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Die Welt · 1902-05-16 · 20 (16.5.1902) · p. 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
20 (16.5.1902)
Article
Nordmährerbund
Date
1902-05-16
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 20 >Dte $ Wel^- Seite 11 Säuberung des Bundes von den asiatischen Eindringlingen" verlangt, begründet der andere Theil, darunter die Bundesleitung, seinen gegenteiligen Standpunkt nur damit, dass es noch nicht opportun sei, sie auszuschliessen, da man ihre materielle Unterstützung nicht entbehren könne.. Hierbei werden die Juden von ihren Freunden als „deutschfreundlich Gesinnte anderer Nationalität" bezeichnet. Aber diese Juden sind und bleiben blind ... \ - __n__ Bukarest. Aus verschiedenen Orten der Provinz erfahre ich soeben, dass Agenten der Regierung ein Manifest den dortigen Juden zur Unterzeichnung vorlegen, in dem alle Behauptungen wegen befürchteter Schädigung durch das Hand werker gesetz und wegen angeblicher Aus wand erungsgelüste der jüdischen Berölkerung widerrufen werden sollen. In. diesem Manifest werden alle derartigen Behauptungen der ausländischen Presse für Lügen erklärt. Nach meinen Informationen weigern sich jedoch die Juden an den meisten Plätzen, trotz der Pression der Regierung, dieses Manifest zu unterschreiben. Man wird sich erinnern, dass im Jahre 1900 die damalige rumänische Regierung denselben Kniff anwandte, um die Wahrheit zu verschleiern. Wel^übFOi)^. Die Nationalbibliothek in Jerusalem. In dem neuerbauten Heim der von unserem Gesinnungsgenossen Dr. Josef Chasanowitz aus Bialystok in Jerusalem begründeten jüdischen Nationalbibliothek wurde dieser Tage der tiöte Flügel fertiggestellt und der öffentlichen Benützung übergeben. Dieser Flügel umfasst vier Säle, nämlich einen Vorraum und eine grosse Lesehalle im Erdgeschosse und einen Vorraum sowie ein Bibliothekszimmer im ersten Stock. Es sind noch zwei Tracte auszubauen, doch lässt der SJufluss von Geldern viel zu wünschen *übrig, und das geschäftsführende Comite hat daher mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es steht zu erwarten, dass in gesinnungsgenössischen Kreisen der Nationalbibliothek in Jerusalem mehr Interesse als bisher zugewendet werden wird. (Die Administration der „Welt" nimmt bekanntlich Spenden für die Nationalbibliothek entgegen.) Ein irischer Führer über den Zionismus. In einem Artikel, betitelt : „Die Judenfrage und die zionistische Bewegung", welche jüngst in einer englischen Revue erschienen ist, schreibt Mr. F. Hugh O'Donnel, der bekannte irische Führer: „Ich spotte nicht über die Motive, welche Dr. Herzl und Israel Z an g will leiten. Sie lieben das Land ihrer Väter und ihre Rasse. Ich liebe die meinen. Warum sollte das heiligste Gefühl, welches die menschliche Brust hegt, minder heilig sein bei den Kindern jenes Stammes, welcher die alte Kirche war . . . „Helft uns die sich verlierenden Scharen unserer Brüder in Palästina wieder anzusiedeln!*1 ist der Ruf der Herzl und Z angwill an die Finanzkönige ihrer Rasse. Der christliche Zuschauer muss den Ernst der Krise bestätigen und kann bei der Art eines solchen Appells nicht ungerührt bleiben." Ein jüdischer Biidhauer. In dem heurigen Pariser Salon ist eine Büste von Israel Z a n g wi 11 vom amerikanischjüdischen Bildhauer Leo Mielziner ausgestellt. Es ist eine ungemein lebenswahre Auffassung des berühmten Dichters, wie sie nur ein Künstler bieten kann, der den Charakter seines Modells durch jahrelangen Verkehr gründlich erfasst hat. Zangwill blickt nicht wie auf den Photographien durch Gläser, sondern diese sind weggelassen, und das Auge blickt sinnend in die Ferne, als ob er über das Geschick und die Zukunft seines Volkes nachdächte. Die Büste ist dabei sehr ähnlich und lässt die Liebe merken, die der Künstler für sein Werk hatte. Sie hatte im Salon viel