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Die Welt · 1902-08-01 · 31 (1.8.1902) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
31 (1.8.1902)
Article
The @Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) : Bilanz per 30. Juni 1902
Date
1902-08-01
Page
11 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 31 Die ifr Welt" Seite 11 The Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Limited, London E. C.*} Bilanz per 30, Juni 1902. ACTIVA % s d g s d Cassa: Lloyds Bank und Baar . ,......... 4.931 Ii 1 Depots mit fixen Terminen............28.872 1 3 Depots ohne fixe Termine............. 38.750 1 6 57 ggcg g g Diskontierte Wechsel...............—— 100.591 iq 3 Lombard-Vorschüsse............., . 27.158 — 9 Eigene Effekten (2a/4o/0 Consola).......... 25.570 4 6 Gorrespondenten Nostro und Loro......... 39.6^5 19 1 Diverse Debitoren................. 4.823 17 1 Vorschüsse an Garantoren............ 5.518 8 11 Mobiliar etc.................... 469 — 8 Stempel auf Inhaber-Gertificate.......... 915 — 10 Gründungs- und Saldospesen bis Geschäftseiöffnung 17.152 15 8 Ausgaben pro 1902 ,............... 3.169 — 5 287,617 12! 6 PASSIVA £ sdjgsd.gsd Autorisiertes Capital: 100 Grilnder- Actien ä g 1._... .... 100 _ _ 1,999.900 Stamm-Actien ä g i.-^ i ,999.900 - - 2,01)0.000 — - Eingezahltes Capital: a) Capital vollbezahlter Actien: 100 Gründer- Actien k jj@ 1«— . ... 100 — _ 235.235 Stamm-Actien i g'U-—' * 235.235 — — 235.335 -- b) Reserve für verfallene Beträge . 5.757 13 11 c) Reserve für andere Zwecke . . 22.589 1 11 263.681 15 10 Reserve für Dubiose........ «---—-—-—— ^qq-- Accepte im Umlauf........ 1.158 7 — Gonto-Corrent-Creditoren, Corresp. Nostro und Loro....... 6.470 16 7 Diverse Creditoren........ 4.245 1 4 Garantiefonds........... 5.518 8 11 Einnahmen (Zinsen, Provisionen etc.) 1902 5.743 2 10 287.617 12 6 *) Die Bilanz der Bank wird noch einmal veröffentlicht, da in einem Teil der letzten Auflage die Ziffer „3U bei „Ausgaben pro 1902tt ausgefallen ist. Ferner muss es heissen „Gründungs- und Saldospesen bis Geschäftseröflhung1* statt „bei Geschäftseröffnung". Welt*©bi*oi)ik» Schlechte Aussichten für die Auswanderer in Süd-Afrika. Die Assinailafcions-Juden sehen bekanntlich den Auswandererstrom aus dem Osten sehr ungern: erstens weil er an sie Anforderungen stellt, dann aber auch, weil er die Heimatlosigkeit der Juden dokumentiert. Am liebsten würden sie daher die Juden mit Gewalt in ihren sogenannten Heimatländern zurückhalten und sie dort unter Vertröstung auf das messianische Zeitalter der Gerechtigkeit, Freiheit und Gleihheit zutode hetzen lassen. Die bösen Juden aus dem Osten sind aber so starrköpfig, die Ungewissheit der Wanderung dem gewissen Zugrundegehen in ihren Geburtsländern vorzuziehen. So müss denn der Auswandererstrom abgelenkt werden, aber um Gotteswillen nur nicht nach Zion. Da gibt es doch so viel andere Länder, zum Beispiel Argentinien, Persien, Australien und — als beliebteste Adresse — Süd-Afrika. Wie es dort mit den Aussichten für die jüdischen Auswanderer bestellt ist, dokumentiert folgendes Schreiben aus Süd- Afrika, das die „Allg. Ztg. des Judent." in ihrer letzten Nummer publiziert: „Sehr geehrter Herr Doktor! Ihre geschätzte Wochenschrift bringt in der letzten Nummer eine Notiz, in welcher für die Auswanderung von Juden nach Süd-Afrika Propaganda gemacht wird. Als Aufsichtsrat der einzigen grossen österreichisch-ungarischen Unternehmung in Süd-Afrika mit den dortigen Verhältnissen durch direkte private Berichte sehr vertraut, kann ich nicht laut genug davor warnen, dass sich's jemand einfalle, derzeit seinen Weg nach Süd-Afrika zu nehmen, Es stehen ihm die grössten Enttäuschungen bevor. Abgesehen davon, dass keinem Nichtengländer gestattet wird, von Kapstadt ins Innere weiter zu fahren, da selbst Engländer und Kapländer nur in limitierter Zahl und mit spezieller Erlaubnis der englischen Regierung nach dem Innern, insbesondere dem Transval reisen dürfen, gibt es Weisse —- Europäer — en masse dort, welche jede noch so schwere Arbeit anzunehmen bereit sind, ohne solche zu finden. Wohl werden jetzt Minenarbeiter aufgenommen, doch, das können nur Schwarze, Kaffern und sonstige eingeborene Stämme sein, da nur dj,ese dje^sctiwere, aufreibende Arbeit