Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 19 (9.5.1902)
- Article
- Krakau [Nachricht] / Michnik, Helene
- Date
- 1902-05-09
- Page
- 12 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 „Die & Weif* Nr. 19 (Frl. Thorn). „Die Entwicklung des Dramas" (stud. phil. Reinhold). „Die Anfänge der jüdischen Geschichte" (Frl. M a h 1 e r). „lieber BaruchSpinoza* ^tud. jur. Gr o ssna ann). Hermine Goldw'asser Helene Michnik Präsidentin. Schriftführerin. Wien. Am 20. d. veranstaltete die jüdisch-akademische Verbindung „Ivri a" im Restaurant Wendlinger eine Versammlung, in der Gesinnungsgenosse Berthold F e i w e 1 über das Programm der zionistisch-demokratischen Fraction referierte. Dem Vortrage folgte eine lebhafte und sehr interessante Debatte, Ihren Zweck, Aufklärungen über die Fraction zu bieten und eine angeregte und anregende Debatte über innerzionistische Fragen zu provocieren, hat die Versammlung vollkommen erreicht. Szered a. d. Waag (Ungarn). Dank den eifrigen Bemühungen der Herren Adolf Winterstein und Lehrer A b e 1 e s hat die zionistische Bewegung auch hier Eingang gefunden. Im Verlaufe von weniger als einem Monate haben die genannten Herren mehr als 20 Schekelzahler gewonnen, und ist zu erwarten, dass wir im Bälde auch hier einen zionistischen Verein entstehen sehen, der den älteren Schwestervereinen in Ungarn würdig zur Seite stehen kann. N. Leoben. Auch hier hat der Zionismus Wurzel gefasst. Trotz der misslichen gesellschaftlichen Zustände unter der hiesigen Judenschaft gelang es den zionistischen Bergakademikern nach einer gut besuchten Versammlung, in der das Baseler Programm vollinhaltlich und einstimmig angenommen wurde, einen Verein zu gründen. Die Proponenten hoffen bis zur Bewillung der Statuten die Mitgliederzahl auf das Doppelte zu erhöhen. Gleichzeitig wollen wir die Judenschaft ganz Obersteiermarks für unseren Verein gewinnen. An dieser Stelle möchten wir dem Landes- Comite für die bereitwillige Einsendung der Statuten und dem Gg. H. Fink für sein eifriges Eintreten für unsere Sache danken. Alifällige Zuschriften und Anfragen sind an den prov. Präsidenten : Herrn Aug. B 1 ei e r, ßergakademiker, zu richten. Sadagora. Der Verein „Zion" veranstaltete Samstag abends den 29. v. M. einen Festabend. Nach Begrüssung der Anwesenden durch den Vereinsobmann S, Rosenblatt hielt Herr stud. jur. Ch. Kinnsb runner die Festrede in deutscher und Frl. Clara K1 in g e r die Tendenzrede in hebräischer Sprache, welche beide mit Enthusiasmus aufgenommen wurden. Unter den übrigen Rednern that sich Herr Grossberg m4t seinem hebräischen Vortrage besonders hervor. Hierauf folgten programmmässig die musikalischen Vorträge der Frl. Schlechter (Gesang) und Frl. Friedrica Schäfer (Ciavier), deren Leistungen mit rauschendem Beifalle aufgenommen wurden. — Den Vorträgen schloss sich ein Tanzkränzchen an. Wien. (Verbindung' österr.-schles. Hochs c h ü 1 e r„I vria") Rechenschaftsbericht April 1901 bis April 1902. Die Verbindung besteht aus 35 Mitgliedern, darunter 20 activen. Nach wie vor hat die Verbindung ihre Tendenz sowohl nach innen (körperliche und geistige Ausbildung ihrer Mitglieder) als nach aussen (zionistische Agitation) stets im Auge behalten. Die körperliche Ausbildung wurde durch tägliche Fechtübungen, die geistige durch Fuchsen- Discussionen, Vorträge u. s. w. gefördert. An Vorträgen wurden gehalten : Oskar Frankel: „Religion und Nation"; Herbert Kurrein: „Der nationale Gedanke im Judenthum"; Julius Groak: „Neuhebräische Dichtung"; Ignaz Körner: „Colonisation"; Emil Kämpf: „Agitation"; Jakob Kornfeld: „Begriff der Nation"; B. Rauchberger: „Das hebräische Schriftthum". II. öffentliche Thätigkeit der Verbindung: Versammlungen wurden abgehalten theiis von der Verbindung selbst, theiis von Verbindungs-Mitgliedern folgende: jur. Rudolf Nassau in Prerau, Prossnitz, Hradisch, Boskowitz, und mehreren anderen mährischen Gemeinden. Ferner wurde ausser den Wiener Commersen ein grosses Stiftungsfest in Mährisch-Ostrau abgehalten. Es sprachen ferner: jur. Hugo Deutsch: 1. Tendenzrede beim Abiturienten-Commerse in Mährisch-Ostrau; S.Vortrag über Zionismus in dem Mädchen vereine „Mirjam" in Prerau. phil. Oskar Franke ],Tendenzrede beimGründungsfeste des „Ossid" in Kremsier; phil. Isidor Kitz, Tendenzrede bei einer Demonstrations-Versammlung zum V. Congresse. Grossen Anklang fand eine von der , Ivria" veranstalte Versammlung in Wien, bei welcher referierte: Gg. Martin Buber über