Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 13 (28.3.1902)
- Article
- Sehr geehrte Redaction!
- Date
- 1902-03-28
- Page
- 9 (sequence 1)
- Language
- German
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- Slonim 1× ep/1000502
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fw. 13 ,Dw & WelK06 » e '$*ibui)e. ^Oelt-Qbro'oik- Sehr geehrteRedaction! Die „Alliance israelite universelle" veranstaltet am 11. Mai ihre Vorstandswahlen. Wie bekannt, hat bei diesen Wahlen nicht jeder Bezirk seine besonderen Vertreter zu wählen, sondern es wird nach einem Listenscrutinium gewählt. Jeder Wähler muss sich über eine Liste schlüssig werden, die ebenso viele Namen enthält, als Vorstandsmitglieder zu wählen sind. Nach den Statuten der „ Alliance" muss eine grosse Anzahl von Vorstandsmitgliedern in Paris ansässig sein. loh bitte, dies Ihren geschätzten Lehern zur Kenntnis zu bringen, und verbleibe Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruss Dr. Alfred Elias. Mülhausen i. E., 23. März 1902. * Die Broschüre „Der Zionismus" von Dr. Max Nord au ist soeben im Jüdischen Buch- und Kunstverlag erschienen und ist um den Preis von 20 h erhältlich. Bei Abnahme von 100 Stück 25% Rabatt. Das Reinerträgnis ist dem Agitationsfonds des österreichischen Landes- Comites gewidmet. Die e glänzende Agitationsschrift ist wie keine andere geeignet, den Wissbegierigen über die Bestrebungen und Ziele der zionistischen Bewegung aufzuklären. Wir bitten daher unsere Gesinnungsgenossen, unverzüglich einen Functionär ihrer Organisation mit der Aufgabe zu betrauen, für die Verbreitung dieser Broschüre, sowie der demnächst in dem genannten Verlage erscheinenden Agitationsschriften Sorge zu tragen. Bestellungen sind ausschliesslich an den Jüdischem Buch- und Kunstverlag, derzeit Brünn, Krautmarkt 11, zu richten. Das österreichische Lau des-C omite. * Der Seder-Abend der „Vereinigung zionistischer Höchschülertf findet Dienstag den 22. April um halb 9 Uhr abends in Löbls Restaurant, VI, Schmalzhofgasse, statt. Theilnehmerkarten ä 3 Kronen sind erhältlich im „Cafe JägerhofS „Cafe" Börse*, „Cafe Paulanerhof", „Cafe Technik" und „Cafe Arcaden". Anregung für den Nationalfonds. Wisnicz, am 8. März 1902. Ich möchte für den Jüdischen Nationalfonds Nachstehendes vorschlagen : Da das goldene Buch als Impuls nur für das geringe Häuflein unserer begüterten Gesinnungsgenossen dientn kann, das Wohl und Wehe des Nationalfonds hingegen bei weitem von den grossen Schichten der Zionsscharen, deren Herzen in inniger Liebe für ihr väterliches Heiligthum schlagen, bedingt ist, beantrage ich, nebst demselben ein Album anzulegen, woselbst die Namen der Spender von 10 Kr« aufwärts aulzunehmen seien. Einen so kleinen Betrag bestimmend, gibt man auch den vom Schicksale materiell weniger Begünstigten, zu denen sich die weitaus überwiegende Majorität unserer Gesinnungsgenossen zählt, einen edlen Impuls zur Opferwilligkeit. Da also meines Erachtens die Creierung dieser Triebfeder zum Wohle unseres Nationalfonds wesentlich beitragen würde, lege ich diesen Vorschlag zur Beurtheilung vor. Hermann Frankel Volksschullehrer. * Anregung an die Studentenvereine. Der Ausschuss der „Vereinigung zionistischer Hochschüler* hat beschlossen, bei jeder Veranstaltung und jedem Vortrage für den Nationalfonds zu sammeln und die gesammelten Beträge bis zu jener Höhe anschwellen zu lassen, die zur Eintragung in das „goldene Buch" erforderlieh ist. * Das goldene Buch. B. C a h a n e in Ploesti 10 Pfund Sterling, Gesellschaft „Carmel" in Warschau lOPf'und Sterling, W. undW. Gr 1 u s k i n in Warschau 10 Pfund Sterling. * Berichtigung; Bei der in Nr. 11 publicierten Eintragung im