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Die Welt · 1902-03-21 · 12 (21.3.1902) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
12 (21.3.1902)
Article
Focsani [Nachricht]
Date
1902-03-21
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 12 „Die & Welt« Seite 11 Zossmer und M. Weissmann, Beisitzer. Nebenzweck des Vereines ist, einen Lese-Club zu gründen, für welchen Subscriptions-Listen lanciert werden. Wien. („V ereinigung zionistischer Hochschüler",) Samstag den 25. d. M. hielt in der „Vereinigung zionistischer Hochschüler"Herr J. ß elki n d, aus der Colonie Rischon-le-Zion, einen überaus interessanten Vortrag über „Palästina und seine Colonien", der eine Fülle von Aufklärungen und Anregungen bot. Die Discussion, in der Frage auf Frage den Referenten zu neuen Schilderungen Palästinas und Erzählungen der merkwürdigen Grün dungsgeschichte der jüdischen Colonien bewog, dauerte mehrere Stunden. An derselben betheiligten sich unter anderen insbesondere Herr Dr. Zweig, der die Frage nach dem Verhältnisse der Juden zu den Arabern aufwarf, und Herr Dr. L. Kahn, der diese Frage in optimistischem Sinne auffasste. Wien. („B ar Ko chba.") Präses: stud. jur. Alexander Rittermann; Vice-Präses: stud. med. Lazar Stern; I. Schriftführer: stud. teclm. Osias R o s e n b 1 a 11; II. Schriftführer: stud. ing. Samuel Platzmann; Cassier: stud. techn. Jacob Löwen krön; Bibliothekar: stud. techn. Moses Leu c h t e r. Bern, am 20. Februar 1902. (Akademischer Zionisten- Verein „Bern".) Am 16. Februar ist im Hotel „Eiger" bereits der dritte Ball seit dem Bestehen des genannten Vereines abgehalten worden, welcher als durchaus gelungen bezeichnet werden kann. Ausser etwas 80 bis 90 Studenten und Studentinnen waren gegen 100 „Bürgerliche" anwesend, darunter der Gemeinde-Präsident. Auch die Universität war durch denRector und andere vertreten. Beim Concerte hat sich besonders ausgezeichnet der Cantor aus Basel Herr D r u j a n, welcher bereits das drittemal selbstlos den grossen Theil des Concertes übernahm. Herr C. Broich hat mit seinen Recitationen („Der jüdische Mai" von M. Rosenfeld, „ Jung Israel" von B. F e iwel, „Friede" von Z 1 o c i s t i, „Licht* von E.Rosenberger) die Zuhörer gefesselt, wie auch Frl. Probst mit ihren schönen Gesangs-Vorträgen. Ein Tanzkränzchen schloss den Abend, der einen Ueberschuss an die „Unterstützungs-Casse" zionistischer Studierender gegeben hat. Ch. W—n. Cork (Irland), 5. März. (Chovevi Zion Association). Sonntag den 2. März 1902 hielt Herr Rev. Ewen Jarsish einen zionistischen Vortrag im Locale 14 East ville ab. Seine Rede war glänzend und dauerte 3 Stunden. Es wurden Marken für den Nationalfonds verkauft. Tlumacz, 10. März 1002. (Verein „Zion".) Bei der am 29. December v. J. stattgefundenen Generalversammlung wurden folgende Herren gewählt: H. Ahend, Präsident; L. Inslicht, Vicepräsident; L. Schlesinger, hebräischer, cand. jur. Jacob Inslicht, deutscher, cand. ing. Salomon Speiser, polnischer Schriftführer; M. H. Feuer, Cassier; Sch. Streit, Controlor und Administrator. In den übrigen Ausschuss wurden gewählt die Herren : Saul ßerkower, Isak Epstein, B. Redner, W. Wucher, O. Gottesmann, Leo Schwefelgeist, H. Dub, J. B. Münz er und M. VVeisb e r s t. Kowno. Anlässlich einer «rnim nbnnx der hiesige Verein „Poale Zion'- am Chamischa Assar bi Sch'wat eine Massenversammlung veranstaltet, bei der Herr J. L. Berger aus Minsk eine zündende zionistische Rede hielt. Nach deren Beendigung leiteten die Anwesenden zu Ehren des Gastes eine Sammlung für den Jüdischen Nationalfonds ein, die die Summe von 10 Rubeln ergab. Ploesti. Samstag den 8. März veranstaltete der Verein „C h e s e d s c h e 1 E m e s"im Saale „Grand Hotel" ein Tanzkränzchen zugunsten der Armen. Bei dieser Gelegenheit sammelten die Herren Leon B 1 u m und Heinrich W i 1 d e r für den Nationalfonds, unter der Mithilfe des H.Blumenfeld. Den Betrag von Lei 20-80 nahm der Cassier des Jewish Colonial Trust, Herr Baruch C aha n e, in Empfang. Er selbst aber spendete, um ins goldene Buch eingetragen zu werden, Lei 252*50 (g 10). Prerau. (C h e w r a - Sude.) Donnerstag den 7. d. Mt veranstaltete die Chewra Kadischa eine Chewra-Sude> die