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Die Welt · 1902-03-28 · 13 (28.3.1902) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
13 (28.3.1902)
Article
Holleschau [Nachricht]
Date
1902-03-28
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 13 ,DIe 2^ Weit« Seite 11 «und Vortrags-Abend mit daran schliessendem Tanzkränzchen. Es ist dies die erste öffentliche Veranstaltung des Vereines und daher sein Gründungsfest. Gäste herzlich willkommen! Berichte. Lübeck, 14. März. Sonntag den % d. M. sprach im hiesigen Verein „Haschkomoh" Herr Dr. med. Frank, der Vorsitzende der Hamburger zionistischen Ortsgruppe, über das Thema; »Die jüdische Volksbewegung der Gegenwart". Die meisterhafte Eede, die den historischen Werdegang und die Principien des Zionismus in fast erschöpfender Weise darstellte undim|besonderen die Beziehungen der Bewegung zum gesetzestreuen^Judenthum behandelte, fand bei den zahlreich Versammelten lebhaftesten Beifall. Der Erfolg dieses ersten zionistischen Vorstosses in Lübeck übertraf alle Erwartungen. In der bis spät in die Nacht hinein sich erstreckenden Discussion fanden sämmtliche Freunde unserer Sache (die Herren Eedacteur Levysöhn aus Hamburg. Dr. Joel, Margulies, Dr. Kalmus) begeisterte Zustimmung. Herr Eabbiner Dr. Carlebach, der die Versammlung durch seine Anwesenheit ehrte, betonte die unleugbare Bedeutung des Zionismus, lobte die colonisatorischen Bestrebungen, hob jedoch mit Nachdruck, aber in vornehmster Form hervor, als Strenggläubiger der Bewegung fernbleiben zu müssen, so lange der Zionismus von seinen Bekennern nicht eine orthodoxe Lebensführung fordere. In überaus sympathischer Weise sprach sich Dr. med. Adler aus, das angesehenste und einflussreichste Mitglied der Gemeinde. Er gab in packenden Worten seiner Freude Ausdruck, dass der zionistische Gedanke von nun an auch in Lübeck festen Fuss fasse und schloss mit einem Hoch auf den Verein „Haschkomoh" und auf das Gedeihen der geplanten zionistischen Ortsgruppe. Zwei Eedner, Herr Fal ck und Herr Alexander Carlebach, bekannten sich als Gegner, Herr Jaffe erklärte, von Stunde an Zionist zu sein, Herr Waldheim legte dar, er halte von seinem liberalen Standpunkte aus eine Verständigung mit der Orthodoxie für ausgeschlossen, ein Zusammengehen mit den Zionisten für sehr wohl möglich. Inzwischen ist die Bildung der Ortsgruppe erfolgt. 16 Herren traten bei 'mit der firidärung, auf dem Boden des Baseler Programms zu stehen. Es befinden sich darunter ein Vorsteher und zwei Auschussmitglieder der Gemeinde. In den Vorstand der Ortsgruppe wurden gewählt die Herren : Dr. Joel als erster Vorsitzander, Doctor Kalmus als dessen Stellvertreter, Margulies als Schriftführer, Jaffe als Schatzmeister. — Nicht zum mindesten verdankt der Zionismus in Lübeck seinen Erfolg der wohlwollenden Stellungnahme des treftlichen Eabbiners Herrn Dr. Carlebach. Seine vorurtheilsfreie Denkweise lässt ihn so weit gehen, trotz abweichender Meinung die Begründung einer zionistischen Ortsgruppe innerhalb seiner Gemeinde „mit aufrichtiger Freude* zu begrüssen. Hannover. (Zionis tisc hesBureau.)Nachdem vor kurzem Herr Dr. Gronemann in Jever einen Vortrag gehalten, hat sich jetzt eine Gruppe wLand Oldenburg" mit dem Vorort Varel gegründet. Am 9. er. sprach Herr Dr. Gronemann im Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Hameln. Nach Beendigung der Discussion wurde auf Anregung des Herrn Banquiers Selb erg eine Ortsgruppe gegründet. (20 Schekelzahler wurden noch am Abend gewonnen.)] München. Die zionistische Ortsgruppe zählt jetzt über 100 Mitglieder; der Vorstand besteht aus den Herren: Dr. Norwitzky, 1. Vor sitzender; Dr. Wolffskeel, % Vorsitzender; stud jur. E. Mayer, Schriftführer; Bei c h, Cassierer, und Schachno, Ersatzmann. Johannesburg. Ein zionistischer Verein hat sich in Standerton, Transvaal, gebildet. Budapest. (Budapester Zionisten-Verein.) Montag den 24. März hielt dieser neugegründete Verein („Budapesti Czionista Egylet") im Saale des Hotel Royal seine constituierende Generalversammlung. Augustow, Gouv. Suwalky, 16. Februar 1902. Auf Initiative der Herren Abr. Glücksonn und Hirsch K o p c i o w s k y wurde hier aufs neue ein zionistischer Verein gegründet. Die erste Sitzung trat zusammen im Bethause der Gesellschaft »Linas Hazedek". 