Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 19 (9.5.1902)
- Article
- Alliance israélite universelle in Paris
- Date
- 1902-05-09
- Page
- 8 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 8 „Die-^ Wett» Nr. 19 D. Bloch, rue Taitbout 80 Paris Arthur Blad, rue Bergere 5 Leon Hirsch, rue Ambroise-Thomas 17 O. Franck, rue des Jeüneurs 23 AI fr. Berend, rue du faubourg Poissoniere 10 Jules Wolf, Boulevard St.-Denis 11 A. Franck, rue du faubourg Poissoniere 11 Dr. Raskine, Massay. Dr. Eugene Valensine, Co»stantine. Dr. Heinrich Cohn, Berlin. Dr. S. N e u m a n n, Berlin. Dr. S. S a 1 v e n d i, Rabbiner, Dürkheim. Dr. Moses, Mannheim. Rene Blum, Biel. Dr. Pazmanik, Genf. Siegm. Fraenkl, München. Dr. Bodenheime r, Köln. Dr. Josephthal, Nürnberg. Joseph Nordmann, Lörrach. Dr. Dreyfus, Privatdocent, Strassburg. Dr. Ernst Meyer, Arzt, Mülhausen. Dr. Feilchenfeld, Posen. J. M. Bielefeld, Mannheim. M. Kaufmann, Arzt, Freiburg i. B. Paul Sändor, Reichstagsabgeordneter. Budapest. Polak Daniels, Rotterdam. ' t L. de H a r t o g, Amsterdam. J. H. Kann, Haag. Dr. Hillel Joffe, Jaffa. Dr. Simonsen, Oberrabbiner, Kopenhagen. Dr. Leone Raven na, Ferrara. Giuseppe Sonnin o, Rabbiner, Neapel. Heinrich Grünau, Antwerpen. Dr. Ehrenpreis, Oberrabbiner, Sofia. Persiado Romano, Advocat, Philippopel. M. Schwarzfeld, Bukarest. Dr. Berliawsky, Tetuan*.. O. S. S t r a u s s, New-York. Dr. J a s t r o w, Philadelphia. Meyer S. Isaacs, New-York. Moses A. Dropsie, Philadelphia. Sir Francis Montefiore. London. Prof. Rieh. Gottheil, New-York. J. Galizenstein, Cairo. Oschin sky, Breslau. Porges, Rabbiner, Leipzig. Vittorio de Rossi, Livorno. M. d e Sola, Curacao. Eude Lolli, Oberrabbiner, Padua. * Nationalfonds-Marken. Diese sind in allen Arten complet fertiggestellt und stehen den Gesinnungsgenossen zur Verfügung. Der letzten Sitzung des Actions-Comites wohnten die auswärtigen Mitglieder Herr Dr. Alexander Marmorek aus Paris und Herr Ingenieur Leopold Kessler aus Johannesburg bei. Omdurrhaman. Wir erhalten die Zuschrift eines in Omdurrh.aman thätigen Ingenieurs, in der er seine Zugehörigkeit zum Zionismus in begeisterten Worten kundgibt. Wir constatieren an diesem einzelnen vun hunderten Fällen, wie weit unsere grosse nationale Idee gedrungen ist, selbst bis an den Oberlauf des Nil in Central-Afrika. Bukarest. Mit welchen verwerflichen Mitteln die rumänischen Machthaber gegen die Juden in Rumänien arbeiten, darüber weiss der in Galatz erscheinende „Galatzii" zu berichten. Der Präfect von Govurlui, Herr Joan Athanasiu, hat an die grossen Handelsfirmen von Galatz, wie die der Herren Mendel, Gebr. Focschaneanu, Schmirer, D'Aujourdhui und andere, unter denen sich auch einige Honorarconsuln fremder Staaten befinden, . eine vertrauliche Adresse gesendet, in welcher er, mit Berufung auf das neue Gewerbegesetz, diese Firmen auffordert, die in ihrem Dienste befindlichen Fremden zu entlassen und nach einer auf der Ruckseite der Adresse verzeichneten Liste durch Rumänen zu ersetzen. Und so werden sogar Privatleute und Juden gezwungen, ihre Angestellten zu entlassen, weil diese Juden sind! Eine Säule des officiellen Judenthums in Wien. Das Gremium der Wiener