Norbert Gronich in Wien, um offiziell die Wiener Zionisten zur Teilnahme an einem zionistischen Volksfest einzuladen. Das Fest findet am 31. d. M. statt und wäre eine zahlreiche Beteiligung der Wiener Zionisten von grossem agitatorischen Wert und soll in der angenehmen Art eines Ausflugs zu Schiff stattfinden. Bei starker Beteiligung sind bedeutende Ermässigungen zu erwarten. Die Vereinsvorstände mögen beizeiten für rege Beteiligung sorgen und Anzahlungen entgegennehmen. Samstag den *.h d. M. findet im Lokale des Kongress-Bureaus eine Vorbesprechung statt und es mögen sich alle Gesinnungsgenossen und -Genossinnen einfinden, die sich für dieses gute Projekt interessieren und energisch eingreifen wollen. Der Pressburger Verein zählt 300 Mitglieder. Nr/32 Joint Share Clubs. (Eingesendet.) Head Office, London 3, Commercial St. Am 25. Juli fand die Vierteljahrs-Versammlung aller Delegierten der Londoner Klubs statt. Der Präsident Herr Dr. Liebster konstatierte in seiner Eröffnungsrede ziffermässig den Fortschritt der Share-Klubs. Von April bis Oktober 1901 haben alle Klubs zusammen 545 Markenbogen verkauft, im Durchschnitt 91 Bogen pro Monat; von Oktober bis Juli 1358 Bogen, durchschnittlich 151 monatlich, d. i. um 66% mehr. In London selbst sind von April bis Oktober 1901 463 Bogen verausgabt worden, d. i. 58V2 pro Monat; von Oktober bis Juli 770 Bogen, d. i. 8blj2 monatlich, also eine Vermehrung um 20%» Dem Bapport des Kassiers ist folgendes zu entnehmen : Die dreimonatliche Einnahme von den Londoner und Provinz-Klubs beträgt.......£ 366.15.— Sonstige Einnahmen...........„ Ii 1. 4 Von der rumänischen Zentrale....... „ 5».—.— Rest vom Vorjahre........- . „ 3.15.11 £ 435.12. 3 In die Jüdische Kolonialbank sind eingezahlt . £ 388.—.10 Für Drucksorten (1000 Jahresberichte, 500 Sharebücher), Sekretärsgehalt, Porto etc. . . . „ 32.16,11 Kommissionsgebühr an die Klubs (C Pence für 21 Sh................„ 6.13. 3 In Händen des Kassiers.......... 8. 1. 3 £ 435.12. 3 In den letzten drei Monaten wurden 8 neue Klubs gegründeti'lnRosch Pinah(Palästina) 1, Olkeniki (Russland) 1, Sunderland und Liverpool je 1, London und Grimsby je 2. Die vereinigten Share-Klubs zählen im ganzen 48 Klubs, die rumänische Zentrale (Präsident Herr Bernard Fl am er in Bukarest) zählt 16Klubs. Sharebücher wurden an 20.000 Mitglieder verteilt. Es wäre sehr wünschenswert, dass sich uns auch aus anderen Ländern zahlreiche Klubs anschliessen, damit die möglichst grösste Wirkung für die Bank und die Bewegung erzielt wird. Das Komitee der Joint Share Clubs dankt hiemit ihrem gewesenen Ehrensekretär Herrn L. Belowitz herzlichst für seine unermüdliche Arbeit für die Klubs» Herr Belowitz zog sich wegen Ueberbürdung mit zionistischer Arbeit zurück. An seinerstatt wurde Herr Jakob L e r m a n gewählt. L. Strashun. Anregungen für den Nationalfonds. Geehrter Herr Redakteur! Der in Galizien mit jedem Tage steigende Absatz von Ansichtskarten bringt mich auf den Gedanken, zionistische Ansichtskarten zugunsten des Nationalfonds herauszugeben. Hierdurch würden dem Nationalfonds ansehnliche Beträge zufli essen. Mit Zionsgruss M. Wachs in Busk. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. David Straschun und Frau Eugen ie in P i n s k 10 Pfund Sterl. Verein „Owrei Orach" in Lenkoran 95 Rubel. WelNiSbroDiH. Ein Exzess gegen luden in New-York. Schwere Unruhen entstanden am 30. v. M. in New-York beim Begräbnisse des Ober-Rabbiners der orthodoxen Juden. Etwa 100.000 Leidtragende fanden sich bei der Synagoge in Henry Street ein und beim Erscheinen des Leichenwagens