19 Personen waren anwesend. Herr Benjamin Marcus wurde zum Secretär gewählt. Herr Mordechai Ellenberg zum Schatzmeister. Das Comite* toegteht aus den Herren Btr Filipowsky, Ch. Kopeiowsky, Jacob Marcus, Abr. Glücksohn Ch. L; R e w e 1, Hillel Feinstein, M. Ellenberg, Benjamin Marcus. Herr Ch. Kopciowsky wurde beauftragt, die alten noch säumigen Actionäre aufzusuchen und von denselben die ausständigen Beiträge zu fordern. In der zweiten Sitzung wurden noch folgende Herren in das Comite gewählt: O. Glücksöhn, D. Is. M o r d u c h o w i c z, M. Grossberg, Lazar Wisansky. Am Schlüsse der Sitzung hielt Herr Morduchowicz eine ausgezeichnete Ansprache über die zionistische Bewegung. Am 24. Februar a. c. fand eine Sitzung des Comitee statt, und wurde beschlossen, jeden Samstag-Abend Sitzungen abzuhalten. Ein Fünfer-Ausschuss wurde gewählt, der in der Bibliothek für Aufrechthaltung der Ordnung zu sorgen hat. Ferner wurde beschlossen, zwei Actien zu verlosen und alle Samstage den Vorlesungen über jüdische Geschichte, die im Local „Linas Hazedek" stattfinden, in corpore beizuwohnen, um mit gutem Beispiele voranzugehen und alle Zionisten dafür zu gewinnen. Leiter der zionistischen Bewegung ist Herr Benjamin Marcus. Samstag abends (d^Iö) wird eine General - Versammlung des Vereines stattfinden mit folgendem Programm: 1. Ansprache des Herrn Morduchowicz. 2. Verlesung einer Broschüre. 3. Zionslieder, gesungen vom Chor. 4. Ansprache. Prag. (Jüdischer Fraue n-V erein.) Am 23. d. M. veranstaltete der Verein mit Genehmigung des k. k.Landesschulrathes im grossen SaaLe der Produetenbörse einPurim- Fest für Kinder, das animiert verlief und dem Vereine viele neue Freunde warb. Es war ein Costümfest ohne Zwang, und da sah man manch reizendes Figürchen. Zum Andenken erhielt jedes Kind ein Bonbonniere mit der Aufschrift: »Zur Erinnerung an das Purirn-Fesi — Jüdischer Frauen-Verein, Prag." Der Fest-Ausschluss, bestehend aus den Damen: Johanna Be r gm a n n, Bertha K ar p e 1 e s, Emilie L ö w y, Sophie R o u b i t s c h e k, Jenny Schwarz und Joseüne Singer, kann mit Befriedigung auf die Veranstaltung zurückblicken. S. R. Antopol, Gouv. Grodno. (Zionistischer Verein „Agudath Hazionim".) In der Sitzung vom k Januar a. c. wurde beschlossen, Mittel und Wege zu suchen, neue Actien zu verkaufen, und neue Actien zu verlosen, wobei die Lose am Platze verkauft worden sind. Die Verlosung soll in der nächsten Sitzung stattfinden. Gegründet wurde ein Club von 100 Mitgliedern, welche sämmtlich auf Actien gezeichnet haben, in kleinen Raten durch ein neues Markensystem zahlbar. An diesem Club nehmen Alt und Jung theil. Alle Monate werden vier Actien verlost, wotiei die entfallenden Gewinne für die Mitglieder des Clubs sind. Aber die gewonnenen Actien werden nicht abgeliefert, bis die betreffenden Marken nicht ausgelöst sind, so dass die Gewinner den Ausverkauf der Marken beschleunigen werden. Jeden Freitag- Abend wird die Bibel vor dem Volke verlesen, wonach Vorträge über Zionismus gehalten werden, Herr Lifschitz und Agronom M. Weller gründen hier eine Credit-Bank- Gesellschaft, wozu die „Ica" einen Vorschuss versprochen hat. Die Statuten wurden schon der Regierung zur Bestätigung vorgelegt, was grossen Nutzen für die armen Classen der Stadt leisten wird. Der Verein hat ferner einige junge Leute bestellt, die arme Kinder zu lehren haben. Es wurde beschlossen, eine Lesehalle zu eröffnen. An Sabbathen und Feiertagen betet der Verein an einem bestimmten Platze, wobei die «rypby» gekauft werden und dafür Leistungen für die Lesehalle ausgeschrieben werden. 20 Rubel sind schon auf Rechnung des Schekel-Einkommens an die Organisation scasse abgesendet worden. Secretär des Vereines ist Herr S. Pisotzky. Köln. Nach dem Vorbilde anderer deutscher Städte veranstaltete die hiesige „Zionistische Vereinigung* am Samstag den 15. d. M. im Vereinslocale (Glückauf-Halle am Laurenzplatz) einen junpjüdischen Abend. Herr Max Goldreich recitierte in formvollendeter Weise neuere Dichtungpn jüdischen Inhalts von Boerries Freiherrn von Münchhausen. S.Frug, Isr. A b ra h a m s o h n, Berth. Feiwel, Morris Rosenield, Goldfaden u.a.m. Der Beifall wuchs, als die gemüthvolle Jargondichtung „Mein Jüngele" von M. Rosenfeld zum Vortrag kam. Dann kamen einige Gedichte satirischen und humoristischen Inhalts. Derartige Veranstaltungen sind geeignet, das Interesse für unsere Sache zu wecken. Bottuschani. Unsere Stadt ist zu einer Hochburg des Zionismus in Rumänien geworden. Dank den Bemühungen der Herren Dr. Bernhard Wohlberg, M. Löbl, B. Weiser, B, Schönfeld, J. M. Wechsler entstand hier eine Section unter dem Namen „Basel-Zion", die ©sin den wenigen Wochen ihres Bestandes auf mehr als

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