Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 19 (9.5.1902)
- Article
- Rostow am Don [Nachricht]
- Date
- 1902-05-09
- Page
- 14 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 >Die # Weib* Nr. 19 Rostow am Don. Dank der tüchtigen Thätj^keit^dejr^ hiesigen Zionisten wäph^t grosse Ide.» von Tai«? zu ./Tag. . ius werden vi*de Scheitel gezahlt und viele Sub^cribenten für die Jüdisch« Colon.albank gewonnen. Auf den Strassen, in den Häusern, im Theater, auf Hochzeiten, überall wird über unsere Itee gesprochen ur;d propagiert, und auch die Christenwelt .spricht sich mit ß ifall über ^en Zionismus aus. Unsere Stadt hat unlängst uns-T Gesinnungsgenosse, ein ausgezeichneter Redner. Herr Mo 8 8 in so n. besucht. Die Synagoge, wo Herr M o s :; i n s o n gesprochen hat. war so voll, da-s einige hundert Personen auf der Strasse blieben. Alle Synagogen wurden für unseren geehrten Redner geöffnet, uud die Zahl der Zuhörer wurde j^den Tag grösser, und deshalb wurde eine Deputation gewählt, bestehend aus z.vei Gesinnungsgenossen, die Hrt^ren Rabbiner Dr. A i s e n s t a d t und Ingenieur Günsbur g, um bei Herrn Kaminka, als Vorstand der Hauptsyna^oge, zu bewirken, dass man für unseren Redner die Synagoge Öffnen soll, weil diese viel Raum hat. Mit einem kurzen Nein sind sie zurückgeschickt worden. Solche Thaten sind antijüdisch. Nicht nur Zionisten, sondern das ganze hiesige Judeuthum war empört, und einige hundert Personen haben einen Protest unterzeichnet, welcher Herrn Kaminka eingehändigt wurde. Wodurch könnet: wir unseren am Ruder stehenden Glaubensgenossen auf die Finger klopfen, wenn nicht durch Veröffentlichung ihrer schandhaften Thaten, und hoffen wir, dass die. „Welt* unseren Protest gegen Herrn 1' a - minka veröffentlichen wird. Rumänien. BraÜa, 24. April 1902. Bei den gestern stattgehabten Wahlen zum Focsanier Parteitag wurden folgende Herren gewählt: Isaac Agent, Jos. M. Brociner für den Verein „Erez Israel", Dr. Moscovitz für den Verein „Judith", HoriaCarp, A.Racker für den „Verein judischer Handwerker", R. CJ. Grünberg für den Verein „Bnei Zion", J. Leibovici für die „Tiner-Meseriasi% Section Theodor Herzl. England. Manchester. Der hiesige Verein „Dorsche Z i o n" hat — um der stets wachsenden Mitgliederzahl zu genügen — sich genöthigt gesehen, neue Veroinslocalitäten aufzunehmen, welcfie als zionistischer Club den Mitgliedern alle\ Bequemlichkeit eines Clubheims bieten soll. Beifort (Irland). Sonntag den 27. April fand hier eine sehr erfolgreiche Versammlung zum Zwecke der Propagierung des Natioi.alfonds statt. Mr. H. M. M i 11 e r präsidierte. Rev. S i 1 v e r s t o n e und Mr. B. Cohen legten die Bedeutung des Nationalfonds dar. Südafrika. Pretoria. Unser hiesiger Zions-Verein hat schon vor längrrer Z«-dt eine Bibliothek, verbunden mit eirum öffentlichen Lesesaale, gegründet, die sich auch, von Seite der Nicht-Zionisten lebhafter Theilnahme erfreut. Die Verleumdung der Jüdischen Colonialbank durch den „Jewish Chronicle" hat bei uns eine solche Entrüstung hervorgerufen, dass die Ausschliessung dieses Blattes aus dem Lesesaale beschlossen wurde. The South-African Zionist Federation, Share-Club (Capstadt, 27, Hope Street). 