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Die Welt · 1902-07-11 · 28 (11.7.1902) · p. 8

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
28 (11.7.1902)
Article
Auszug aus dem Statut und aus dem Reglement
Date
1902-07-11
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8 tjMt-^WclP» Nr- 28 einer Schule oder Anstalt eingeschrieben ist, ohne Rücksicht auf seine religiöse oder politische Ueberzeugung. 11. Kap i tel. Ar tikel 60. Die auf der Versammlung zu verhandelnden Vorschläge müssen dem Präsidenten des Bundesrates zwei Monate vor Eröffnung der Versammlung gesandt werden, in ausserordentlichen Fällen J4 Tage vorher. Artikel 106, Dem Bundesrate gehören so viel Vizepräsidenten an, als Nationen beim Bund vertreten sind. Reglement. Artikel 42. Effektive Mitglieder können sein: a) die Eingeschriebenen an den Universitäten, Hochschulen oder höheren Instituten, die als solche vom Staate angesehen werden; b) die Verbindungen, Vereinigungen und Komitees von Studierenden (kollektive Mitglieder). Artikel 67, Jedes effektive Mitglied muss nach Beendigung seiner Studien den Senioren bei trag bezahlen (0.80 Mark). Artikel 72. Das Seniorenmitglied geniesst sämtliche (möglichen) materiellen, sowie die geistigen Vorteile des Bundes. Wien. („Bar Giora% Vereinigung jüdischer Hochschüler aus den südslavischen Ländern.) Die auf der Generalversammlung erfolgte Wahl ergab folgendes Resultat: Präses jur. Jochanan Th a u, Vizepräses jur. David Fuhrmann, I. Schriftführer jur. Leopold Schick, IL Schriftführer theol. et phil. Moritz L e v i, Kassier ing. Milan Rosenberg, Bibliothekar jur. Marko Leitner, Ersatzmann med. Alexander Deutsch. Die Adresse des Vereines ist: Jüdisch-akademische Vereinigung „Bar Giora", Wien, L, Universität. Anregungen für den Nationalfonds. Sämmtliche zionistische Vereine mögen sich kleine Stampiglien mit der Aufschrift „ Gedenket des Nationalfonds" anfertigen und die Nationalfondsmarken bei Gebrauch damit Überdrucken (wie es das A.-C. bereits tut). Dadurch wird der agitatorische Wert der Marken bedeutend erhöht. •Mit Zionsgruss Karlsbad. Franz Steiner. Jüdischer Nationalfonds Das goldene Buch. Zionsverein in Lissitschansk, Gouv. Ekaterinoslaw 95 Rubel. Correspondenzen und Telegramme. Die Juden in Russland. Riga. Wie der halbamtliche „R i s c h s k i j W j e s tnik" („Rigaer Bote") meldet, wurden kürzlich in Riga 102 Juden festgenommen, welche das Wohnrecht in der Stadt nicht besitzen. Da die Festnahme der Juden nach Mitternacht erfolgte, so wurden die Inhaftierten dem Polizeigefangenhause übergeben, wo sie bis 5 Uhr des nächsten Tages verbleiben mussten. Um diese Zeit wurde ihnen die Ordre zugestellt, die Stadt sofort zu verlassen. Auch jüdische Köchinnen und Stubenmädchen, welche bis jetzt in Riga frei leben durften, werden nunmehr ausgewiesen, während einige Polizei-Bezirksleiter den Juden auch nicht gestatten, christliche Dienstboten zu halten. Gleichzeitig wurde in diesem Jahre die Verfügung getroffen, den Juden den Aufenthalt in den in der Nähe von Riga liegenden Kurorten Majorenhof, Karlsbad, Dubbeln etc. nicht zu gestatten. Petersburg. Die Petersburger städtische Schulkommission hat vor kurzem einen jüdischen Arzt zum Schularzt ernannt, der Gemeinderat von Petersburg als oberste Instanz hat