Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 20 (16.5.1902)
- Article
- Thesen zum Referate: "Stellungnahme zu den Congressen"
- Date
- 1902-05-16
- Page
- 9 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. - 20 J0ie jfc W@It66 Seite 9 c) Bestimmung der Mitglieder in das grosse A.-C. d) Die Programmpunkte des Congresses müssen in der Vorconferenz discutiert werden, um die Stellungnahme der österreichischen Landes-Organisation zu den einzelnen Punkten zu präcisieren. 3. Das österreichische L.-C. muss für zahlreiche Beschickung des Congresses rechtzeitig Vorsorge treffen. a) VordemCongresse haben sämmtlicheOrganisationen öffentliche Versammlungen, Vereinsversammlungen undDiscussionsabende zu veranstalten, um die jüdische Bevölkerung über die Wichtigkeit der Congresse für das jüdische Volk, respective für die Lösung der Judenfrage aufzuklären. b) Die Parteipresse hat über die einzelnen Punkte der Tagesordnung informative Artikel zu bringen. c) Der Congress soll nicht besucht, sondern beschickt werden. d) Um den tüchtigsten unserer Gesinnungsgenossen zu ermöglichen, den Congressen beizuwohnen, haben die Organisationen für die Reisespesen der Delegierten Sorge zu tragen. 4. Die Wahlbezirke für die Delegiertenwahlen zum Congresse werden von den D.-C. gebildet und die Wahlen nur vom D.-C. geleitet. Die in Oesterreich gewählten Delegierten müssen einer der österreichischen Organisationen angehören. 5. Die österreichischen Delegierten haben sich während der Tagung des Congresses als Landsmannschaft zu constituieren, und leitet ein von den. Delegierten gewählter Obmann die Geschäfte. 6. Die Obmänner der österreichischen D.-C. werden durch die Vertreter der österreichischen Landsmannschaft dem Congresse ins grosse A.-C. vorschlagen. 7. Die Congressdelegierten haben nach Thunlichkeit in Versammlungen über den Verlauf des Congresses zu referieren. 8. Die Organisationen sind verpflichtet, sich mit dem Studium und der Discussion der Congressprotokolle zu beschäftigen. 9. Der Obmann der österreichischen Landsmannschaft im A.-C. hat dem L.-C. Bericht über die Thätigkeit des grossen A.-C. zu erslatten. 10. Die D.-C. respective die einzelnen Organisationen haben, um für die Colonialbank etwas Positives zu leisten, Shares-Clubs nach Muster der bereits bestehenden zu gründen. 11. Für den Nationalfonds soll bei jeder Gelegenheit gesammelt werden. ^>i*ibiii)e. Herr Dr. A. Elias, Mühlhausen i. E. ersucht alle Vertrauensmänner in den einzelnen Städten, ihm das Resultat der Alliance-Wahlen umgehend bekanntzugeben. * Köln, den 9. Mai 1902. Das Central - Comite der Zionistischen Vereinigung für Deutschland theilt mit, dass die Sitzungen der Delegierten der deutschen Zionisten in Mannheim am 19. und 20. Mai im Saale der August Lamey-Loge am Zeughausplatze C. 4. 12 stattfindet. ♦ Die galizischen Gesinnungsgenossen laden wir behufs Vorbesprechung der Tagesordnung des Bielitzer Zionistentages nach Krakau für den 17. d. M., 10 Uhr vormittags ein. Local des Vereines „Przdswit- Haschachar", Dietelsgasse 60. Die Delegierten des Krakauer Kreises (Wadowice, Neu- Sandec, Tarnöw und Jasto) ersuchen wir, in Bielitz am Verhandlungstage eine Stunde vor Eröffnung des Zionisten^ tages zur Besprechung der Kreisorganisation vollzählig zu erschein eil. Für die Kreisorganisation in Krakau : Dr. Ludwig Goldwasser. ♦ Krakau, den 9. Mai 1902. Die zionistischen Vereine Oesterreichs, die nicht in der Lage sind, aus ihrer Mitte selbständige Candidaten zum II. Oesterreiehischen Zionistentag zu entsenden, wollen sich unverzüglich an Gefertigten werden, damit ihnen gesinnungstüchtige Candidaten aus der Reihe hiesiger Zionisten .für die Delegierten-Mandate, empfohlen werden können. Mit Zionsgruss Dr. Wahrhaftig. Anregungen für den Nationalfonds. Wien, 12, Mai 1902. Geehrter Herr Redacteur! Anlässlich des bevorstehenden Zionistentages, erlaube ich mir, die P. T. Vereine und Gesinnungsgenossen zu ersuchen, statt Telegramme zum Bielitzer Parteitage bloss Begrüssungsschreiben zu senden und die Kosten für das Telegramm dem Jüdischen Nationalfonds, für zionistische Zwecke, dem jüdischen Vereine jugendlicher Arbeiter etc. zukommen zu lassen. Die Adresse des Parteitages ist bekanntlich: „Zionistentag Biala, Hotel schwarzer Adler." Mit Zionsgruss Bernhard Grünhut. .*. Das Goldene Buch. In Nr. 16 wurde eine Spende des Vereines „Societatea Chow'e Zion Sectia Samuel4' in Giurgiu im Betrage von 250 Lei veröffentlicht. Wir werden ersucht, zu constatieren, dass das derzeitige Comite dieses Vereines aus folgenden Herren besteht: D.' Goldstein, J. H. Marcuson, S. Gabriel, J. Franco, L. Richter, W. Goldstern, B. Pencu, B. Weissmann und U. Weiskopf. Correspondenzen und Telegramme. In den österreichisch-ungarischen Delegationen gab am 12. Mai der Minister des Auswärtigen Graf Goluchowskl auf die Frage des Delegierten Falk, wie es möglich sei, der Ungerechtigkeit des rumänischen Handwerkergesetzes ein Ende zu machen, die Antwort,-d ass seitens Oesterreichs kein Recht bestehe, sich in die Angelegenheit einzumengen. (Auch nicht auf Grund des Berliner Vertrages?) Man müsse sich darauf beschränken, die Folgen einer Masseneinwanderung Erwerbsloser in die Monarchie abzuwehren. Die Behörden haben diesbezügliche Anweisungen. Aus dem Diplomatischen ins Deutsche übersetzt, heisst das, das Oesterreich-Ungarn seine Grenzen gegen Rumänien sperrt. Deutschland, England, Amerika haben ihre Vorkehrungen bereits getroffen und so wird Rumänien zur verschlossenen Folterkammer, in der Hunger und Elend wüthen, deren Verzweiflungsscenen das Publicum des XX. Jahrhunderts kalt anblickt. Wie aus Rumänien berichtet wird, haben die Austreibungen auf dem flachen Lande wieder begonnen. In zwei Districten, Tutowa und Putna, haben Ausweisungen willkürlichster Art, verbunden mitGewaltacten, stattgefunden. Was die rumänische Regierung alles dementieren lässt. Die rumänische Regierungs-Presse dementiert das Blaue vom Himmel weg. Neulich machte eine offieiöse Notiz die Runde durch die rumänischen Regierungsblätter, wonach es der rumänischen Regierung gar nicht in den Sinn komme, eine Anleihe bei ausländischen Banquiers aufzunehmen oder bei irgendwelchen ausländischen Bankgruppen wegen Tilgung früherer Anleihen Unterhandlungen anzuknüpfen.—Nächstens lässt Herr Stourdza dementieren, dass Rumänien ühp-- haupt Staatsschulden habe.