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Die Welt · 1902-06-27 · 26 (27.6.1902) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
26 (27.6.1902)
Article
Lodzer Rayonskonferenz
Date
1902-06-27
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite 12 »Die #:WeItw Nr. 26 ausgeliefert werden; jeder Verein muss spätestens drei Monate nach dem Kongresse den die Schekel sämmtlicher Mitglieder inkludierenden Betrag einzahlen; ferner müssen die Vereine für die Schekel spezieile, übersichtliche Bücher führen; zwecks Erzielung einer schleunigen Ablieferung der Schekelgelder seitens der Sammelnden wäre die Reduzierung der Zahl der Schekelblocks auf 3—5 erwünscht. Herr Horodischz referiert über den Nationalfonds. Herr Dreisenstock hat in einem längeren Referate über Agitation die zur letzteren führenden Wege erschöpfend vorgezeichnet. Die Conferenz hinterliess einen starken Eindruck auf die Anwesenden. Die zähe Hingabe an unser Volksideal und der Drang nach Taten, die die Delegierten kennzeichneten, sind gerade darnach angetan, uns zuversichtliche Hoffnungen für die Zukunft einzufLössen. M. Jahrblum. Die zionistische Bewegung in Odessa. Odessa, 19. Juni. Die zionistische Organisation in Odessa besteht aus 47 Vereinen, deren Mitgliederzahl 1887 beträgt. Alle diese Vereine stehen unter der Leitung eines siebenundvierziggliedrigen Komitees, dem die Vorsitzenden sämmtlicher Vereine angehören. Präsident des Zentralkomitees ist Dr. S a p i r, Sekretär Herr Bronstein und Schatzmeister Dr. Dorfmann. Die Tätigkeit aller Vereine ist in vier Kommissionen konzentriert und zwar in der Nationalfonds-Kommission, in der Sehekel-Kommission, in der Bibliotheks-Kommission und in der Organisations-Kommission. Ausserdem besteht noch ein Klub für den Verkauf der Aktien der Jüdischen Kolonial-Bank, dessen Leiter Dr. Dorfmann ist. Während seines einjährigen Bestandes hat der Klub Einzahlungen für bereits verkaufte und für neuverkaufte Aktien im Betrage von 10.000 Rubeln einkassiert. Die Jahresbilanz wird demnächst fertiggestellt werden. Die Höhe der einkassierten Schekelzahlungen beträgt 1000, die Summe der für Nationalfondsmarken eingebrachten Gelder 900 Rubel. Die Vereine tragen ihre Namen in das goldene Buch ein. Bis jetzt figurieren im goldenen Buche folgende Vereine: „Theodor Herzl", „Bene-Zion", „Nopheth-Zion Brüder Marmorek8, „B e n e - C h a n a" und der Verein ,Codcordia". Die Vereine unterstützen tatkräftig die von Temk in und Dr. S t e i n herausgegebene „Zionistische Rundschau". Die ersten 200 Exemplare dieser Zeitschrift wurden in drei Tagen vergriffen. Ständige Abonnenten zählt die Zeitschrift 60. Die Vereine beziehen die Journale „Die Welt", „Ost und West", „Woskhod" und „Budutschnostj". Brief aus Kroatien. Langsam aber sicher schreitet auch hier in Agram die Idee des jüdischen Nationalismus fort. Wie überall, findet sie ihre Vorkämpfer in der Jugend. Seit etwa vier Jahren besteht hier ein literarischer Verein der jüdischen Mittelschuljugend, der selbstverständlich allen jüdischen Schülern zugänglich ist. Es werden Vorträge aus allen jüdischen Gebieten gehalten, Vorträge über und wider den Zionismus. Zu bedauern ist es nur, dass der Protektor des Vereines, der Rabbiner, bemüht ist, die Begeisterung, die oft ein Redner durch warmes Eintreten für die jüdische Sache hervorruft, zu dämpfen. In Wien gründeten jüdische Akademiker eine Vereinigung jüdischer Hochschüler aus den südslavischen Ländern unter dem Namen „Bar Giora", die sich zur Aufgabe gemacht hat, den jüdisch-nationalen Gedanken im Süden, vornehmlich in Kroatien und Bosnien, zu fördern. Gleiche Ziele verfolgen einige Akademiker auf der Universität in Agram, die ebenfalls nun zur Gründung eines Vereines schreiten. Für Sonntag den 29. d. M. haben diese Vorkämpfer eine