Erfolg und wurde sehr bewundert. Ausser Zangwills Büste hat der Bildhauer noch eine andere ausgestellt, die die strengen Züge des Nestors der amerikanischen Juden, Rabbiner Isac H. Weiss, trägt. Der Künstler ist der Sohn des Dr. Miel ziner, Vorstande des „Cincinnaesti Hebrew Union College8. Die Juden in Warschau. Amtlichen Zählungen gemäss betrug die Zahl der jüdischen Einwohnerschaft Warschaus am 1. Jänner d. J. 262.824 Seelen bei einer Gesammtbevölkerung von 736.625 Seelen. Feuersbrünste. In den Judenvierteln der russischen Städte Bobrujsk (Gouvernement Minsk), A n i x t und Poswalj (Gouvernement Kowno) sind vorige Woche grosse Schadenfeuer ausgebrochen und haben ungeheure Verwüstungen angerichtet. In Bobrujsk wurden zwei Drittel der Stadt verwüstet. Der Schaden beträgt viele Millionen Rubel. Innerhalb eines Zeitraumes von einem Jahre war dies die zweite grössere Feuersbrunst in Bobrujsk. In Anixt sind über 300 Häuser — nahezu die ganze Stadt — ein Raub der Flammen geworden. In Poswalj giengen 60 Häuser darunter viele Synagogen und öffentliche Gebäude, in Flammen auf. Die russisch-jüdischen Blätter entwerfen herzzerreissende Schilderungen von dem Elende der Abbrändler. In vielen Städten haben sich Hilfs-Comites gebildet, die Geld- und Lebensmittel nach den Schauplätzen des Unglücks absenden. Die Zukunft der Juden in Südafrika. Die Lage unserer Brüder in Sudafrika wird sich voraussichtlich unter englischer Herrschaft weitaus günstiger gestalten, als unter dem Regime der Boeren, „Jewish Chronicle" veröffentlicht eine Unterredung seines Correspondenten mit dem Rabbiner Dr. Herz aus Johannesburg, der sich sehr hoffnungsfroh aussprach. Die russischen Juden in Transvaal wissen sich, nach der Ansicht des Rabbiners, vortrefflich den Lebensbedingungen anzupassen und bringen dem Lande mannigfachen Nutzen. Wohl gibt es einen Antisemitismus in Südafrika, allein Rabbiner Dr. Herz glaubt nicht, dass er sich entwickeln werde. Vor dem Kriege gab es in Südafrika 25.000 Juden, davon im Transvaal 16.000, in der Cap-Colonie etwa 7500, 4 während der Rest zerstreut in Rhodesia, Natal und den übrigen Gebieten lebte., Es versteht sich von selbst, dass die Juden unter den Folgen des Krieges sehr gelitten haben, doch sei die Hoffnung berechtigt, dass sie mit der Wiederherstellung der Ruhe ihre alten Positionen zurückgewinnen und einer günstigen Entwicklung entgegengehen werden. Die Zahl von 25.000 Juden unter einer nichtjüdischen weissen Bevölkerung von 850.000 Seelen sei durchaus nicht gross, und die südafrikanischen Gebiete könnten daher nach Beendigung des Krieges eine jüdische Zuwanderung sehr wohl vertragen. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Preisausschreibungen. Der „Verein zur Verbreitung von Aufklärung unter den Juden in Russland" schreibt folgende Preise aus :1. Zwei Preise zum Andenken an den verewigten Josua Zeitlin im Betrage von je 430 Rubeln: a) für das beste hebräische Buch über die Geschichte des jüdischen Volkes und seiner Literatur; b) für das beste hebräische oder russischeBuch über dieGeschichte der Volkspredigt in Russland und Polen von den ältesten Zeiten bis zu den Tagen des Gaons vonWilna. 2. K. W. Wissotzk y'scher Preis im Betrage von 500 Rubeln für die beste hebräisch geschriebene MonoRraphie über dieGeschichte irgendeinerjüdischenGemeinde oder über dieLeb ensgeschichte irgendeinesGrossen inRussland und Polen. 3. Die Zinsen der H. Rabbinowitz- Stiftungals Preis für irgendeine populär-wissenschaftliche Schrift in hebräischer Sprache. Büchereirtlauf. bKwröKp aim ,8 ns-ian ♦D^naan nn:ö -»mba bnß* 1 dvö pvmn tu &n pa& nm pimmtö /p-wib *öd .1902 tpfcnKö 31 "ip (Joint Share-Clubs, Head office: 3, Commercial St., E. First Annual Report and Balance Sheet. From April Ist 1901 tili March 3tst 1902. — London, 1901).

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