Kaufmannschaft besehloss einen Neubau des Genossenschaftshauses auszuführen. Zum Zwecke der Vergebung der Baumeister-Arbeiten wurde eine beschränkte Concurrenz veranstaltet, zu der 7 Baumeister, 6 Christen und 1 Jude herangezogen wurden. Das Offert des jüdischen Baumeisters war das billigste, um 11.000 Kr. billiger als die nächsthöhere Offerte. Die Entscheidung lag in den Händen der Bau-Commissiou, und. dieselbe war geneigt, die Arbeitendem billigsten Offerenten zuzusprechen. Da unterbrach der Vorsitzende dieser Commission, zugleich Präses des Gremiums, Herr Leopold P o 11 a k, Mitchef der Firma Hermann Po Hak & Söhne, die Sitzung mit den Worten: „M eine Herren, ich ka n n es bei den heutigen Zeiten nicht zugeben, dass der Bau einem Juden übertragen werde", und brachte es durch Ueberredung dahin, dass die Commission mit fünf gegen drei Stimmen besehloss, nicht das billigste, sondern das um 11.000 Kr. höhere Offert anzunehmen, bloss weil der billigste Offerent ein Jude ist. Und da tadelt man es noch, dass die rumänische Regierung anordnet, es seien Offerte der Rumänen denen der Juden auch dann noch vorzuziehen, wenn sie um 5% höher sind. Eines vergassen wir hinzuzufügen : Herr Leopold Pollak ist V orstand der Wiener israelitischen Cultusgemeinde aus der privilegierten Curie. Die Kunde von dieser That des Cultusvorstandes hat in den Kreisen der Wiener jüdischen Gewerbetreibenden, die unter dem Antisemitismus genug zu-leiden haben und nun auch noch von den Juden boycoitiert werden, ungeheuere Erregung hervorgerufen, die sich darin bekundete, dass der Vorstand des Wiener jüdischen Gewerbevereins von den Mitgliedern bestürmt wurde, eine eigene Pienarversanimlung einzuberufen, zum Zwecke, diesen Vorfall zu besprechen. Auf die Kunde hiervon wurde d^r Vorstand dieses Vereines von vielen Seiten des officiellen Judenthums haranguiert, dies zu unterlassen und die Sache nicht in die Oeffentlichkeit zu bringen, w e i 1 d a s n u r Wasser auf die Mühle der bösen Zio nisten sei! Trotzdem fand die Versammlung statt und gestaltete sich zu einer lebhaften Entrüstungskundgebung gegen den judenfeindlichen jüdischen Cultus-Vorstand. Nachschrift. Bis zur Stunde hat Herr Pollak seine Stelle im Vorstande der isr. Cultusgemeinde nicht niedergelegt. Noch einer. Die Wiener Arbeiterzeitung schreibt: Vor uns liegt der Jahresbericht des Oesterreichischen Volksschriftenvereines, eines stramm clericalen Unternehmens, das unter Volkssehriften Broschüren von Pater Abel, Pater Freund etc. (intime Freunde des Antisemitenführers Lueger. Die Red.) versteht. Unter den unterstützenden Mitgliedern ist neben einem Banquier Cohn auch Herr Karl Tagleicht, ehemaliger Gemeinderath der Leopoldstadt, angeführt mit einem Beitrage von 100 K. (Dieser Herr hat sich bei der letzten „Allianz" - Versammlung gegen die Zionisten ganz besonders ins Zeug gelegt.) W«ft*iSbisoDil<. An die Adresse der „Deutschen mosaischer Confession". Die „Akademischen Blätter", das Organ des „Vereines deutscher Studenten", schreiben: »Die gesellschaftliche Isolierung der jüdischen Studenten ist heute in der Hauptsache vollzogen. Die gesammten angesehenen Couleurverbände, Corps, Burschenschaften, Landsmannschaften und