Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 17 (25.4.1902)
- Article
- Lemberg [Nachricht] / Pbg.
- Date
- 1902-04-25
- Page
- 12 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite IS „Die # Welt" Nr. 17 breiten Volksmasse, Gewinnung von Freunden für unsere Bewegung aus bisher reserviert sich verhaltenden Kreisen, und endlich Gewöhnung unseres Volkes zu Spareinlagen in jüdischen Instituten. Em Marken~Depot für Galizien wird gegenwärtig angestrebt, und mit London dieserhalb verhandelt; davon ist das Entstehen weiterer Clubs abhängig. Die Clubleitung besteht aus den Herren Josef Sprecher, Dr. Po r des, J. L. Lifschütz, J. Kohn und Josef Per lberger. Pbg. Wien. (IsraelitischerJünglingsvprein„Tifereth-ßachurim".) Am 8. d. M. abends 8 Uhr hielt der Verein seine die-jährige Generalversammlung ab. Der Yicepräsident Herr Braun berichtete über den gegenwärtigen Stand des Vereines. Bei der Neuwahl wurden die Herren Dr. Daniel Fink, A. F r i e d m a n n, P.Grünhur, B. Katz, F. Kohn, M. Leitner, W.Morgenstern, Varkany, Winkler, Rosner, B. Gross, E. Deutsch und S. Teltsch gewählt. Wien. (Verbindungöster reich i sc h-s c h 1 e s ischer Hochschüler „Ivri a".) Die Chargen-Wahlen für das Sommer-Semester 1902: jur. Hugo Deutsch X> jur. Moriz Kohn XX> phil. Oscar Fr an kl XXX- Wien. (Der Einzelverein „ W ien<{ d e s „Z i o n") bringt hiermit zur Kenntnis, dass der von ihm in dem Locale des „Oseh Chesed", IL, Schiffamtsgasse 5, veranstaltete Cyklus von Vorträgen über „Jüdische Geschichte und Literatur14 am vorigen Dienstag geschlossen wurde. Diese Vorträge wurden jeden Dienstag ab November vorigen Jahres abgehalten und verstand es hierbei der Referent Herr Rabbiner Dr. B. Grill, in gediegener Weise den Stoff zu behandeln und zu Herz und Gemüth zu sprechen. Hierfür sei ihm hier öffentlich Dank gesagt. Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung „M a c c a b a e a".) Chargenwahl für das Sommer - Semester 1902: stud. techn. Adolf Siö dm ak X* stud. techn. Armin Duszinszki XX» stud. techn. Adolf Eichner XXX- Prenzlau (Uckermark). Im hiesigen Verein für jüdische Geschichte und Literatur sprach auf Einladung des Vorstandes Herr Dr. Klee aus Berlin über Ursachen, Wesen und Ziele des Zionismus, - und .«eine Darlegungen fanden in der mehrhundertköpfigen Menge starken Beifall. Eine solche Versammlung hat unsere Gemeinde no<^h niemals erlebt; es waren alle Bevölkerungsschichten vertreten, und alle fühlten sie* eins in dem Bewusstsein einer grossen Vergangenheit und einer grossen Zukunft. In der Discus-sion verhehlte Rabbiner Herr Dr. Bahr zwar nicht, dass er, vor allem aus gewissen religiösen Bedenken, sich nicht der zionistischen Bewegung anschliessen könne, aber er versicherte uns seiner warmen Sympathie und erkannte rückhaltslos die grossen Verdienste des Zionismus um das Judenthum an. Die führenden Kreise der Gemeinde sind uns durchaus wohlgesinnt und es lässt sich erhoffen, dass in unserer Gemeinde, die zu den ältesten der Mark Brandenburg gehört, bald eine starke Ortsgruppe erstehen wird. Vertrauensmail ist vorläufig Herr Ascher Mayer junior. Berlin. (DiePurim-Feier der Zionistischen Vereinigung.) Ein höchst glücklicher Gedanke war es seitens des Vergnügungs-Comite.*, die diesjährige Purim- Feier unter dem Bilde eines Marktes in Rischon-le-Zion abzuhalten. In den Cohn'schen Festsäien bewegte sich eine zahlreiche Gesellschaft, zum Theilin höchst originellen Costümen, dem Charakter des Festes angepasst. Marktbuden, in denen Früchte und Blumen von echten Orientalinnen zum Verkaufe geboten wurden, gaben dem Festsaale ein hübsches Relief und vervollständigten die Illusion. Auch gaben Anschlagsäulen davon Kunde, dass man mit den Erzeugnissen moderner Cultur bekannt war, sich auch unterrichtet zeigte über Interna aus der jüdischen Gemeinde Berlin, welche daselbst humoristische Behandluug fanden. Das Fest wurde durch einen entsprechenden Prolog eröffnet, welchen Frl. Lina Tauber in vorzüglicher Declamation vortrug. Herr Dr. Friedemann hielt eine kurze Ansprache, in welcher er besonders hervorhob, dass die materialistische Weltanschauung nun auch von der Wissenschaft aus als überwundener Standpunkt betrachtet werde. Gegen 1 Uhr, nachdem inzwischen dem Tanze fleissig gehuldigt worden war, begrüsste Herr Dr. Zlocisti bei der Kaffee-Tafel die Anwesenden namens der Vereinigung und ertheilte Herrn Ludwig Beer zur eigentlichen Festansprache das Wort. Der Redner führte aus, dass, wenn die Illusion