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Die Welt · 1902-04-25 · 17 (25.4.1902) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
17 (25.4.1902)
Article
Jerusalem [Nachricht]
Date
1902-04-25
Page
11 (sequence 1)
Language
German
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Nh 17 „Die Weit" Seite 11 Vön ' dem hebräischen Jahrbuche „Jerusalem4 (einer Sammelschrift zur Beförderung einer wissenschaftlich genauen Kenntnis des jetzigen und des alten Palästina), das von dem verdienstvollen Palästina-Forscher A. M. Lunez in Jerusalem herausgeben wird, ist soeben das 1. Heft des VI. Bandes (76 S., Preis 1 Frc.) erschienen. Es weist unter anderem folgende bemerkenswerte Beiträge auf: Geschichte der jüdischen Bevölkerung von Beirut bis auf die Gegenwart von Dr. S. Krauss (Budapest); Namensverzeichnis aller Ortschaften Palästinas, deren Identifizierung mit den in der Bibel und im Talmud vorkommenden Namen, nebst Anmerkungen des Herausgebers; Exegetisches von J. J. J e h u d a; Briefe aus Jerusalem aus dem 17. und 18. Jahrhundert; Erläuterung biblischer und rabbinischer Schriftstellen auf Grund der Sitten und Gebräuche des Landes; Neueste Entdeckungen: aramäische Mosaik-Inschrift in Kefar Kana; Materialien zur Geschichte des Orients. Von vielem Interesse ist auch die Rubrik „Nachrichten und Mittheilungen4'. — Das Jahrbuch verdient in vollem Masse die moralische und materielle Förderung aller Zionsfreunde. ^as den Vereinen. Zur jüdischen Arbeiterbewegung in Rumänien. Wie die Jargonzeitschrift „Degel Machnah Jehuda" (Bukarest) berichtet, wurde in Vaslui eine Organisation der dortigen jüdischen Arbeiter und Handwerker auf mutualistischer Basis geschaffen. Charakteristisch für die gut zionistische Gesinnung der rumänisch-jüdischen Arbeiter ist, dass ein volles Viertel der Einkünfte dieser Organisation zur Auslosung von Shares der Jüdischen Colonialbank verwendet wird. Um das Zustandekommen der Organisation haben sich unsere Gesinnungsgenossen, die Herren N. S. Steinberg, B. Hechter und Lehrer Jacob Mendelssohn besonders bemüht. * Der Londoner „Daily Express" telegraphiert ihr Bukarester Gorrespondent, dass etwa 1000 junge jüdische Handwerker sich vereinigt haben, um gemeinsam nach C h i n a auszuwandern. Berichte. Ungar.-Hradisch.; Die jüdisch-akademische Ferialverbindung „Achiwah* in Ung.-Hradisch veranstaltete am 25. März 1. J. in Göding eine Purim-Feier. Die Elite der Gödinger Judenschaft mit dem Cultusvorsteher Dr. Körner an der Spitze hatte sich eingefunden. Nach der Begrüssung der Gäste durch den Präses JUC. E. Schmitz und Absingung des Bundesliedes der „Achiwah" ergriff Bundesbruder JUC. Berthold Singer das Wort zur Festrede. Nach einem launigen Toaste des Bundesbruders med. Max Rosenzweig auf die Damen schloss der officielle Theil des Abends. Hierauf gelangte das Melodrama „Eine fidele Gerichtssitzung" zur Aufführung. Um die Aufführung hatten sich besonders die Herren med. Kohri, med.L öwy und jur. Fried, sowie die Claviervirtuosin Frl. Clementine Fischer aus Göding verdient gemacht. Ein flottes Tanzkränzchen folgte. K. K. Podhajce. Ueber Anregung deshiesigenZionistenvereines fand anlässlich der Purim-Feier am Sonntag den 30. März im Locale der „Jüdischen Lesehalle" ein Abend mit Tanzkränzchen, von Personen von den besten gesellschaftlichen Kreisen besucht, statt. Unter grossem Beifall hielt der erste Vicepräsident Herr Dr. jur. Abr. Glasberg die Festrede, hierauf sprach Herr Leon Allerhand, Gemeinde- und Cultusrath, unter Anwendung hebräischer Citate über den Werdegang und die Principien des Zionismus unter Beifall. Zum Schlüsse hielt noch eine Rede in polnischer Sprache Herr S. Marienberg, welche ebenfalls Beifall gefunden hat. Tobias Ra t't n e r. Prag. (Verein absolvierter jüdischer Handelsakad e m iker „Fraternita sa.) Die constituierende Versammlung des obgenannten Vereines fand Sonntag, den 16. d. M. im Hotel „Goldener Engel"statt. Herr Obernik als Vorsitzender begrüsste alle Anwesenden, insbesondere das Mitglied des A.