Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 16 (18.4.1902)
- Article
- [Nachricht] / M. L.
- Date
- 1902-04-18
- Page
- 8 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 8 „Die £ Welt* Nr. 16 Itas dei) \^reii)*t). Schweiz. Das Landes - Comitö des Verbandes der Zionisten der Schweiz versammelte sich Sonntag den 16. März in Luzern. Anwesend waren 10 Delegierte als Vertreter von 10 zionistischen Vereinen, sowie die beiden Mitglieder des grossen A.-C. für die Schweiz, die Herren Joel Weil (Base]) und Dr. Camillo Herz (Biel). Der geschäftsführende Ausschuss wurde für die neue, bis zum nächsten Congresse dauernde Periode, wie folgt, bestellt: Präsident: Herr Joel Weil (bisher), Vicepräsident: Herr Sigm. Veit (neu), Actuar: Herr Moriz Herz (bisher) und Cassier: Herr Dr. L. Weil (neu), sämmtliche in Basel. Schon in der letztjährigen constituierenden Versammlung hatte das Landes-Comite* für die wichtigeren Fragen des zionistischen Programmes die Bestellung von Referenten beschlossen, welche Institution sich vorzüglich bewährt hat. Die bis* herigen Referenten wurden bestätigt; es sind dies: für die Fragen der Agitation: Herr Dr. Pasmanik (Genf) und Dr. Camillo Herz (Biel); Presse: Herr Dr. Pinczower (Zürich) und Moriz Herz (Basel); Volkswirtschaftliche Fragen: Herr Dr. F ar b stein (Zürich) und B.Meyer (Basel). Neu bestellt wurde eine viergliedrige Commission zur Einleitung der nöthigen Schritte, um den palästinensischen Producten, vorderhand hauptsächlich Weinen und Ethrogim, in der Schweiz besseren Absatz zu verschaffen. Dieselbe besteht aus den Herren Joel Weil (Basel), Doctor Farbstein (Zürich), Dr. Pasmanik (Genf) und L. L i s s i n (Bern). Ein mit den Verlegern des in Zürich erscheinenden „Israelitischen Wochenblatt" abgeschlossener Vertrag wurde gutgeheissen und das genannte Blatt als offizielles Organ des Verbandes der Zionisten der Schweiz erklärt. Zwecks kräftiger Unterstützung und Förderung des Nationalfonds wurden folgende Beschlüsse gefasst: Der Landesverband lässt sich als solcher ins goldene Buch einschreiben; den einzelnen Vereinen wird empfohlen, ein Gleiches zu thun. An sämmtliche Juden der Schweiz wird ein gleichlautendes Circular erlassen, auf Grund dessen dann eine allgemeine Collecte vorgenommen wird. In jeder zionistischen und, wenn irgend möglich, in jeder jüdischen Versammlung soll für den Nationalfonds gesammelt werden. In öffentlichen Localen (Vereinslocalen, Caf6s) sind Büchsen aufzustellen. Correspondenzen des Vereines sollen mit Marken des Nationalfonds versehen werden. Es soll dahin gewirkt werden, dass in allen Synagogen der Schweiz für den Nationalfonds gespendet werden darf. Sämmtliche Beiträge sollen von den einzelnen Vereinen an das Mitglied des A.-C. Herrn Dr. Camillo Herz in Biel gesandt werden, welcher dafür im „Israelitischen Wochenblatt" öffentlich quittiert. Die übrigen behandelten Tractanden betrafen hauptsächlich interne Fragen. — Eine Sammlung für den Nationalfonds ergab Francs 18.—. Trotzdem der Zionismus schon einen grossen Theil des schweizerischen Judenthums umfasst, steht zu erwarten, dass derselbe sich in nächster Zeit noch mehr ausbreiten werde. M. L. .* Deutschland. In den Ortsgruppen herrscht reges Leben. Einige kurze Berichte: In Berlin sprach Rabbiner Nobel- Halberstadt über das Thema „Sind Gebete für Zion eine Gottes* lästerung?" — eine Antwort an den .Repräsentanten der jüdischen Gemeinde Herrn Prof. Ludwig Geiger; die von über 600 Personen besuchte Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, in der gegen die schmähliche Verunglimpfung unserer Zions-Gebete durch Geiger in der Berliner Gemeindestube Verwahrung eingelegt wurde und dem uralten Zions-Ideal das Gelöbnis unwandelbarer Treue erneut wurde. Am Montag sprach Gg. Hr. Dr. Moses- Mannheim über „Jüdische Politik und Zionismus." Aus