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Die Welt · 1902-07-18 · 29 (18.7.1902) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
29 (18.7.1902)
Article
Tlumacz [Nachricht] / Feuer, M. H.
Date
1902-07-18
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 29 ,Die 2** Weit6* Seite 11 arzt angewiesen ist, der infolge des Andranges kaum imstande ist, diese zu bewältigen. Daher geben wir hiermit bekannt, es möge sich einer unserer gesinnungsgenössischen Aerzte im diesen Posten, der für ihn die besten Aussichten bietet, bewerben. Moralische Unterstützung wird ihm nicht fehlen. Bedingungen: Politischer Zionist, ausgedehntes Wissen im ärztlichen Berufe, Kenntnis der Landessprache. Reflektanten können sich an unseren Verein „Tikwath Israel", zuhanden des Herrn Sch. Streit, Tlumacz, Galizien wenden. Im Namen unserer zionistischen Vereinsleitung: L. Inslicht. L. Schlesinger. S. Streit. M. H. F e u e r. * An die jüdischen Arbeitgeber! Zirka fünfzig jüdische Hutmachergehilfen sind derzeit in Wien arbeitslos und finden keine Stellung, weil sie Juden sind. Da es fast durchwegs tüchtige und verlässliche Arbeiter sind, so richten wir an alle Huterzeuger, Fabrikanten etc. die dringende Bitte, diesen Gesinnungsgenossen Arbeit zu verschaffen. Wir behalten uns vor, die Namen deijenigen jüdischen Hutfabrikanten, die „aus Prinzip" keine jüdischen Arbeiter beschäftigen, derOeffentlichkeit bekanntzugeben. Zuschriften in dieser Angelegenheit sind an Kollegen Salomon Friedländer, Wien, XX., Treustrasse 54, zu richten. Das Komitee zur Unterstützung der jüdischen Arbeitslosen. * Jüdische Radfahrer, Achtung! Ein jüdischer Radfahrer-Klub „Simson" ist in Wien in Gründung begriffen. Wirersuchen, Adressen von Radfahrern und Radfahrerinnen, die diesem Vereine beitreten möchten, dem vorbereitenden Komitee bekanntzu geben. Mit herzlichen Zionsgrüssen : SigmundHausmann, Wilhelm Berger, III., Dianagasse 8. IL, Gr. Pfarrgasse 12. Alfred Singer, XX., Wallensteinstrasse 7. Anregungen für den Nationalfonds. Das A.-C. erhielt von seinem Mitgliede Herrn Rabbiner Rabinowicz in Sopotzkin folgende Anregung: Sehr viele Vereine haben den Wunsch, sich in das Goldene Buch eintragen zu lassen, können aber nicht auf einmal 10 Pfund zahlen. Sammlungen nun, die in Vereinen zu diesem Zwecke oder ähnlichen Zwecken eingeleitet werden, führen gewöhnlich nie zum Ziele, da erfahrungsgemässim Vereinsleben täglich neueErfordernisse erwachsen, die dann mit allen vorhandenen Geldern ohne Rücksicht auf ihren Ursprung gedeckt werden. Wäre es nun nicht möglich, bei der Jüdischen Colonialbank für jeden Verein, der die Absicht hat, sich in das Goldene Buch eintragen zu lassen, ein eigenes Konto zu eröffnen? Die Vereine zahlen ihre Einzelbeträge an die Bank, die erst im Augenblicke der Vollzahlung die Gesamtsumme von 10 Pfund dem Jüdischen Nationalfonds zuführt. Das wäre eine grosse Erleichterung für die Vereine und würde dem Nationalfonds grössere Summen zuführen. Das A.-C. glaubt, diese Frage in zustimmenden Sinne beantworten zu können, da der Eröffnung von Spezialkontos nichts im Wege sein dürfte. Jedenfalls muss sich jeder Verein, der die Eröffnung eines Kontos für sich wünscht, mit seinem Ersuchen an das Direktorium der Jüdischen Colonialbank wenden, welches allein über die Bewilligung zu entscheiden hat. * In der vorletzten Nummer der „Welta war eine Anregung enthalten, dahingehend, dass jeder Zionist die Briefmarken der ihm zukommenden Briefe sammelt, dieselben seiner Ortsgruppe übergibt etc. In Wien haben einige Gesinnungsgenossen (Handelsangestellte) diesen Rat befolgt und im Verlaufe von zehn Tagen zirka 40.000 Briefmarken aller Länder gesammelt, die einen Wert von mindestens 80 Kronen repräsentieren. Die Gesinnungsgenossen in der Provinz, welche diesem Beispiele folgen, wollen die gesammelten Marken dem Unterzeichneten (per Post als „Muster ohne Wert0) einsenden. Hochachtungsvoll mit Zionsgruss Wilhelm Lustgarten Wien, IL, Rembrandstrasse Nr. 5. The Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Limited, London E. C. Bilanz per 30. Juni 1902. ACTIVA g s d £ s d Gassa: Lloyds Bank und Ba^r , .......... 4.^31 11 1 Depots mit fixen Terminen"............"Ü8.S72 1 3 Depots ohne ilxe Termine.............28.750 1 <> 57.(522 2 9 Diskontierte Wechsel............... VO.'ul 10?, Lombard-Vorschüsse............... 27.158 — 1) Eigene Effekten ß3U°lo Consois).......... 25.570 4 0 Correspondenten Nostro und Loro......... 39.695 1 Diverse Debitoren................. 4.S23 17 7 Vorschüsse an G-arantoren............ 5.518 8 11 Mobiliar etc.................... 4e«> —' H Stempel auf Inhabar-Certificate.......... 015 — 10 Gründlingsand Saldospeseu bei GeschäftserölTuurig 17.152 15 8 Ausgaben pro 1902................ .Ifi9 — 5 287.017 12 (> PASSIVA ' sß s d g s d ' £ s d Autorisiertes Capital: 100 Gründer- Actien ü g1 1.—........ 100 — — 1,999.900 Stamm-Actien ä g 1.— . 1,990.900 - — 2,0UO.OUO — - Eingezahltes Capital: a) Capital vollbezahlter Actien: 100 Grün - der-Actien ä £ 1.—...... 100 - — 235.235 Stamm-Actien ä g 1.— . 23R.2H5 — — 235.3155--- b) Reserve für verfallene Beträge . 5 757 13 11 c) Reserve für andere Zwecke . . 22.589 1 II 2(53.681 15 10 Reserve für Dubiose........ 800 ---- Accepte im Umlauf........ 1.158 7 — Conto-Gorrent-Creditoren, Corresp. JNostro und Loro....... 0.470 16 7 Diverse Creditoren........ 4.245 1 4 Garantiefonds........... 5.518 8 11 Einnahmeu(Zinsen, Provisionen etc.) 1902 5.743 2 10 287.617 lsJ 6 Korrespondenzen und Telegramme. Die Juden in Russland. Cherson. Die Zeitschrift „Jug" (Süden), ein orthodox russisches Blatt, entwirft ein herzbeklemmendes Bild aus dem Leben der jüdischen Kinder, welche in den Fabriken von Cherson arbeiten und ein erschreckendes Dasein führen. Das Blatt schreibt wörtlich: „Alle kaum den Kinderschuhen entwachsenen Mädchen, welche in den Bonbons¬ und Tabakfabriken, bei den Modistinnen und Schneiderinnen von Cherson arbeiten, könnten uns eine erschreckende Leidensgeschichte erzählen. Von jüdischen Eitern entstammend, welche einen verzweifelten Kampf ums Leben führen, müssen diese noch nicht entwickelten Kinder im Alter von zwölf Jahren in den Fabriken und Schneiderwerkstätten Anstellung suchen, wo sie, halbverhungernd, vom frühen Morgen bis in die späte Nacht hinein, vor den Feiertagen auch die Nächte hindurch, arbeiten. Hunger, übermässige Arbeit und antisanitäre Zustände vervoll-' ständigen das Zerstörungswerk. Die jungen Körper der „weissen Sklavinnen" halten diese schreckliche Arbeit kaum aus. Haben sie aber dies unmögliche Leben der „Lehrzeit" ausgehalten und ein Alter von 15 Jahren erreicht, so bekommen sie 2 bis 3 Rubel monatlich für eine 14stündige Arbeitszeit . .. Arme, unglückliche Kinder!" * Odessa. Die Handelsakademie zu Odessa gibtr wie die „Odesskija Nowostia melden, bekannt, dass sie den absolvierten Akademikern mosaischer Konfession keine Anstellungen verschaffen kann, weil die meisten Forderungen nach Handelsakademikern aus Gegenden stammen, wo den Juden der Aufenthalt nicht gestattet ist. Aus dieser Kund-

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