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Die Welt · 1902-03-21 · 12 (21.3.1902) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
12 (21.3.1902)
Article
Berlin [Nachricht]
Date
1902-03-21
Page
10 (sequence 1)
Language
German
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Seite 10 J)ie # Weif6 Nr; 12 Berlin. Die „Berliner zionistische Vereinigung" hat den vortrefflichen Aufsatz unseres geschätzten Gesinnungsgenossen Dr. Mandelstamm - Kiew „Eine Ghettostimme über den Zionismus" als Agitations-Broschüre erscheinen lassen. Weitere Agitationsschriften, wie die Eröffnungsrede Dr. Herzls vom 5. Congresse, die Rede Z an g w i 11 s im Article-Club und andere mehr, werden demnächst herausgegeben werden. Berlin. (Die »Berliner Zionistische Verein igung") veranstaltet am Sonntag den 23. März einen Purim-Äbend unter dem Titel „Ein Markt in Rischon T Zion" in Cohns Festsälen, Beuthstrasse 18—21: Einschlägige Costüme erwünscht. Karten sind zu haben bei: Dr Alfred Klee, Neue Bayreutherstrasse 2, Dr, E. Lesczynski, Bayreutherstrasse 36, E. M. Lilien, Bern bürgentrasse 14 Bertha Maj ero witsch, Franseckystrasse 35, Lina Tauber, Neue Königstrasse 15. Wien, den 16. März 1902. Die von den westlichen zionistischen Vereinen und vom Fünf hauser Turnverein veranstaltete Purim-Feier mit anschliessendem Tanzkränzchen findet Sonntag den 23. März im Hotel „zur goldenen Birne", VII., Mariahilferstrasse 30, statt. Hervorragende künstlerische Kräfte haben ihre Mitwirkung zugesagt. Sämmtliche Eintrittskarten sind bereits vergriffen. Saaleröffnung: 7 Uhr; Beginn : präcise 8 Uhr. Wien. („Allgemeiner Jüdischer Arbeiterverein", IL, Rembr and Strasse 3.) Dienstag den 25. März 1902 findet in M. G u t h's Concertsaal, iL, Stephaniestrasse 6 eine Purim-Feier statt. Festrede: Herr Julius Upfimny. Gesangsvorträge: Herr Dr. Neuberger. Violinsolo: Herr Leo Fiedler. Recitation jüdisch-nationaler Gedichte: Herr Emil Tanz. Hierauf humoristische Vorträge. Zum Schlüsse Tanzkränzchen. Beginn *\ß Uhr abends. Regiebeitiag 25 kr. Einen zahlreichen Besuch sieht entgegen Das Fest-Comite. Wien. (Der „Allgemeine Jüdische Arbeiterverein") befindet sich seit dem 15. d. M. IL, Rembrandtstrasse 3, woselbst jeden Samstag abends Vortrag mit Discussion stattfindet, Bibliotheksstunden: jeden Donnerstag und Samstag abends. Wien. (Einzelverein „Leopoldsfcad t-P rate rs trasse" des „Zion".) Donnerstag den 27. d. M. im Cafe" „Orient", IL, Praterstrasse Vortrag des Herrn Doctor Egon Zweig „Zur Kritik der jüdischen Volkspartei". Beginn : V*9 Uhr» Nach Schluss dieses Vortrages wird Herr Beikind über „Die Colonien in Palästinasprechen. Wien. (Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter, IL, Rembrandtstrasse 3) Sonntag den 23. d. M. findet im Vereinsiocale ein Vortrag des Gesinnungsgenossen Leo Lichtgarn statt. Thema: „Jüdische Kunst". (Mit Demonstrationen). Beginn: 6 Uhr abends. Gäste willkommen. Göding. Die Veranstaltung der Ferial Verbindung „Achiwah* aus Ung.-Brod findet am 25. März statt und nicht, wie in voriger Nummer irrthümlich berichtet wurde, am 24. Wien. Der jüdische Gesangverein „Ivria" hält Sonntag den 23. März 1002 in Rappels Rosensälen, X., Himbergerstrasse 41, eine P u r i m - L i e d e r t a f e 1 ab, bei der unter anderen die königl. preussische Hofopernsängerin Fräulein Jenny Fischer mitwirkt. Das reichhaltige Programm wird durch das Vereinsorchester mit dem in Wien zum erstenmale aufgeführten „Dr. Herzl-Marsch" eingeleitet und bringt ausserdem andere Orchesterstücke, Männerchöre, Soloquartette und Humoristica. Hierauf Tanz. Eintritt 1 Krone. Wien. Zum Besten der „ J üdischen Toynbee- Halle" veranstaltet eine Gruppe dankbarer Gäste derselben Samstag den 22. März im Hotel Central, IL, Taborstrasse, eine grossangelegte Purim-Feier mitPurimspiel und Tanz. Entree im Vorverkauf 1 Krone, an der Cassa Kr. 1.50. Wien. Montag den 25. März, 7 Uhr abends, spricht im Turnsaale des „Ersten Wiener Jüdischen Turnvereines" Dr. Max Jerusalem über „Erste Hilfe bei Unfällen auf dem Turnplatz e". Zutritt jüdischen Turnern und Turnerinnen frei. Berichte. Bielitz. (Verein „Zi ona.) Unser Verein hat einen schweren Verlust erlitten. Unser gewesener Obmann Herr Dr. David Stern berg ist von einem plötzlichen Tode ereilt worden. Mit ihm geht unserer Bewegung einer jener Männer verloren, die berufen sind, den Zionismus nach aussenhin zu vertreten und eine leitende Stelle einzunehmen. Speciell unser Verein hier verliert in Dr. Sternberg einen Genossen, der uns zu so manchen Hoffnungen berechtigt hat Dies kam bald nach