Strassburg im Elsass wird von einer sehr gut gelungenen zionistischen Purim-Feier, der ersten, die dort veranstaltet wurde, berichtet, die Strassburger Gesinnungsgenossen werden demnächst im Elsass weitere Versammlungen abhalten; zuerst in Hagenau, wo Dr. Dannenberg referieren wird. In Memel hat Abrahamsohn-Königsberg gesprochen, in Cassel hat sich eine neue Gruppe constituiert, in Stuttgart zeigen sieh Ansätze zu einer Gruppenbildung. Die Königsberger Hartung'sehe Zeitung schreibt: Die Königsberger Zionistische Vereinigung veranstaltete am 30. März im Artushofe einen Vortragsabend, der von. über 300 Mitgliedern und Gästen besucht war. Herr Dr. Klee aus Berlin referierte über das Thema „Das zionistische Programm und seine Gegner". Der Redner charakterisierte zunächst die Situation der westlichen wie der östlichen Juden als unhaltbar. Sympathiemittelchen und Besprechungen helfen hier nicht. Das einzig wirksame Heilmittel sei der Zionismus. Indem der Redner den Grundsatz des zionistischen Programms: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlichrechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina" Wort für Wort interpretierte, verwahrte er sich gegen alle irrthümlichen Auslegungen, die diesem klaren Programm zutheil geworden seien. Hieran knüpfte er einen Ueberblick über die bisherigen moralischen und realen Erfolge der Bewegung, die bereits hunderttausende organisierte Anhänger in allen Theilen der Erde habe, und schloss mit einem feurigen Appell an die Versammlung, den von idealstem Streben geleiteten Führern rückhaltlos zu vertrauen. Reicher Beifall begleiteten den fast r/,stündigen Vortrag und dankte dem Redner am Schlüsse seiner Ausführungen, denen eine längere Discussion folgte. Vom Delegiertentag in Mannheim trennen uns noch fünf Wochen. Diese fünf Wochen müssen noch weiter ausgenützt werden. Vorwärts! A. Voranzeigen. Köln. („Z i o n i s t i s ch e Vereinigung für Deutschland.*) Die Tagesordnung für die Mannheimer Delegierten- Conferenz der deutschen Ortsgruppen am 19. und 20. Mai d. J. ist vom Central-Comite der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland* wie folgt festgestellt worden: 1. Neu-Organisation: Referent Herr Dr. Gronemann (Hannover), Correferent Herr Dr. Friedemann (zur Zeit Wiesbaden). 2. Fractions-Frage: Referent Herr Dr. Klee (Berlin), Correferent Herr Dr. Bodenheimer (Köln). 3. Gegenwarts- Fragen: Referent Herr Dr. Elias (Mülhausen i. E.)5 Correferent Herr Dr. Moses (Mannheim). 4. Cassenbericht: Herr Gustav Wolf f. Eventuelle Aenderungen und Ergänzungen der Tagesordnung, sowie eventueller Wechsel der Herren Referenten wird frühzeitig veröffentlicht werden. Leipzig. Samstag den 3. Mai veranstaltet die „Zionistische Vereinigung" eine grosse Agitations-Versammlung, zu der Dr. Klee-Berlin einen Vortrag zugesagt hat. Wien. (Einzelverein „Wien* des „Zion".) Samstag den 19. April 1902 findet um V29 Uhr abends im Restaurant Oskar Petrich, IL, Obere Donaustrassse 12, ein Vortrags- und Discussions - Abend statt. Thema: „Die Zionsidee auf dem Wege der Realisierung". Referent: Herr Dr. Leopold Kahn, Hof- und Gerichts-Advocat. Nach dem Vortrage findet eine gemüthliche Unterhaltung statt. Gäste herzlichst willkommen! Wien. (Einzelverein „Leopoldstadt-Prater- Strasse" des „Zio nft.) Donnerstag den 24. d. M. um 8 Uhr abends im „Cafä Orient", IL, Praterstrasse, Vortrag des Fräuleins Helene Margulies: 1. Die Befreiung unserer Vorfahren vom Sclavenjoche Aegyptens. % Discussion über den Bielitzer Parteitag. Gäste, insbesondere Damen, herzlichst willkommen! Wien. („Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter", II., Rembrandstrasse 3.) Sonntag den 20. d. M. findet ein Vortrag statt. Thema : „Die Befreiung unserer Brüder vom Sclavenjoch Aegyptens". Referentin Frl. Helene Margulies. Beginn präcise 6 Uhr abends.