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Die Welt · 1902-05-02 · 18 (2.5.1902) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
18 (2.5.1902)
Article
Vereinigte Share-Clubs in London
Date
1902-05-02
Page
10 (sequence 1)
Language
German
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Seite 10 f,DIe # Welt46 Nr. 18 Honoratioren •ingeladen, doch war ausser einem getauften Juden keiner von den Geladenen erschienen. Offenbar hielten sie sich an die Antwort, welche die Kosakenhelden in einem Gogol'schen Roman dem Juden ertheilen, der ihnen sagt, die Juden seien ihre Brüder: „Was unterfanget Ihr Euch? Die hochgemuthen Kosaken sollten Eure Brüder sein? Ihr verdammtes Judengezücht werdet das niemals erleben. Kameraden, in den Dniepr mit ihnen, ersäufet dieses ekle Geschmeiss!a — Das empörendste Beispiel assimilatorischer Knechtseligkeit bietet jedoch der russisch-jüdische Publicist Hornfeld, der im „Woschoil" unter anderem sagt: „Wir dürfen nicht vergessen, dass Gogol, indem er uns einerseits beschämte, andererseits moralisch besserte." Demgegenüber weist „Hameliz" an der Hand von wörtlichen Citaten aus den Schriften G o g o 1 s nach, was es mit der „Beschämung" und „moralischen Besserung" der Juden, die Gogol geübt haben soll, für Bewandtnis habe. Gogol spricht von den Juden überhaupt nicht wie von menschlichen Wesen, ernenntsie,,Kröten",„Frösche", „Geschmeiss" u. s.w., findet das Wehgeschrei und die zappelnden Bewegungen der massenhaft in den Dniepr geworfenen Juden im höchsten Grade belustigend u. s. w. — Dafür ist Herr Hornfeld der Ansicht, die Werke Gogols hätten wie keine anderen erzieherisch auf die russischen Juden gewirkt, unter den gebildeten Juden die ersten Empfindungen von dem Wert des rein Menschlichen wachgerufen und was dergleichen blühender Unsinn mehr ist. — Zum Schlüsse bemerkt der Artikelschreiber im Hameliz", der Gedenktag für den russischen Dichter habe sich mit einem anderen Gedenktag nahe berührt: mit dem Todestage des herrvoragenden hebräischen Dichters Micha Lebensohn. Diese Coincidenz habe wieder einmal den beschämenden Gegensatz zutage gefördert, der zwischen dem geringschätzigen Verhalten eines beträchtlichen Theiles der Juden zu ihrem eigenen angestammten Culturbesitzthum und ihrer würdelosen Kniebeuge vor „fremden Göttern" existiert. M. Z.- Hus dei) ^ereiiKi). Vereinigte Share-Clubs in London. Sonntag, den 13. d. M. hat die Jahres-Versammlung der Vereinigten Share-Clubs stattgefunden. Mehr als ^Delegierte waren anwesend. Der Präsident Dr. L. liebster eröffnete die Versammlung und verlas den Bericht über das abgelaufene Jahr. Dank der unermüdlichen Thätigkeit des Herrn Heinrich Rosenbaum und der Energie und Ausdauer der Coraitömitglieder sind die Schwierigkeiten, welche der Arbeit und dem Wachsthum des Share-Clubs anfangs entgegenstanden, beseitigt worden und die Vereinigten Share-Clubs haben sehr erfreuliche Erfolge aufzuweisen. Von Tag zu Tag ist die Zahl der alliierten Clubs gestiegen; nicht allein in London sind solche Clubs gegründet worden, sondern auch in der Provinz und im Auslande: so in Jerusalem, Genf und Frankfurt a. M. In London bestehen 23, in der englischen Provinz 14, im Ausland 3 Clubs. Jüngst ist in Blaina (Wales) ein Club gegründet worden. Es ist dem Comite gelungen, alle Clubs dazu zu bringen, dass sie, die nach einem Ziele streben und von einem Ideale beseelt sind, auch nach gleichem Programme vorgehen. Die Thatsache, dass im armen Eastend von London im Laufe eines Jahres & 1309,13,11 eincassiert wurden, beweist zur Genüge unsere Erfolge. Die Vereinigten Share Clubs haben viele öffentliche Versammlungen und gemeinsam mit der English Zionist Federation eine Frauen-Versammlung einberufen, um das Publicum zum Ankaufe von Shares der Jüdischen Colonialbank anzuregen. Die Versammlungen haben ihren Zweck erreicht. Ebenso haben die Clubs auch diesbezügliche Broschüren und Circulare drucken und vertheilen lassen. Die Vereinigten Share-Clubs halten auch Nationalfonds-Maiken auf Lager und sind für den Verkauf der Marken thätig. Während die Jüdische Colonialbank nur einen ganzen Bogen für 12 sh. 6 d. verkauft, kann man in den Share Clubs solche von einem Shilling bekommen, um Clubs oder Personen, die nicht imstande sind, 13 sh. 0 d. auf einmal zu