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Die Welt · 1902-08-01 · 31 (1.8.1902) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
31 (1.8.1902)
Article
Die Erfolge der "Ica"
Date
1902-08-01
Page
10 (sequence 1)
Language
German
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Seite 10 „Die # Welt" Nr. 31 Die Erfolge der „ica" I. Argentinien. ' Ein russischer Reisender, welcher unlängst die jüdischen Kolonien in Argentinien besucht hatte, schildert im „Odesskij Listok" die Armut und die Verzweiflung der jüdischen Kolonisten in Argentinien mit düsteren Strichen. Die Ankunft des Russen in den Kolonien weckte in den jüdischen Kolonisten die Hoffnung, dass ein Abgesandter gekommen wäre, um ihnen Hilfe zu erweisen* Auf einem kleinen Bahnhofe wurde der Russe von den jüdischen Kolonisten erwartet. Aber gross war ihr Kummer, als sie erfuhren, dass der Russe bloss ein Tourist sei, der die jüdischen Kolonien in Argentinien besuchen will. Hoffnungslos senkten die Kolonisten die Häupter, erzählten aber ihrem ehemaligen Landsmanne ihre bitteren Erlebnisse in dem fernen Argentinien. 2. Die Schulen. Einem in der „Jüdischen Presse", einem Blatte, das doch nicht zu den Gegnern der „Ica" zählt, erschienenen Briefe aus Petersburg ist zu entnehmen, dass die von der „Ica" gegründete Handwerkerschule zu Petersburg sich als ihren Aufgaben nicht gewachsen erwiesen hat. In einem Aufsatze, welchen der russische Pädagoge II j i n in einem russischen Fachblatte neulich publiziert hat, wird erklärt, dass die von der „Jewish Colonization Assoziation" in Petersburg begründete Handwerkerschule mit ihrer fünfklassigen Vorbereitungsabteilung unzureichend ist. Auch der Verfasser des Briefes hat sogar von den Freunden der „Ica" sehr viel Ungünstiges über diese Schule gehört, welche mit allem Komfort ausgestattet, mit kostspieligen Maschinen und mit überaus teuren Lehrern versehen ist. Herr Iljin hat von den 40 Zöglingen bei seinem wiederholten Besuche der Schule einmal 17, ein zweitesmal gar nur 5 vorgefunden, ein Lehrer aber war beidemale in der Schule nicht anzutreffen.... N. G. Pepsooaloacb^icbiei)* Unser Gesinnungsgenosse Dr. Marceil Haber leid in Budapest verlobte sich mit Fräulein Ilonka K i s s. * In Paris fand zu gleicher Zeit die Verlobung eines Sohnes und einer Tochter des Gross-Rabbiners Zadoc Kahn statt. Sein ältester Sohn, M. Eduard Zadoc Kahn, verlobte sich mit der Tochter des M. Braun, Vizepräsident des jüdischen Wohltätigkeit-Amtes und Enkelin des verstorbenen Gross-Rabbiners S. Ullmann. M. Zadoc Kahns jüngste Tochter, Mlie. Helene Kahn, wird Herrn Julien Weill, den jüngst neugewählten Rabbiner von Versailles und Sohn des M. Emanuel Weill, Assistent des Gross-Rabbiners von Paris, heiraten. Kremsier. Der jüdisch-akademische Ferialverein „Ossid" teilt mit, dass Bb. Siegried Liebmann Dienstag den 21 d. M. zum Doktor der Rechte promoviert wurde. Troppau. Am 22. d. M. wurde im Festsaale der Universität in Wien der Rechtspraktikant beim k. k. Landesgerichte in Troppau Gg. Rudolf Schneeweiss zum Doktor beider Rechte promoviert. Oberbronn (Elsass), Freitag den 18. Juli erlitt die Judenheit des Elsass einen schweren Verlust durch den Tod des Herrn Bankiers Henry Cerf, Weissenburg. Derselbe war Jahrzehnte unbestritten der anerkannte Führer der Juden Elsass-Lothringens, stand überall auf der Warte, wo das alte tradtionelie Judentum zu verteidigen, zu schützen war. Er hat stets sein Wissen und Können und seine hohe soziale Stellung in den Dienst des Judentums gestellt, aber ganz anders als so viele andere jüdische Bankiers, immer nur im reinsten jüdischen Geiste