grosse Versammlung einberufen und es ist sicher zu erwarten, dass sich fast alle jüdischen Akademiker anschliessen werden, da der Verein den Zuständen entsprechend auf liberaler Basis aufgebaut werden soll, das heisst, er soll auch jene Akademiker aufnehmen, die noch nicht jüdisch-national fühlen. Der Verein hat die Aufgabe, jüdisches Gefühl in die Jugend zu pflanzen und sie durch jüdische Lektüre und jüdische Bildung zum Judentum zurückzuführen. Wir wünschen den Gründern die besten Erfolge und erwarten von diesem ersten und einzigen jüdisch-akademischen Bunde auf kroatischem Boden, dass er sich lebensfähig zeigen und gut jüdisch wirken wird. J. Th. Voranzeigen. Wien. („V erein jüdischer jugendli cherA rbeiter". Centrale Wien, IL, Rembrandtstrasse 18. (Ortsgruppe Leopoldstadt) Rembrandtstrasse 18 (Restaurant Kühn) Sonntag 29. Juni 7 Uhr Vereinsabend mit Vortrag des Kollegen Samuel Strauss: „Heinrich Heine und seine Beziehungen zum Judentum". Gäste willkommen. (Zahlstelle Brigittenau.) Sonntag 29. Juni 10 Uhr vormittags Vereinsversammlung im Hannabräu-ColosseumXX., Klosterneuburgerstrasse 33. Tagesordnung: „Warum organisiert sich die arbeitende Jugend?" Gäste willkommen. Zuschriften sind an Kollegen Geza Kling er, Klosterneuburgerstr. 33, zu richten. (Zahlstelle Aisergrund - W ä h r i n g.) Sonntag 29. Juni Uhr nachmittags im Kongressbureau IX., Türkenstrasse 9, Diskussion über: „Lehrlingsschutz". Referent Herr Josef Meisl. Gäste willkommen. Prag. Der Verein jüdischer Handelsangestellter hat seinen Sitz ins Cafe Raudnitz, Altstädter- Ring, verlegt. Berichte. Oesterreich-Ungarn. Krakau. Dsr jüdisch-akademische Verein „Przedswit- Haschachar" aus Krakau gibt allen Freunden und Bekannten die tiefbetrübende Nachricht, dass sein geliebtes Mitglied cand. iur. Ignaz Lamensdorf Samstag den 21. 1. M. nach kurzem qualvollen Leiden im Alter von 24 Jahren verschieden ist. Wien. („Vereinigung zionistischer Hochschüler".) Samstag, den 21. Juni hielt Bundesbruder stud. phil. Abraham Robinsohn einen Vortrag über „Achad- Haam und der Zionismus". Referent setzte den Standpunkt Achad-Haams gegenüber den Bestrebungen des politischen Zionismus und in der Kulturfrage auseinander. Er wies insbesondere darauf hin, wie irrig die vielfach verbreitete Meinung sei, Achad-Haam verlange die Trennung der Judenfrage von der Frage des Judentums. Achad- Haams Standtpunkt ist vielmehr aus seiner Ueberzeugung zu erklären, dass die weiteren Ziele des Zionismus ohne eine vorhergegangene geistige Reorganisation des jüdischen Volkes nicht erreicht werden können, d. h. mit anderen Worten, er verlangt „die Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Judenland". Achad-Haam unterscheide sich von denjenigen, die ebenfalls diese These verfechten, nur durch die Beharrlichkeit und Tiefe, mit der er diesen Standpunkt vertritt. Zum Schlüsse kommt Referent auf den EinfLuss Achad-Haams auf die neuhebräische Literatur zu sprechen und weist auf die Notwendigkeit hin, eine Gesammtausgabe der Schriften Achad-Haams in deutscher Uebersetzung zu veranstalten. An der Diskussion beteiligten sich die Gesinnun%sgenossen Abraham Herszlikiewicz, Schorr, Segall, Strauss, Dr. Zweig, Zwillinger und Frl. Sara Rabbinowicz. Deutschland. Breslau. In der akademisch-zionistischen Verbindung „Makkabäa" wurde der Schekeltag unter reger Beteiligung durch einen Kommers gefeiert. Stud. jur. Auerbach begrüsste die Gäste; Herr Redakteur Gottschalk sprach über die Bedeutung des Schekeltages, der Präses über jüdische Festtage. Cassel. Am 2. Juni hielt unsere Ortsgruppe ihre erste gut besuchte Monatsversammlung ab. Herr Dr. K o r e f referierte über das Projekt der B el ki n d'schen Nationalschule und empfahl dasselbe zur weitgehendsten Unter-

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