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Die Welt · 1902-03-28 · 13 (28.3.1902) · p. 15

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
13 (28.3.1902)
Article
Zweierlei Juden
Date
1902-03-28
Page
15 (sequence 2)
Language
German
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Nr. IS „Die # Welt" Seite 15 Paul blickte ihm ins Antlitz. „Sie sind ein alter Mann," sagte er, „und es würde nicht viel Muth erfordern, Ihnen die gebürende Antwort zu ertheilen. Leben Sie wohl!a Damit nahm er das Porträt unter den Arm und wandte sich zum Gehen. r,,]?reches Judenjüngel!B rief ihm der Baron nach* Zornbebend blieb Paul einen Augenblick stehen, dann aber zuckte er die Schulter und verliess den Park. Draussen lehnte er sich an die Einfriedung. „Freches Judenjüngel!" stiess er leise hervor. „Freches Judenjüngel!" Auch er ist kein Mann, kein Künstler, nein, bloss ein freches Judenjüngel, wenn er ein ehrliches Wort zu äussern wagt? Seufzend strich er sich über die Stirne, wie um ein trübes Bild zu verscheuchen, und wollte weitergehen, da bemerkte er Tulpenthal in seiner Nähe. »Hören Sie, junger Herr, ist die Gräfin wirklich abwesend?" „Es scheint so, denn sie hätte keine Ursache, sich vor mir verheimlichen zu lassen. Sie aber, Herr v. Tulpenthal, könnten sich die Wege hierher füglich ersparen." „Sie kennen mich, jnnger Herr? Sagen Sie, mit wem habe ich die Ehre?" „Sie haben ja meinem Namen drinnen vom Baron gehört? Ich heissePaul Rosenstein und bin der Sohn Ihres Bureauleiters Jacob Rosenstein." (Fortsetzung folgt.) Von unserer Volksbildungsbewegung. Volks-Hochschule in Paris. Ueber Anregung und unter Förderung der „Association desfitudiants Isra^lites", sowie der Vereine „D o rs ch e Zi o n<{ und „Bachure Zion" ist in Paris seit dem I.März 1902 ebenfalls eine jüdische Volks-Hochschule in der rue St. Antoine 33 eröffnet. Viermal in der Woche finden Vorträge jüdischen und allgemeinen Inhaltes statt. Ein Curs für hebräische und einer für französische Sprache wird abgehalten; eine Bibliothek und ein Lesesaal sind der allgemeinen Benützung übergeben worden. Unseren braven Pariser Gesinnungsgenossen senden wir hiermit unsere besten Wünsche zu ihremnationalen Unternehmen. * Jüdisches Volksbildungsheim. Wien, XIV., Denglergasse % 1. Stock. April-Programm: 1. Herr Schriftsteller Jacques Jäger: „Auswanderung und Colonisation.* — 8. Concert: Liedervorträge des Fräulein Louise Lassner und des Herrn Obercar»f^r Leopold Schleifer. —- 15. Recitation, — 29. Max b.t o i n h e r z: „Sabbattai Zewi." * Jüdische Toynbee-Halle in Wien. Anlässlich des Purim-Festes fand am Sonntag den 23. nachmittags die letzte diesjährige Kinder-Jause statt. 180 Kinder nahmen daran theil. Für die Unterhaltung, die unter Leitung des Herrn Albert Smolensky stand, sorgten Frau Ida Berliner durch Vorträge, sowie Herr B äs ch durch drei lustige Gedichte. Der kleine K au d er s entzückte die Kleinen durch sein prächtiges Violinspiel, ebenso der kleine Fischer, den wir in derToynbee-Halle schon oft zu hören die Freude hatten. Herr Hochstein amüsierte die Kinder durch seine lustigen Ciaviervorträge und Gesänge. Zum Schlüsse wurde das Kaiser-Lied von den Kindern gesungen. Nachdem die Jause, in liebenswürdiger Weise von Frau Professor Brüll gespendet, vorüber war, erhielten die Kinder Geschenke, welche auf Veranlassung des Herrn Smolensky von den Firmen Teichtner, Kohn und Low zur Verfügung gestellt waren. Ida B. Das stenographische Protokoll des V. Congresses (deutsche Ausgabe) ist bereits erschienen und zum Preise von K 1 vom Jüdischen Buch- und Kunstverlag (Brünn, Krautmarkt 11 und Wien, III., Dianagasse 2 [A. Gold]), zu beziehen. Porto für Inland 30 h, für Ausland 50 h. Buchhändler und zionistische Vereinigungen, die 50 Exemplare und mehr "beziehen, erhalten 40 Percent Rabatt Mittheilungeri des österreichischen Landes-Comites „Verband Zion". 