zahlen, den Beitrag zum Nationalfonds zu erleichtern. Die Vereinigten Share Clubs haben für 30 Pf. St. Nationalfonds-Marken verkauft. Dank der Mühe des Herrn H. Rosenbaum haben die Vereinigten Share-Clubs eine Centrale in Bukarest gegründet, die sich sehr gut entwickelt. Sie sind jetzt im Begriffe, auch eine Centrale in Galizien zu gründen und stehen mit russischen Clubs in Verbindung. Der Präsident stattete dann den freiwilligen Sammlern den besten Dank ab und nannte sie die Stütze der Vereinigten Share-Clubs und der Jüdischen Colonialbank. Der Cassier erstattete hierauf den finanziellen Bericht aus dem Folgendes hervorgeht: ' _ Pfd. St. Pfd. St. Von den Vereinigten Share Clubs ist während des Jahres eingelaufen für Marken ...... 1544,11, 5 Von der Rumänischen Centrale 121, $, 3 /2 Sonstige Einkünfte: Vollzahlungen f. Shares-Auszahlungen auf Allotment-Briefe..... 138,11, 5 1804,11, l1/* An die Jüdische Colonialbank gezahlt im Laufe des Jahres . 1666, 9, 8 Nationalfonds-Marken auf Lager 5, 0, 0 Commission an die Clubs 6Pence in 21............. 17, 4,11V, Für den Druck von 8000 Markenbüchlein, 4000 Markenbogen, 3000 Statuten (Deutsch und Jargon), Miete, Gehalt für den Seeret., Schreibmaterial, Porto, Einrichtung des neuen Head Office, Versammlungskosten, Annoncen u. s. w....... H2, 0, 7 1804,11, 1*/, Cassa............. 345,11 An die Jüdische Bank gezahlt . 1666, 9, 8 Shares herausgenommen für . . 6954441 Guthaben in der Bank..... 967,14, 9 Von den 4000 Markenbögen sind 1480 Bögen verkauft worden. Der Bericht wurde mit grossem Beifall aufgenommen, insbesondere war alles zufrieden, dass die Ausgaben nur 5% betrugen — denn 2586 Markenbögen sind noch vorhanden — und das alte Comite wurde einhellig wiedergewählt. Hinzugewählt wurden die Herren: E. Walosin, D. Schwarz, M. Ginzburg und M. S u p r a n. Ueber die Organisationsfrage entstand eine lebhafte Discussion und es ist beschlossen wurden : 1. Das Head Office soll Clubbücher anfertigen lassen, Jeder Club muss ein solches Buch beziehen, die Unkosten werden durch die Commission 6d in 21/. gedeckt werden. Dieses Buch muss in Ordnung geführt werden, damit man die Arbeit des Clubs controlieren kann. 2. Jeden Monat soll eine Versammlung der Präsidenten, Cassiere und Secretäre aller Londoner Clubs stattfinden, um den Zustand der Clubs zu besprechen und eventuell Massregeln zur Verbesserung derselben zu ergreifen. 3. Die Secretäre müssen zwei Tage vor der monatlichen Versammlung die Bücher in das Head Office bringen. 4. Es ist dem Exeeutiv-Comite überlassen worden, eine Aufsichtscommission zu wählen, die alle Clubs zu controlieren und für Ordnung in denselben zu sorgen hat. Unter stürmischem Applaus und herzlichen Dankesvoten an das Comite und die Functionäre wurde die Versammlung geschlossen. Vorige Woche hielt der Verein „Schiwath Zion" seine halbjährliche Versammlung ab. Der Präsident hielt eine beifällig aufgenommene Eröffnungsrede, in der er die Leistungen des Vereines schilderte und die Zuhörer ermahnte, für den Zionismus thätig zu sein, Shares und Nationalfonds-Marken zu kaufen. Der Cassier Herr M. Ginzburg gab den finanziellen Bericht. Der Herr Secretär des Share-Clubs dieses Vereines L. Delowitz erstattete den Thätigkeitsbericht des Clubs. Der Share-Club zählt 1000 Mitglieder, mehr als dreissig freiwillige Sammler. Er hat 347 Markenbogen im Werte von 390. 7, 6 Pfd. St. verkauft, 109 Shares durch den Head Office der Vereinigten Share Clubs bekommen. Der Vorschlag, den Verein ins Goldene Buch einzuschreiben, ist einstimmig acceptiert worden, und die an Ort und Stelle veranstaltete Sammlung ergab die Summe von 140 Pfd. St. Zu Ehren des Herrn Heinrich Rosenbaum, der sich viele Verdienste um den Zionismus in London im allgemeinen und um die Vereinigten Share-Clubs im besonderen erwarb, haben die Mitglieder des Comics der Vereinigten Share-Clubs ein Abschiedsmahl gegeben. Die Unkosten sind von Privatpersonen bestritten worden. 24 Personen waren anwesend. Die Tischreden drehten sich um einen Punkt, nämlich um den Verlust, den der Londoner Zionismus durch die Abreise des Herrn R o s e n b au m erleidet. Folgende Redner haben gesprochen: Dr. Liebster als Präsident, J. de Haas, Shire, N. Lo zin sky, E. Mt

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