des heutigen Abends eine solche Stimmung hervorriefe, welche Stimmung würde erst dann herrschen, wenn die Illusion zur Wirklichkeit würde. An der Hand des Midrasch erörterte der Redner die Bedeutung des Purim-Festes und sefaloss mit einer Verherrlichung' deö1 ^zlöiftslistflien* Xdtfafc;> Es^f©4gte noch eine Reihe von Gesangsvorträgen und Deciamätionen, während Herr Dr. Zlocisti durch Vortrag diverser humoristisch-satirischer Gedichte es vortrefflich verstand, die fröhliche Siimmung der Anwesenden zu erhöhen. Noch seien die Damen FjL Tauber und Maj er o witsch anerkennend erwähnt, welche sich in der opferwilligsten Weise für das Zustandekommen des Festes bemühten. Dieses bot einen erneuten schönen Beweis dafür, wie der Zionismus es versteht, die jüdit-chen Feste auch nach der nationalen Seite hin auszugestalten und sie dadurch im Volke noch mehr zu befestigen. L. B. Hagenau L E. Am 13. d. M. hat Herr Dr. Dann enberg aus Strassburg i. E. den ersten Agitations-Vortrag hier in Hagenau gehalten. Der Erfolg war zutrieüenstellei.d. Etwa 30 Mitglieder traten bei zur Gründung einer Section „Hagenau" des Zionistischen Vereines „Strassburg". Im Laufe des Monates werden noch Vorträge gehalten: Am 26. April Dr. Friedemann aus Wiesbaden in Strassburg, Agitations-Vorträge in Zabern, Ingweiler und Colmar. Lodz. Der Verein „Aters Zion" hat am Purim seinen Schekeitag abgehalten; zugleich wurde für den Nationalfonds gesammelt. Denselben Abend (43. März) wurde Purim gefriert, wobei nach Reden zionistischen Inhaltes Herr Zochnen Künhal hebräische Zionslieder saug. Obmann ist Herr M. üichmann. Warschau. Unter der Aegide des Vereins „Bene Zion" wurde vor 2 Jahren hier ein Vereiu „ Waiserihort" gegründet, der 800 Mitglieder hat und 120 Waisenknaben im Alter von 5 — 15 Jahren unterhält. Wenn die Knaben 12 Jahre alt werden, kommen sie zu Handwerkern in die Lr-hre und werden gewissenhaft controliert. Zu Agitationszwecken haben der Herr Synagogen-Vorstand Loewen berg und Herr Dr. Poznanski eine Vereinsfeier in der Synagoge, die glänzend verlief und erwünschten Erfolg hatte, abgehalten. S. Berkmann. Losnowice (Russland). Unser Verein „B noth Zion" veranstaltete Samstag den 22. März einen Purim-Ahend. Derselbe verlief glänzend. Ausser dem Concert-Programme Und dHm Kränzchen wurde eine zion istischeJR^de gehalten*; sowie jüdische National-Lieder gespielt und vom Publicum gesungen. Der Abend ergab ausser 200 Rubel für locale Wohlthäfgkeitszwecke 100 Rubel für den Nationalfonds, welchen Betrag unser Verein der Colonialbank in London zugehen liess, um ins Goldene Buch eingeschrieben zu werden. Polangen, 14./27. März 1902. In Unserer Stadt ist man endlich vorige Woche (Purim) vom Worte zur That übergegangen. Nach erweckenden drei Reden des durchreisenden orthodox-zionistischen Redners J. L. Halerkin und unter seiner persönlichen Betheiligung wurde zuerst eine Versammlung von jungen Leuten veranstaltet; hier schlössen sich gleich 45 Schekelzahler an; die Versammlung wählte einen provisorischen Vorstand mit der Aufgabe, möglichst bald eine weitere Versammlung einzuberufen. Diese zweite grosse Versammlung hat bereits getagt. Es hat sich eine Gruppe „sparsamer Freunde des NationaLfonds" gebildet, mit der freiwilligen Verpflichtung zu monatlichen Abzahlungen. Wer drei Monate zu zahlen aufgehört hat, gilt als zurücktretend von der Gruppe; er bekommt dann nur 75 Percent seiner Einlagen heraus, die übrigen 25 Percent gehen in den Nationalfonds. „Nationalfonds-Freunde" werden wir viele unter uns haben. Der neugewählte Vorstand unter Herrn H. M. Guttmanns Führung wird am Chol Hamoed Pessach eine dritte Versammlung (mit Chor) zur Feststellung unserer Statuten vorbereiten. Verschiedentliche Einladungen sind vorgesehen. Ausserdem soll eine erste Versammlung unserer „Zions- Töchter" einberufen werden. Wir heissen „Agudath Chowewe Zion", weil unser Führer, der hochgeehrte Herr J. Bernstein, der unter uns zuerst den Samen der Zions-Freundschaft gestreut hat und vom Colonisations-Comit6 in Odessa eine Vollmacht hat, wünscht, dass wir „politisch" und „praktisch" seien. Durch Herrn Bernsteins Betheiligung sind unsere Versammlungen u. s. w. auch rechtlich. Wir halten sie in unserem Beth-Hamidrasch ab. Dr. L. Schlesinger. Radom, den 5. April 1902. Am 24. März wurde unter der Leitung des Herrn L. B r y 1 a n t ein musikalisch-vocaler Purim-Abend veranstaltet, der sich grossen Zuppruche erfreute. Die Feier wurde durch die treffliehe Festrede de