in den tausende Fuss tiefen Goldminen auszuhalten vermögen. Ergebenst Ed uard G laser.a Das neue Einwanderungs-Gesetz der Vereinigten Staaten von Nord-Amerika. Der Wert dieses jüngst beschlossenen Gesetzes hängt hauptsächlich von dem Geiste ab, in welchem es ausgeübt werden wird. Es legt der Einwanderung von Verbrechern, geständigen Anarchisten, geistig ungesunden und körperlich untüchtigen Personen Schwierigkeiten in den Weg. Es dehnt ferner die Zeit, in der Eingewanderte, welche eine öifentliche Last werden, aus dem Lande verwiesen werden können, von einem Jahre auf fünf aus. Die letztere Klausel ist besonders ungerecht, weil bei dem jähen Wechsel des Glücksrades gerade in Amerika ein Einwanderer durch vier Jahre Arbeit finden kann, um im fünften Jahre zu verarmen. Di-e hauptsächliche Neuerung des Gesetzes besteht in der Forderung des Bildungs-Nachweises. Es muss der Einwanderer imstande sein, in einer von ihm selbst (dem Immigranten) gewählten Sprache einige Zeilen der Konstitution der Vereinigten Staaten zu lesen : Der Akt sieht nicht vor, ob — wenn ein Familienvater diese Probe besteht — seine Frau und seine unmündigen Kinder in der Zulassung einbegriffen sind. Diese Lücke ist geeignet, Ursache grosser Härte bei Ausübung des Gesetzes zu sein. Es ist auch nicht vorgesehen, wie in dem Falle vorzugehen ist, wenn jemand bereits im Lande lebt, seine nachkommende Frau aber des Lesens unkundig ist. Das neue Gesetz wird die wahrscheinliche Wirkung haben, manche einwandernden Italiener. Ungarn, Slowaken und Ruthenen auszuschliessen. Auf die Juden wird es nicht Anwendung finden können, da es kaum einen männlichen jüdischen Einwanderer gibt, der nicht wenigstens desJüdisch- Lesens fähig ist. Da Jüdisch aber eine Presse und Literatur hat, muss es nach dem Gesetze als Sprache anerkannt werden. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. In der „Revue socialiste" erhebt sich endlich eine christliehe Stimme zugunsten der rumänischen Juden. Der Pariser Deputierte Mr. Eou'anet, derselbe, der im Mai 1899 mit glänzender Beredsamkeit zugunsten der algierischen Juden eingetreten ist, schildert in eingehender und wahrheitsgetreuer und daher grauenerregender Weise die Lage der Juden in Rumänien. Eine neue jüdische (Jargon-)Zeitung ist in New- York unter dem Titel „The Jewish World" erschienen. Mr. J. de Haas hat die Leitung inne. Das genügt, um die gut zionistische Tendenz des Blattes zu erkennen. Mr. Josef Jacobs, der bekannte Schriftsteller, redigiert den englischen Teil. Die erste Nummer ist sehr interessant und lesenswert. Wir rufen dem neuen Blatte ein kräftiges „Glückauf zu. Kol Midre von Hans K o e s s 1 e r, ord. Prof. der kgl. Musikakademie in Budapest. Nach zahlreichen Ausgaben kritisch revidiert und gesetzt für eine Solostimme mit gemischtem Chor. Süddeutscher Musik-Verlag, G. m. b. H., Strassburg i. E. Partitur M. 3.—. Nachdem die Literatur der SynagogaL-Musik an Novitäten selten etwas aufzuweisen hat, können wir diese kritische Ausgabe des „KolMdre* nur wärmstens begrüssen und empfehlen. Meine fünfundzwanzigjährige zionistische Agitation. Von Dr. med. K. Lippe. Herausgegeben vom Zionistischen Leseklub in Jassy. Der Erlös ist d em Nation alfon is gewidmet. Das freie Wort. Frankfurter Halbmonatsschrift für Fortschritt auf allen Gebieten des geistigen Lebens. Be gründet von Karl Sänger. Herausgegeben von Max Henning. Inhalt aus Nr. 8: «Zur religiösen Frage der Gegenwart" von Verus. „Die Polen in Galizien" von Roman Sembratowycz. „Aachener Heiligtümer" von R. „Der Zufall in der Kunst" von Dr. Eduard T.Mayer. „Indisches" von W. S a u er. Kleine Mitteilungen: „Alkohol und Herrenhaus". Zur Aachener Kaiserrede. Die „Jüdische Turn-Zeitung", herausgegeben vom jüdischen Turnverein „Bar Kochba" (Berlin) bringt ausser dem in unserer heutigen Nummer enthaltenen Artikel von Dr. Max N o r d a u folgen de fesseln de A ufsät ze: G. A., „Turnt auglichkeit". Richard Blum, „Das Turnen der Mädchen und Frauen." — „Aus der jüdischen Turnerwelx". — „Fürs praktische Turnen." Das Blatt verdient bei seiner Leitung und immer gutem Iahalt weite Verbreitung. Das Redaktionsbureau befindet sieh : Berlin, Gr. Hamburgerstrasse 13/14-, part. Preis jährlich 3 Mark.

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