-C. Herrn Karl Rezek, die Delegierten aller Prager zionistischen Vereine, den Delegierten des "Vereines absolvierter Präger Handelsakademiker. Im Einlaufe befand sich eine Reihe von Glückwunschtelegrammen und Anmeldungen. Die Vorstandswahl ergab folgendes R* sultai: Obmann Emil Obernik; Obmann-Stellvertreter Oskar Schönfeld; Schriftführer Richard Aussen berg; Cassier: Karl Hermann; Bibliothekar Max Lichtenstein; Ersatzmänner Gustav Lichtenstern und Heinrich Schwarz. Wien. (Akademische Verbindung wKadimah\) „Die Chargen wählen der akad. Verbindung „Kadimah" für das Sommersemester 1902: JÜC. Josef Feingold, Präses; techn. J. Karpel, Vicepräses; techn. Abel Suchestow, Schriftführer. Wien. Der „Jüdische Verein jugendlicher Arbeiter" veranstaltete Sonntag den 13. d.M. in Ulimanns Restauration eine öffentliche Versammlung. Schon lange vor Beginn war das Local überfüllt. Gegen 200 jugendliche Arbeiter hatten sich eingefunden. Um 4 Uhr nachmittags wurde die Versammlung eröffnet. Gesinnungsgenosse Gross sprach über das Thema: „Warum organisiert sich die jüdische Jugend?" Das Referat fand lebhaften Beifall. An der hierauf folgenden Debatte betheiligten sich hauptsächlich jüdische Socialdemokraten, und zwar die Herren: Wälder, Steiner und Israelowicz. Ihre Ausführungen, die nur im grossen ganzen dem Referenten rechtgaben, erregten doch bei einem Theile der Anwesenden Widerspruch. Es erwiderten noch von zionistischer Seite die Collegen Strauss und Gross, worauf die Versammlung nach zweieinhalbstündiger Dauer geschlossen wurde, weil das Local nicht länger dem Vereine zur Verfügung stand. Mehrere Gäste meldeten ihren Beitritt an. Tlumacz. Sonntag am 23. März veranstaltete der Verein „Tikwas Israel'* in Tlumacz eine Purim-Feier, die aus Gesängen und einer Aufführung einer dramatischen Scene: ,,Zionistische Versammlung" bestand. An der Feier betheiligten sich die Herren : M. Epstein, S. B. Gutentag, B. Epstein, S.Streit und B.Abend. Der Reinertiag (50 Kronen) wurde für den Garantiefonds der hier zu gründenden jüdischen Volksbank bestimmt. Kersch Abend. Wien. (Jüdisch-akademische Verbindung „Unitas".) Die am 19. März 1902 vorgenommene Chargenwahl für das XVI. Semester ergab folgendes Resultat: Präses cand. ing. Gustav Q u i 11 n e r, Vice-Präses cand. ing. Rudolph Spitzer, Schriftführer cand. jur. Karl Auerbach. Pressburg Nach Schluss der für den Zionismus in Ungarn bedeutsamen Vertrauensmänner - Conferenz versammelten sich die auswärtigen Gäste und hiesigen Zionisten zu einem grossen Fest - Bankett, welches der „Ahavath Zion" als Nachpurim - Feier Herrn Dr. Rönai und den übrigen Gästen zu Ehren veranstaltet hatte. Die orthodoxe Cultusgemeinde war durch zwei Gemeindevorsteher und eine Reihe der hervorragendsten Gemeindemitglieder vertreten. Eine reiche Fülle gesanglicher und musikalischer Darbietungen, die theils durch den Vereinschor, theils durch tüchtige Solosänger und Solospieler ausgeführt wurden, bildete die Unterhaltung. Doctor J. Rönai hielt eine gedankenreiche zionistische Tendenzrede. Jeder der zahlreichen folgenden Redner beleuchtete und feierte den Zionismus von anderen Gesichtspunkten. Von besonderer Wirkung waren eine zündende Rede des Herrn Abrahamsohn aus Bern, sowie eine schwungvolle Recitation des Wiener Recitators Herrn Strauss. Die Festtheilnehmer blieben bis lange nach Mitternacht beisammen. Für den Jüdischen Nationalfonds wurde mit gutem Erfolge gesammelt. Lemberg. Bei der am 30. März im „Dorsche Schlom Ziona stattgefundenen I. Monatsversammlung des Share- Clubs Lemberg I erstattete der Club - Secretär Josef P erlberge r nachstehenden Bericht: Im November v. J. fand über Einberufung des Herrn J. L. Lifschütz die Gründungsv^rsammlung statt, bei welcher ungefähr 20 Zionisten ihren Beitritt anmeldeten. Bei der constituierenden Versammlung vom 16. Februar a. c. erreichte die Mitgliederliste bereits 58, und heute weist sie die stattliche Zahl von 120 Mitgliedern auf. Bis heute wurden 550 Share-Marken von London bezogen, nahezu insgesammt an die Bücherbesitzer vertheilt. Der befriedigende Erfolg, der der Clubleitung zu verdanken ist, beweist, dass ein zielbewusstes Vorgehen seinen Zweck auch in unserem capitalsat men Lande nicht verfehlt. Mit der Verwertung und Popularisierung der Share-Marken erreichen wir ein Dreifaches: Die weitmöglichste Unterbringung der Bankactienunter der

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