1. Folgende Tage sind für unsere Sitzungen bestimmt: März 24. April 3., 15., 29. Mai 6., 13. 2. Der zweite österreichische Zionistentag findet am 18. und 19. Mai d- J. in Bielitz statt. Tagesordnung: 1. Begrüssung durch die Einberufer. 2. Wahl des Bureaus. 3. Rechenschaftsbericht. 4. Organisation. Ref. Dr. Egon Zweig (Wien). a) Die nächsten Aufgaben der einzelnen Organisationen. Ref. Dr. David Malz (Lemberg). b) Technische Organisation. Ref. Alfred Weissb e r g e r (Wien). 5. Agitation. Ref. Karl Rezek (Prag). 6. Stellungnahme zu den nichtzionistischen Gruppen in Oesterreich. Ref. Egon Leder er (Wien). 7. Presse. Ref. Dr. S. Krenberger (Wien). 8. Stellungnahme zu den Congressen. Ref. Mai H ickl (Brünn). 9. Budgetierung (Bestimmung der Parteisteuer). Ref. S. Mohr (Wien). 10. Wahl des Landes-Comites. 11. Bestimmung des Ortes für den nächsten Parteitag. Anregungen und Anträge dafür werden von Einzelnen und Corporationen schriftlich bis 1. Mai entgegengenommen. Spätere Zuschriften werden nicht berücksichtigt 3. Zur ehesten Zahlung der Partei Steuer —- 1 Krone pro Mitglied —- wird dringend aufgefordert. Alle Geldsendungen beliebe man an Herrn Samuel Mohr in Wien, XIL, SchönbrunnerStrasse 289, zu richten. 4. Bestellt durch Eure Districts-Comites folgende neue Verschleissartikel: a) Ansichtskarten, b) Briefpapiere, Directe Bestellungen sind zu richten an Herrn Secretär Adolf Pollak, Wien, IX., Türken- Strasse Nr. 9. 5. Die neue Flugschrift: „W as wollen wir Zionisten?" von Berthold Fe i w e 1, zum Preise von 4 Hellern (100 Stück für 3 Kronen) ist ebenda zu haben. 6. Die Schrift von Dr. Max Nordau: -D e r Z i o n i smus (Einzelpreis 20 Heller) und die Neuauflage von Dr, Herzls „J u d e n s t a a t" (Einzelpreis Kr. 1.20) erscheinen im Verlage des „Jüdischen Buch- und Kunstverlages" in Brünn, Krautmarkt 11, und sind dort zu bestellen. 7. Gründet Bildungsheime! Gründet Einzel vereine! Gründet Fachvereine! Gründet Erwerbsg^nossenschaften! Gründet Los- und Sparvereine! Gründet Frauen- und Mädchenvereine! Gründet Turn- und Sportvereine! Gründet Gesangvereine! Gründet Volksbibliotheken! Musterstatuten sind gratis in unserem Bureau: Wien, IX., Türkenstrasse 9, zu haben. 8. Veranstaltet Versammlungen, Brudermahle, Sederfeiern und berichtet sofort an die Districts-Comites! 9. Redner für Vera nstaltungen sind durch die Districts- Comites zu erfragen und zu erbitten. 10. Gedenket des Nationalfo n d s! G e d e n k e t d e s S c h ek e 1 s! Gedenket der Jüdischen Colonialbank! Gedenket der Parteisteuer! Den zahlreichen Einsendern von Beträgen für Nationalfondsmarken an unseren Cassier Herrn S.Mohr diene zur Kenntnis, dass die Marken erst in einigen Tagen zur Ausgabegelangen und sodann alle Bestellungen sofort effectuiert werden. Briefkasten. A. H.: Die Stellen in der Bank sind voll besetzt und besteht momentan kein weiterer Bedarf. Purim-Abend in Warschau: Herzlichen Dank und Zionsgruss! cand. jur. E. in Cassel: Wie Sie sehen, in dieser Nummer besprochen.

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