wirkend. ^ribüi)«. Nadwörna, den 27. Juli 1902. Wenn unsere Gesinnungsgenossen der ganzen Welt mit der Einführung der Palästina- Esrogim sich ernstlich befassen und wenn dieser Verkauf auf gesunder kaufmännischer Basis organisiert wird, so ist zweifellos, dass unsere palästinensischen Kolonisten! alljährlich ihre Esrogim an den Mann bringen und so entwöhnt werden, an die Türen der AdministratiDnen anzuklopfen; dies wäre auch der-erste Schritt, der zu ihrer Selbständigkeit führen muss. Ich habe diesbezüglich einen Vorschlag, der geeignet ist, den Import des Esrogim aufs wesentlichste zu vereinfachen. Alier Vorrat an Esrogim soll von den Kolonisten an eine zionistische Korporation in Palästina (vielleicht -an das »Agronomisch-kuiturtechnisehe Bureau für Palästina" oder an den „Verein zur Wahrung der Interessen der Kolonisten") in Kommission übergeben werden. Es wird nun Aufgabe dieser Korporation sein, für diese Sache geeignete Reklame zu machen, Preislisten in der jüdischen Presse zu veröffentlichen und alle sonstigen nötigen Massregeln zu treffen. Pflicht aller Zionisten wird es sein, ihr möglichstes zu tun, dass in ihrem Wohnorte der Bedarf an Esrogim ausschliesslich von dieser Korporation gedeckt werden soll. Ein Vorfall, der hier im Vorjahre vorgekommen ist, verdient hier noch erwähnt zu werden. Ein hiesiger ,Esrogirn-Sochertt hat bei einer Triester Firma Palästina-Esrogim bestellt; es sprachen aber alle Anzeichen dafür, dass es keine palästinensischen waren. InAnbetracht der verhältnismässig kurzen Zeit bis zum nächsten Sukkothmuss die Sache so schnell als möglich in Angriff genommen werden, damit etwas Gedeihliches zum Wohle unserer Pionniere erspriessen soll. Mit Zionsgruss Ch. Kleinmann. * Jüdische Wähler! In der nächsten Zeit finden in Wien die Kultusgemeinde - Wahlen statt. Die Zionisten Wiens werden eine intensive Agitation entfalten. Zu diesem Zwecke findet schon Samstag den 2. August um 8 Uhr abends eine öffentliche Versammlung im Prater, Restaurant „zum schwarzen Bären" statt. Tagesordnung: Die Wichtigkeit der Kultusgemeinde-Wahlen für uns Juden. Gesinnungsgenossen, erscheint in Massen! Zugang am bequemsten durch die Prater-Hauptallee zwischen Nr. 5 und 8. Achtung! Jüdischo Handlungsgehilfen! Mittwoch den 6. August, 8 Uhr abends, findet im Restauraut des Herrn Isaak Kühn, IL, Rembrandstrasse 18, eine wichtige Besprechung betreffs Gründung einer grossen, jüdischen Handlungsgehilfen- Organisation statt. Wir bitten alle, die sich hierfür interessieren, bestimmt zu erscheinen. Mit kollegialem Grusse Die Einberufer. Anregungen für den Nationalfonds. Geehrter Herr Redakteur! Viele Gesinnungsgenossen erhalten'eine Menge von Posterlagscheinen. Nachdem dieselben, falls sie unbenützt sind, für den Kontoinhaber einen Wert von 2 K per hundert repräsentieren, so könnte dem Nationalfonds eine hübsche Summe zufliessen, wenn unbenützte Postsparkassen-Erlagscheine (z. B. von Prospekten, Probenummern von Zeitschriften etc.) gesammelt und an die Redaktion der „Welt" gesendet und von disser an die Kontoinhaber zum vollen Werte abgegeben würden. Mit vorzüglicher Hochachtung B. G. * Diejenigen Gesinnungsgenossen, die angeregt haben, gebrauchte Briefmarken zugunsten des Nationalfonds zu sammeln, werden gebeten, anzugeben, wo man diese Marken am besten verkaufen kann. Jüdischer Nationalfonds Das goldene Buch. Der' zweite Zionisten verein „Theodor Herzl" in Tiflis 10 Pfund Sterl. Ber Salomon, 44 Amhurst Str., L o n d o n, N. E., 10 Pfund Sterl. Josef Jankelsohn in Bloemfontein, Südafrika, 10 Pfund Steri

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