16. April 1902. Der am 9. September 1901 gegründete Share-Club hielt am (>. d. seine halbjährige Generalversammlung im zionistischen Vervinshause vor einem zahreichen Publicum ab. Der Herr Präsident C aplan und Herr Secretär E 11mann erstatteten den Rechenschaftsbericht, der ausser anderen zufriedenstellenden Thatsachen feststellt, dass 1007 Shares verkauft wurden. Hierauf fanden die Neuwahlen statt. Es wurde Präses Herr S. Stern, Vicepräses Herr M. D. Hersch, Kassier Herr A. Getz, Secretär Herr J. Morris, Revisoren Herr G. Turbo witz und Herr M. Z u o k e r m a n n, Beisitzer die Herren A. M.Solomon, A, Dirmeik, H. Burbeitzky, M, Jocheiso hn, J, S e 1 z o w s k i, L. P o z n i a k, E. S a g o r s k i, M- C o w e n. Die Herren S. Stern und M. D. Hersch sprachen über den Zweck des Clubs und beantragten ein Dankesvotum an den abtretenden Ausschuss, das unter Applaus gegeben wurde. Herr A. M. Solomon sagte im Laufe der Discussion unter anderem: „Die falsche Anschauung unserer Gegner, dass der Zionismus eine künstliche Volksbewegung sei, wird bei uns wenigstens dujr^^s,^! rapides,, Anwachsen wiederlegt." Der Redner machte noch den Anwesenden die Wichtigkeit der materiellen Unterstützung der^eWiegiiflg klar, und hierauf wurde die Versammlung mit dem°. Absingen; nationaler' Lieder geschlossen. S. Stern, Amerika. 'New-York. Der „Council of Jewish Women", Section New-York. veranstaltete am 27. April eine grosse Damenversammlung in der Halle des Tempels „Emanu-El", bei welcher Frau Professor Gott heil über „Das Facit des modernen Judenthums* einen Vortrag hielt. Der .Gesang-. verein „Franklin" besorgte dann musikalische Productionen. Der Erfolg des Abends war bedeutend.' Die Auswanderer. Von S. G.Frug. Deutsch von Eugenie Hirschberg-Puche.r. Die Thränen säen, Werden Freuden ernten. Ich war nicht mit Euch, als vom heimischen Strand, An dem der feindliche Kampf entbrannt, Das stürmische M er Euch getragen. Doch wie von unsichtbarer Saiten Klang Von mir zu Euch in der Stunde drang Unser heisses, gemeinsames Klagen. Noch war ich mit Euch, als vom Wetter umtost, Zu Kampf und Mühe als künftigen Trost Ihr das starre Ufer betreten; Aber wieder aus jenen Saiten es quoll, Von Freude und Sehnsucht und Hoffnung voll, Unser heisses, gemeinsames Beten. Mir sind sie leider vom Schicksal verwehrt, Der Arm für die Arbeit, zum Kampfe das Schwert, Nur mein Lied ist ein Schild mir im Streite. Und was Euch an Elend und Leiden bedenkt Und an Hoffen und Träumen die Seele berückt, Kühn trägt es mein Lied in die Weite: Dass Ihr unterjocht durch feindlich Geschick, * Wie kraftlose Sclaven nicht senket den Blick, Noch stolzer das Haupt nur getragen — Dass zum Kampfe Ihr eilet, vom Elend gebeugt, Doch von kommenden Siegen voll überzeugt Mit mächtigem Flügelscnlagen. Es kommt einst die Zeit, da Euer Enkel erbebt, Vernimmt er die Sorgen, die Ihr durchlebt; Und wo jetzt die Thräneii erglänzen, Der Pfad, den mit mühebelastetem Tritt, Ein Jeder von Euch in Sorgen beschritt — Er wird ihn mit Blumen bekränzen. Zweierlei Juden. Römern von Max Viola. (Fortsetzung.) „Bei Mirjam Goldner? Nein, das thue ich nicht." „Ich gebe Ihnen hundert Kronen/' „Fünfzig Kronen? Nein!" „Ich gebe Ihnen hundert Kronen." „Hundert Kronen? Ahahaha., hundert Kronen? Baares Geld, hundert Kronen? Hat der junge Herr so viel Geld?" Paul zog seine Brieftasche hervor und zeigte Motzel ihren Inhalt. Mit grossen Augen glotzte er auf die Banknoten, kraute sich hinter dem Ohre und meinte dann: „Sie brauchen aber doch zwei Beistände?" „Pen zweiten müssen Sie mir besorgen. Er bekommt ebenfalls hundert Kronen. „Die HaTfte im voraus?" „Die Hälfte im vorhinein."