V. Congress und Jungzionisten- Tag. HL Von Mitgliedern der Verbindung wurden gegründet: Mädchen verein „Mirjam" in Prer au, Mädchen verein in Kremsier, Mädchenverein „Sulamith" in Holleschau (th«üweise), FerialVerbihdung „Ossid" in Kremsier. ZaleszczykL Am 19. Anril L J. hat die Generalversammlung der. Vereines „Zion" stattgefunden, bei welcher folgende Herren gewählt wurden: A. L. Lag s t ei ri, Präses, E. Glaser, Vicepräses, J. Spiegel, Cassier, D. Kratz, Stellvertreter, F. Seidmann, Schriftführer für die Landessprache, H. M ei mann, Schriftführer für die hebräische Sprache, N. Weissmann und E-Geringer, Controlore, J. Scherr, Bibliothekar und M. Oberweg e r, Oekonom. Wien. (Akademische Verbindung „Libanonia".) Die Chargenwahlen der Verbindung: stud. ehem. Isidoi Feinmann X» staü. phil. Eraanuel Alt XX> stud. jur. Hugo Zuckermann XXX» Wien. (Die „Vereinigung zionistischer Hochschüler") veranstaltete Dienstag den 22. April einen Seder-Abend, als dessen Leiter Dr. Leopold Kahn fungierte. In längerer Ansprache hob derselbe die Bedeutung der Hochhaltung der nationalen Gebräuche hervor, in denen ein gut Stück Nationaljudenthum verkörpert sei. An dem Abend nahmen ungefähr 70 Personen theil. Mittwoch den 23. April fand die constituierende Versammlung der »Vereinigung zionistischer Hochschüler" statt. In den Ausschuss wurden gewählt: techn. A.Herszlikiewiczals Obmann, phil. A. Freud als Obmann-Stellvertreter, jur. J. Meisi als I. Schriftführer, jur. F. Steiner als H. Schriftführer, phil. Bernhard Geiger als Bibliothekar. Als weitere Ausschussmitglieder ohne Function: med. F.Rosenberger, techn. I. Kohn, med. J. Schor, phil. A. Segall. Als Ersatzmänner: jur. K, Hahn, phil. A. Lemberger. Als Revisoren : phil. E.Müller, med. I. Zollschan. Samstag den 26. April sprach Herr Alfred Weiss b er g er in der „Vereinigung zionistischer Hochschüler" über „Die nächsten Ziele unserer Organisation" mit besonderer Bezugnahme auf die Aufgaben dar Studentenschaft. Redner wies zunächst auf die Notwendigkeit einer intensiven wissenschaftlichen Bethätigung durch Studium von Colonisations-Methoden und Sociologie hin, stellt als Ziel für die praktische Bethätigung die Beeinflussung der öffentlichen Meinung und Verbreitung des Zionismus in der Familie, und kam schliesslich auf die wirtschaftliche Arbeit, die für und von der zionistischen Studentenschaft geleistet werden müsse, zu sprechen. In letzterer Hinsicht werde in nächster Zeit an die Gründung eines jüdischen Studentenheims, an die Errichtung einer jüdischen Mensa, einer Studenten Versicherung und einer Stellenvermittlung für Studenten geschritten werden. Deutschland. Marburg. Auch Marburg hat nun seine zionistische Ortsgruppe. Dienstag, n"^> versammelte sich ein ansehnlicher Theil der Marburger Juden in den Sälen des Hotel Goldschmidt. In einer Ansprache verlieh Herr Lehrer S t r a u s s, dem die Leitung der Vers, mmlung übertragen war, dem Wunsche, aus dem Munde eines Z i o n is t en über die zionistische Bewegung Belehrung zu erhalten, und der allgemeinen Freude darüber beredten Ausdruck, dass unser Herr Rabbiner Dr. Nobel sich zur Abhaltung eines Vortrages bereit fand. Auf Grund reichen Materials bewies der Redner die Unabweisbarkeit der Annahme, dass wir auch heute noch ein nationales Volk bilden, und widerlegte sachlich, aber entschieden alle entgegengesetzten Behauptungen unserer assimilationssüchtigen Gegner. Der Redner fand starken Beifall. Die nun folgende Discussion war eine sehr anregende. Angenehm berührte es, dass Herr Pro vinzi airabbin er Dr. L. Münk, obwohl nicht Zionist, seine Sympathie für den Zionismus zum Ausdruck brachte. Wieder einmal sehen wir, dass es auch bei uns Rabbiner gibt, die Verständnis und Interesse haben für die Gemeinschaftsfragen des Judenthums. Herr Lehrer Ehrmann - Friedberg, ein — wie er sagte — vom „Lemaan-Zionismus" zum schlichten „Z i o n i s mu stt Bekehrter, zeigte sich über die „praktische* und „philanthropische" Colonisation gut unterrichtet. Herr Gerichtsaccessist Elsoff er - Giessen schliesst aus der politischen und socialen Stellung der Juden in Deutschland auf die Nothwendigkeit des Zionismus auch für diese. Herr Nacht schildert die traurige Lage der rumänichen Juden, die er aus eigener Anschauung kennt. Es sprachen noch die Herren Strass, Rechtsanwalt Goldberg, Dr. Eichberg, Dr. Sonnebbrc, K. Strauss und Frau E i c h b e r g, die sich theiis direct zum Zionismus bekannten und theiis offenbar sich noch „unterwegs"