goldenen Buch soll es richtig heissen: Zodek und Ester Dubinbaum in Slonim. Unser Gesinnungsgenosse Sir Francis Montefiore wurde auf den Ehrenposten eines Vicepräsidenten der spanischen und portugisieschen Congregation in London gewählt. Zum Präsidenten wurde Sir Edward S a s s o o n Bart, M. P. (Parlamentsmitglied) gewählt. Lord Rothschild für jüdischen Unterricht. Die Liga zur Fürsorge für jüdischen Unterricht an Kindern in London gab ein Diner, auf welchem Lord L. Rothschild, ihr Obmann, die bestehenden Verhältnisse erörterte. Erbrachte vor, dass von 20.000 schulpflichtigen Judenkindern in London 12.000 überhaupt keinen jüdischen Unterrichtgeniessen,(!) weder in Hebräisch noch Geschichte. (Was aus diesenKindern wohl für Juden werden?) uft kommen an die Liga Ansuchen von Directoren protestantischer Schulen, dass man den jüdischen Kindern der Schule irgendeinen jüdischen Unterricht ertheile. Die Liga bemüht sich so sehr als möglich, die Uebelstände zu beseitigen, jüdische Lehrer in bestehende Classen zu entsenden und jüdische neue Classen zu errichten. Die Kosten pro Jahr belaufen sich auf 4000 Pfund Sterling und sind für das nächste Jahr gedeckt. Ein jüdisches Vermächtnis, Wir lesen in einem Spendenausweise folgende interessante Notiz : „Der Grossindustrielle Ignaz Eisler hat 1000 Kronen für Arme christlicher Confession testiert. Ueber die Juden in A'gier schreibt der Führer der deutschen National-Socialen Pfarrer Naumann in seiner Zeitschrift „Die Zeit" (Nr. 22): „Sehr eigentümlich ist die Erscheinung der hiesigen Juden. Ihre Frauen gehören zu den schönsten Menschen, die es auf der Erde geben mag. Aber auch ihre Männer sind biegsame tüchtige Gestalten. Sie tragen ihre eigene Tracht. Die Männer haben faltenreiche Gewänder, die Flauen aber gehen am Sabbathe und auch am Sonntage wie Paradiesvögel durch die Strassen. Schwarzes Haar, schwarze Augen, rothe, nackte Arme, bunte Tücher, viele bunte Seide. Sie anzusehen, ist ein farbiger Genuss. Woher die Frauentracht stammt, ist mir nicht klar, oft gleicht sie den Bildern der französischen Frauen aus der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts. Es kann aber auch sein, dass spanische Einflüsse vorwalten. Bis ich die Frauen des Kaukasus gesehen haben .werde, werde ich glauben, dass hier die reinste Schönheit an meisten Gesammteigenthum eines Stammes wurde. Einzelne blendend schöne Erscheinungen gibt es überall in der Welt, hier aber ist Frau und Magd, Mutter und Tochter von derselben Art. Diese schönen Jüdinnen und ihre Männer sind ein Art Mittelding zwischen den uns allen allen bekannten westeuropäischen und den blassen, glatten palästinensischen Juden (!). Noch bin ich nicht dazu gekommen, mir ein Urtheil über die schwere Frage der Einheit der jüdischen Rasse zu bilden, denn ich kenne den südrussischen Juden nur in ganz wenigen Exemplaren, aber es scheint mir, dass diese Juden in Constantina es erleichtern, den palästinensischen und den westeuropäischen Typus als Einheit zu fassen. Ganz ohne Zusatz ist natürlich im Laufe so vieler Jahrhunderte auch das Judenthum nirgends geblieben. Doch das sind Dinge, über die man schwerlich jemals zur vollen Klarheit kommen wird ... . Natürlich hindert die Schönheit der jüdischen Frauen nicht, dass auch diese Provinz in Paris antisemitisch vertreten ist." Im Jekaterinoslawer Kreisgerichte spielte sich vor kurzem folgende Scene ab: Der Präsident fordert die Geschwornen auf, einen Obmann aus ihrer Mittte zu wählen. „DolschansküDolschanski!" werden von verschiedenen Seiten Stimmen laut Di". Dolschanski. Chirurg . des Gouvernements-Hospitales, erhebt sich: „Ich habe nicht das Recht dazu .... ich bin. Jude." Präsident: „Ach ja!"