sich zu einem Nationalfeste gestaltete. Sie war ein neuer Beweis der Solidarität der hiesigen Judenschaft, denn Jung und Alt hatte sich in inniger Gemeinschaft zu dem Brudermahle versammelt. Der Vorsteher der Chewra Kadischa, Herr Albert Wolf, hob in seiner Begrüßungsrede die Bedeutung des Festes hervor. Herr Rabbinner Dr. Jakob Tauber pries die Erhabenheit der Institution der Chewra Kadischa, deren Mitglieder sich mit Aufopferung aller Kräfte der Krankenpflege und Unterstützung bedrückter Juden hingeben. Herr C ultus Vorsteher Karl L öw erklärte den Verein als das schönste Institut der Gemeinde, da in demselben das wahre jüdische Gefühl zum Ausdrucke komme. Begeisterung rief die Rede des Vorstandes der Nordbahn, Herrn Juhn hervor, der das Zusaua mengehörigkeitsgefühl der Juden pries. Er betonte, dass wir wahrlich stolz sein können auf unsere Nation. Obzwar sich alles gegen Israel verschworen zu haben schien, hörte es trotzdem nicht auf, sich mächtiger zu fühlen als sein Schicksal und stärker als alle irdischen Gewalten. Mit einem warmen Appell wandte sich der Redner an die Jugend, sie möge, da in ihr die Zukunft unseres Volkes liege, treu halten an allem, was sie an das Judenthum erinnert, was sie mit demselben verknüpft. Hierauf gab Herr stud. jur. Ludwig Furcht die Versicherung, dass die heutige Jugend, die zionistische Jugend mit Sdlbstbewusstsein ausrufen könne: „Durch uns wird das Judenthum weiter leben, ja aus uns heraus wird es sich verjüngen und in eine ferne Zukunft hinübergerettet werden." Mit Absingen einiger jüdischer Chorgesänge schloss die schöne Feier. F. Feuilleton- Armin Vämbery. (Zu seinem 70. Geburtstage: V.K März.) Von Leopold Katscher (Budapest). [Nachdruck verboten.] Vor etwa fünfzehn Jahren erschien in Mittelasien eine tatarische Broschüre, in welcher ehemalige tatarische Bekannte V ä, m b e r y s diesen gegen die „Verdächtigung" vertheidigten, ein „Giaur" zu sein; er sei in Wirklichkeit ein Moslem und foppe die Europäer, indem er sich bei ihnen für einen Christen ausgebe; seine Gewandtheit sei so gross, dass er aligemein als solcher gelte, aber er könne es nicht sein. Der berühmte Forscher verdient es, in diesem Blatte anlässlich seines Eintrittes in das Greisen alter ein Gedenkbiatt zu erhalten — umso eher, als er ja seine jüdische Gesinnung durch sein werkthätiges Eintreten für den Zionismus wiederholt bekundet hat. Keine Eigenschaft ist für Vämbery bezeichnender, als seine ausserordentliche Willenskraft. Ihr hat er es zu danken, dass er es vom armen „Tag-Esser" zu einem hochangesehenen Gelehrten von Weltruf gebracht hat, der in manchen Dingen als eine der grössten Autoritäten gilt. An der Wiege war dem späteren Selfmademan eine solche Zukunft nicht gesungen worden. Geboren wurde Hermann Barn berger — so hiess er ursprünglich — am 10. März 1832 zu Duna-Szerdahely auf der Insel Schutt bei Pressburg als x-terSohn äusserst armer jüdischer Eltern. Ueberdies war er von seinem vierten Jahre an lahm; aber schon frühzeitig zeichnete er sich durch so grosse Energie aus, dass es ihm durch sie allein bereits im zehnten Jahre gelang, sein Gebrechen zu überwinden und die Krücken von sich zu werfen. Das Gehen fiel ihm anfangs furchtbar schwer und verursachte ihm arge Schmerzen, aber schliesslich siegte der feste Wille, so dass die Krücken nie wieder in Gebrauch kamen. Mit dieser charakteristischen Geistesstärke ertrug der Judenjunge, um möglichst viel zu lernen und reisen zu können, in seiner Jugend und noch viel später alle Entbehrungen und Strapazen. Es glückte ihm, die Gymnasialstudien zurückzulegen, sich durchzuessen und durchzu- . rackern, bis er auf autodidaktischem Wege zahlreiche alte und neue Sprachen erlernt hatte und in Constantinopel, dem nächsten Ziele seiner Wünsche, eingetroffen war. Dort erhielt er sich durch Lectionen und wurde von einem Schriftgelehrten, der an ihm Gefallen fand, aufs genaueste mit allen Lehren und Gedanken des Muhamedanismus vertraut gemacht, so dass er sich auf die Reise ins Land seiner Sehnsucht — Mittelasien — in der denkbar besten Weise vorbereitete. Schliesslich glaubte er, das Wagnis unter-

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