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Die Welt · 1902-06-13 · 24 (13.6.1902) · p. 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
24 (13.6.1902)
Article
Beiträge zur Kenntnis Palästinas
Date
1902-06-13
Page
7 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 24 „Die # Welt^ aeue / entweder frisch verzehrt werden oder aber, in eine Art Mus verwandelt, unter dem Namen Kamardin weit hin ausgeschickt werden und in dieser Form namentlich für den ofthungernden Beduinen einen göttlichen Leckerbissen bilden. Würde das Dorf nicht schon seinen gegenwärtigen sehr anmuthigen Namen besitzen, den man sich nicht mehr abgewöhnen kann, so würde man sich versucht fühlen, es Um-el-Muschmusch (Mutter der Aprikosen) zu nennen. Wir haben die Art der Cultur dieser Bäume als routiniert bezeichnet, da der Auslese von Arten, der Beschnei düng, der zweckmässigen Pfropfung keine Aufmerksamkeit zugewendet wird. Wenn ein Baum zufällig schönere Früchte oder solche in grösserer, den Durchschnitt übertreffender Menge liefert, so spricht davon das ganze Dorf, man bewundert den Baum, seine Reputation wird über den grünen Klee gelobt, aber man gibt sich keine Mühe, mit seinen Zweigen die anderen Bäume zu pfropfen, man hält es für unnütz: denn „Il-cheir-min-Allah", das Gute kommt von Gott. In gleicher Weise geben sich die Araber wohl davon Rechenschaft, wenn das Rieselungswasser durch einen Misthaufen, wie man sie in allen Dörfern in grosser Zahl sieht, fLiesst und, von allen löslichen Elementen des Düngers gesättigt, auf diese Weise fruchtbar wird. Wenn es sich aber darum handelt, diesen Mist, rings um die Bäume zu streuen um die ganze Pflanzung davon Nutzen ziehen zu lassen, so ist so etwas geradezu unerhört. Auch die Beschneidung ist vollkommen unbekannt. ^ibüne. Jüdischer Verlag, Berlin. Ueber Beschluss des leitenden Comites des Jüdischen Verlages in Berlin wird hiermit zur Kenntnis gebracht: Das Vorrecht, wonach die jüdischen Vereine, welche als Corporationen subscribieren, für den einfachen Subscriptionsbetrag jede Erscheinung des Verlages in 2 Exemplaren erhalten, bleibt nur den Vereinen gewahrt, die bis zum 1. August d. J. (dem Erscheinungstermin des ersten Verlagswerkes) ihren Subscriptionsbetrag erlegt haben. * Richtigstellung. Der Schriftführer des „Niederländischen Zionistenbundes" heisst richtig E. Slyper (AmsterdamN., Prinsengr. 15). P. N. Anregungen für den Nationalfonds. Herr Dja Piter aus Dwinsk macht folgende Anregungen für den Nationalfonds: 1. Während zionistischer Vorträge und Referate, die in Synagogen oder Privatlocalen gehalten werden, soll das Entröe nur gegen Vorzeigung einer Anzahl zu diesem Zwecke gelöster Marken des Nationalfonds gestattet sein. 2. Es wäre wichtig, specielle zionistische Organisationen ins Leben zu rufen, die durch Wort und That den Verkauf von Nationalfonds-Marken zu fördern hätten. 3. Es wäre nöthig, durch zionistische Vorträge, Proclamationen, Flugschriften u. s. w. der Volksmasse das Wesen und die grosse Bedeutung des Fonds fürs jüdische Volk, der ja als letzte und Hauptinstitution der zukünftigen Grosscolonisation des Heiligen Landes erscheint, auseinanderzusetzen. Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. Verein *Erez Israel" in Braila 240 Kr. (bereits im Spendenverzeichnis der Nr. 19 ausgewiesen). Richtigstellung. Herr Dr. . Schaff er in Baltimore ersucht uns richtigzustellen, dass die in Nr. 11 ausgewiesene Spende von 10 Pfd. Sterling nicht im eigenen Namen, sondern im Namen des Vereines „ZionÄ in Baltimore erfolgt ist. Genannter Verein wird demnach in das „Goldene Buch" eingetragen. Correspondenzen und Telegramme. London. Einer Einladung der vom englischen Parlamente eingesetzten Commission zum Studium der Fremden-Einwanderung in England (Royal Commission on Alien Immigration) folgend, reiste Dr. HerzI nach London, um sein Gutachten in der Frage der Fremden- Einwanderung abzugeben. Donnerstag den 12. d. M. hätte Herr Dr. H e r z 1 vor der Commission erscheinen sollen. Der jähe Tod seines Vaters zwang ihn, sofort nach Wien zurückzukehren. Er hat seine Darlegung der Commission vorläufig nur schriftlich übergeben. Rogatschew, Gouvernement Mohilew. (Feuersbrunst.) Der grossen Feuersbrunst, welche die im Gouvernement Minsk liegende Stadt Bobruisk vernichtete und tausende von jüdischen Familien brot- und obdachlos gemacht hat, folgt nun auf den Fuss die Einäecherung der am Ufer des Dnjepr liegenden schönen Stadt Rogatschew. Wie ein Telegramm der „Moskowskija Wjedomosti" meldet, hat die in Rogatschew am 5. d. M. ausgebrochene Feuersbrunst alle Magazine, Geschäfte und mehr als 500 Wohnhäuser eingeäschert. Fast alle Abbrändler sind Juden, welche bei der Katastrophe ihr ganzes Hab und Gut eingebüsst haben. Wie zu erwarten ist, befinden sich die Abbrändler in grosser Nothlage. Sie campieren unter freien Himmel, haben nicht einmal Brot genug, um den Hunger ihrer Kinder zu stillen. Wie das russische Blatt bemerkt, ist die Lage der Unglücklichen eine verzweifelte. Einzelheiten über die Katastrophe von Rogatschew liegen jedoch noch nicht vor. Jaffa, 20. Mai. Dieser Tage haben sich wieder 33 junge jüdische Landarbeiter und Handwerker nebst 17 Frauen und 20 Kindern im hiesigen Hafen eingeschifft, um sich nach allen Theilen der Welt zu zerstreuen. Es war ihnen trotz ihrer Befähigung und ihres Arbeitseifers, worüber sie schriftliche Zeugnisse von Colonial-Beamten der„ Icau besitzen, trotz langjähriger angestrengter Bemühung nicht möglich, hierzulande auf einen grünen Zweig zu kommen. So gehen dem Lande fortgesetzt durch die Unvernunft der Administration unserer Colonien die wertvollsten Kräfte verloren, während immer neue Scharen von Siechen und Greisen einwandern, um am Hungertuche der Chaluka zu nagen, bis sie ihr Ziel, den Tod auf heiligem Boden, erreicht haben. Soll Jerusalem und ganz Palästina wirklich zu einem wandelnden Beinhause, zu einer Sammlung lebender Skelette herabgewürdigt werden? In der Administration der Colonien herrscht grössere Zerfahrenheit und Willkür als je. Die Colonisten können die Worte des Klageliedes auf sich anwenden: „Knechte beherrschen uns"* denn wenn sie ein noch so berechtigtes Anliegen vorbringen} so heisst es jedesmal: „Ja, wir sind nur Diener der „Ica* und haben keine Instructionen." Wenden sie sich aber direct nach Paris, so erhalten sie in besonders günstigen Fällen nach Monaten eine Antwort, die so stark verclausuliert ist, dass keiner daraus klug werden kann. In der Regel erhalten sie gar keinen oder einen schroff abschlägigen Bescheid. Manche ziehen es vor, die beschwerliche Reise nach Paris zu unternehmen, um in Fragen, die ihre Lebensexistenz betreffen, klaren Bescheid zu erwirken. Und auch diese können von Glück reden, wenn sie nicht mit zwei-

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