jedoch, wie nunmehr bekanntgegeben wird, diese Ernennung annulliert. Die Vorstellungen des Vorsitzenden des Schulrates, Herrn Potj eckin, gegen die Annullierung wurden vom Gemeinderate zurückgewiesen. Der Schulrat gedenkt, wie die Petersburger Blätter melden, die Sache dem Stadtrate zu unterbreiten, * Radomysl. Der Direktor der städtischen Schule von Radomysl hat, wie die Zeitschrift „Wolbyn" meldet, heuer die Verfügung getroffen, Juden zu der am 13. Juni stattgefundenen Schlussfeier in das Schulgebäude nicht einzulassen. Sämmtliche Eltern der jüdischen Schülerinnen mussten dem Schlussakte fernbleiben, wiewohl sie in materieller Hinsicht von der Schulleitung oftmals in Anspruch genommen wurden. Charakteristisch ist, dass die jüdische Gemeinde von Radomysl aus ihren Privatmitteln jährlich den Betrag von 300 Rubeln zur Erhaltung dieser Schule zahlt. * Tiflis. Eine lehrreiche Gerichtsverhandlung fand gegen Mitte Juni in Tiflis statt. Der ehemalige Polizeimeister von Kutais, Oberst Simonow, stand unter der Anklage, 25 jüdische Häuser in der Judengasse zu Kutais willkürlich demoliert zu haben. Der Anklageschrift ist zu entnehmen, dass Oberst Simonow mit Polizei- und Feuerwehrmännern plötzlich in der Judengasse von Kutais auftauchte und den Befehl erteilte, in 25 Häusern die Stiegen zu demolieren und die Verbindung mit den oberen Stockwerken abzuschneiden. Wie der „Tiflisskij Listok" meldet, f wurde Oberst Simonow freigesprochen. * Kursk. Im Stadttheater zu Kursk gelangte unlängst zur Aufführung das inRussland bekannte antisemitische Schauspiel „Die Söhne Israels", dessen Verfasser ein jüdischer Renegat, namens Litwin ist. Der russische Lehrer Kokolin und der in Kursk lebende Montenegriner F a t i e demonstrierten gegen die scharfen Ausfälle des Stückes gegen die Juden und erklärten laut, dass das Schauspiel geeignet sei. die herrschende Feindseligkeit gegen die Juden zu verschärfen. Das Bezirksgericht sprach diese zwei Menschen schuldig und verurteilte sie zu einer Freiheitsstrafe von sieben Tagen. * Nowo-Konstantinow (Gouvernement Podolien). Ein Korrespondent entwirft im „Woskhod" ein äusserst tristes Bild von dem ökonomischen Leben der Juden von Nowo-Konstantinow und der angrenzenden Städte. Darnach soll die Armut unter den Juden erschreckend zugenommen haben. Viele Zweige der Industrie und des Handels, welche den Juden einst bescheidenes Auskommen gewährten, sind jetzt gänzlich niedergegangen; das Handwerk aber wirft infolge der Konkurrenz nicht einmal trockenes Brot zum Sattessen ab. Diese Armut erfährt noch dadurch eine Steigerung, dass viele aus den Dörfern ausgewiesene Juden nach den kleinen Städten strömen und dadurch die Armee der Bettler vermehren ... Jaffa. Die Kommission zur Lösung der Arbeiterfrage Palästinas in Jaffa schreibt: „Wir erachten es als Pflicht, Ihnen von Zeit zu Zeit über die Tätigkeit unserer Kommission Bericht zu erstatten. Zuvörderst wollen wir Ihnen über Tendenz und Zweck unserer Kommission Näheres mittheilen. Unser Hauptzweck ist, die so akut gewordene Arbeiterfrage bei ihren Wurzeln zu erfassen, die Spuren dieses Uebels zu verfolgen und über die Möglichkeit einer gründlichen Lösung zu beraten. Es ist selbstverständlich, dass eine solche Arbeit,

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