Eintreffen der Todesnachricht aus Stanislau zum Ausdrucke und in der am 2. d. M. stattgefundenen Vereinsversammlung feierte Gesinnungsgenosse Braff den Verblichenen als Zionisten, nachdem dessen Collegen eine Trauerandacht im Bialaer Tempel veranstaltet hatten. Bei dieser Gelegenheit müssen wir unsere Entrüstung dem Bielitzer Cultusvorstände gegenüber aussprechen, der die Abhaltung der Trauerfeier im Tempel nicht gestattet hatte, und unter anderen Gründen auch anführte, Dr. Stern berg seiZionist gewesen. Dagegen hob Rabbiner Dr. Glaser in seiner Trauerrede gerade den Zionisten Dr. Sternberg rühmend hervor, der sich im Gegensatze zu seinen hiesigen Collegen für die Volksarbeit so warm einsetzte und sich dieser „grossartigen" und „schönen" Bewegung anschloss. Am obcitierten Vereinsabend hielt Gesinnungsgenosse L. Blum einen Vortrag über „Frauenbewegung", der von den Zuhörern mit Beifall belohnt wurde. Die musikalischen Vorträge des Herrn Sohren z'el fanden ebenfalls lobende Anerkennung. Mainz, 11. März 1902. Die hiesige Ortsgruppe der „Zionistischen Vereinigung* für Deutschland* hat gestern ihre erste öffentliche Versammlung gehalten, nachdem sich bisher die Propaganda hier auf Referate in Vereinen beschränkt hatte. Als Vortragende waren erschienen Dr. Moses aus Mannheim und Assessor Dr. Friedemann aus Berlin. Dr. Moses sprach über „Den Zionismus vom Standpunkte der deutschen Juden" in formvollendeter, gedankenreicher Rede. Dr. Friedemann schilderte die Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben des Zionismus in einem überaus packenden Vortrage. Den beiden Rednern gelang e«, das etwa 300 Köpfe starke Auditorium bis in die späten Nachtstunden zu fesseln. Bedenkt man, mit welch einflussreicher Gegnerschaft wir hier zu kämpfen haben, so bedeutet der Vortragsabend mit seinem zahlreichen Besuche, wie ihn bisher keine jüdische Veranstaltung hier gehabt hat, einen vollen Erfolg, dessen Bedeutung noch besser gewürdigt wird, wenn man den nahezu einmüthigen Beifall, den die Reden fanden, und die Thatsache, dass zahlreiche Anmeldungen alsbald erfolgt sind, in Betracht zieht. Besonderer Dank gebürt auch dem Hr. Präsidenten der Bank Wo 1 f f s ohn, der es sich nicht hat nehmen lassen, zur Versammlung hierherzukommen und derselben mit dem ihm eigenen concilianten und doch würdevollen Takt zu präsidieren. x S. Hamburg. (Zionistische Ortsgruppe „Hamburg-Alton a".) Am 3. März fand im Patriotischen Gebäude zu Hamburg die XXVI. ordentliche Versammlung der zionistischen Ortsgruppe „Hamburg-Altona" statt. Referendar Dr. Groneman n-Hannover legte in anschaulicher Weise Ursprung, Wesen und Ziele des Zionismus dar. Seinen Ausführungen wurde lebhafter Beifall zutheil. Seitens des Vorstandes wurde die Drucklegung befürwortet. Es entwickelte sich eine interessante Debatte. Herr Realschullehrer Feiner und Herr Philip nahmen Stellung gegen die politische Seite des Zionismus; ihnen trat insbesondere Dr. Grohemann entgegen. Gegen Mitternacht schloss der Vorsitzende Dr. Franck die Versammlung. Berlad. (Societatea „Zion-MeseriasiÄ.) Folgende Beschlüsse wurden angenommen : 1. Ein Buch zu eröffnen, in das jede Person eingetragen werden soll, die für den Nationalfön.ds von 1/2 Franes aufwärts spenden wird, sei dieselbe Mitglied des Vereines oder nicht; die Summe wird dem Jüdischen Nationalfonds erst dann übersendet werden, wenn sie 10 erreicht haben wird, damit unser Verein im goldenen Buche des Nationalfonds eingetragen werde. Dies möge den anderen Sectionen als Beispiel dienen. 2. Haben wir beschlossen, 1 Centime von jedem verkauften Kilogramm Mazzoth für den Nationalfonds zu verlangen. Das Gesuch diesbezüglich ist dem Cultusrathe übermittelt worden und ist zweifellos zu hoffen, dass unser Ansuchen bestätigt werden wird. Sonst werden in unserer Stadt bei jeder Gelegenheit Sammlungen veranstaltet. Der Zionismus macht hier grosse Fortschritte. — In unserer Cultusgemeinde haben wir seit der December-Wahl von den 12 Cultusmitgliedern 6 von unserem Vereine, also ausgesprochene Zionisten. Focsani, 8. März. Verein „P i r c h e i Z i o n", Generalversammlung. Mr. Israel Z an g will und Rabbiner Dr. J. N a c h t werden zu Ehrenpräsidenten gewählt. Das Comit6 des Vereines „Pirchei Zion*(Section „Israel Zangwill") wurde auf sechs Monate gewählt, und zwar Herr: Hascal P. Silberman n, Präsident; J. A b r am o v i c i, Vicepräsident; Samuel Mandel, Secretär; Moriz David, Vicesecretär; ff. Gr ü n f e 1 d, Cassier; J. F e i n s t e i n, Controlor; Jos6

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