Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 12 (21.3.1902)
- Article
- Geehrter Herr Redacteur!
- Date
- 1902-03-21
- Page
- 7 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr; 12 „Die # Welt* Seite 7 ^vtbät)t. Limerick, 12. März 1902. Geehrter Herr Eedacteur! Ich bin vom hiesigen Vereine „Chowewe Z i o n" beauftragt, Sie von dem folgenden Beschlüsse, den unser Verein am 1. März d. J. gefasst hat, in Kenntnis zu setzen. Es wurde über Antrag des Herrn M. Blond, dem sich Präsident Herr B.Joffe, Rev. E. B. Levin anschlössen, der Beschluss gefasst: 1. dass alle zionistischen Vereine aufgefordert werden sollen, ihre Correspondenz miteinander ausschliesslich in hebräischer Sprache zu führen, 2. dass von dieser Resolution Abschriften an alle zionistischen Vereine versendet werden sollen mit Hinzufügung der Bitte, dass sie sich dem Beschlüsse anschliessen mögen; ferner soll auch an die „Euglish Zionist Federation" in London, an die Redaction der „Welt" in Wien und an die englische. Presse in diesem Sinne geschrieben werden. Hochachtungsvoll und Zionsgruss Marco S. Blond, Hon orar-Secretär 60 Henry St. * An die jüdische Studentenschaft! Die „Vereinigung zionistischer Hochschüler" veranstaltet Dienstag den 22. April, am zweiten Abend des Pessach-Festes, einen Seder für die Studentenschaft. Altsynagogale Gesänge werden der Weihe des Abends entsprechen, in der Tischpause werden jüdische Volkslieder vorgetragen werden. Da wir nun eines grösseren, aus Studenten bestehenden Chores bedürfen, fordern wir unsere stimmbegabten Collegen auf, sich an demselben zahlreich und eifrig zu betheiligen. Speciell Solosänger sind uns besonders erwünscht. Anmeldungen sind zu richten an die Universität oder Technik. * Jüdischer Verlag, Berlin. Modernes Verlagsunternehmen auf Subscriptionsbasis, zur Förderung jüdischer Literatur, Kunst und Wissenschaft. Leitendes Comite : Martin Buber, Berthold Feiwel, E. M. Lilien, Dr. Alfred Nossig. Bureau: Berlin, SW., Köthenerstr. 33, I. Der Verlag plant für die erste Zeit nachstehende Publicationen: 1. Eine Anthologie aus neujüdischer Dichtung (Originalbeiträge und Uebertragungen aus der hebräischen, jüdischen etc. Sprache), unter Mitwirkung von Mathias Ach er, Berthold F e i w e 1 und Moriz Zobel herausgegeben von Martin B u b e r. 1 Eine künstlerisch ausgestattete Hagada von E. M. Lilien. 3. Ein jüdisches Jahrbuch. Mit Beiträgen der hervorragendsten jüdischen Schriftsteller, Maler und Componisten. (Redaction des literarischen Theils: Berthold Feiwel, des künstlerischen : E. M. L i 1 i e n.) 4. Ausgewähl t eErzählungen von J. L. P er e z, aus dem Jüdischen übersetzt und eingeleitet von Mathias A c h e r. 5. Eine Essays-Sammlung über jüdische Künstler. Mit reichem illustrativem Material. (Inhalt: Jüdische Kunst. Jozef Israels, Moriz G o 111 i e b, Lesser U r y, Max Liebermann, Jehuda Epstein, Ephraim Mose Lilien, Hermann Struck.) 6. Eine Sammelschrift über dasProblem der jüdischen Cultur. Mit Originalbeiträgen von Achad-Haam, Mathias Acher, Dr. M. J. Berdyc z e w s k i, Israel Zangwill u. a. 7.. Eine hebräische Sprachlehre nach moderner Methode von Dr. S. B e r n f e 1 d. 8. Ausgewählte Essays von Acha d-H a a m, aus dem Hebräischen übersetzt und eingeleitet von Dr. Israel Friedländer, 9. Ein Palästinabuch (mit Beiträgen bedeutender Forscher und reicher kartographischer und illustrativer Ausstattung). 10. Wi ssen sch aftlicheMon ographien zur Anthropologie und Ethnologie des jüdischen Stammes und zur Sociologie der Judenfrage. 11. Eine Sammlungjüdischer Sagen und Legenden. 12. Jüdische Jugendschriften. (Jüdische Geschichte, Märchen, Erzählungen, Bilderbücher). Die Basis des „Jüdischen Verlages*' ist bekanntlich die der Subscription. Im Laufe des Jahres werden Bücher etc. zum Ladenpreise von 30 Mk\ herausgegeben werden, welche den Subscribenten zum Vorzugspreise von 20 Mk. berechnet werden. Die Einzahlung der Subscriptionsbeträge erfolgt pränumerando an die Adresse der unter genannten Zahlstelle. Jüdische Vereine, welche als Corporationen subscribieren, erhalten den Vorzug, dass sie für den gleichen Betrag wie jeder Einzel-Subscribent jede Erscheinung des Verlages in zwei Exemplaren erhalten. Vertrauens männei', welche für das ideale Unternehmen des Verlages thätig sein wollen, werden gebeten sich an das Bureau d e s „J ü d ischen V erla ges"zu wenden, das jederzeit mit Auskünften und allen Drucksorten gern zui Verfügungsteht. Als Zahlstelle fungiert vorläufig die Verlagsbuchhandlung S. Cal vary & Co., Berlin. N. W., Neue Wilhelmstrasse 1. All.* Zahlungen haben den Vermerk zu tragen: „Für den Jüdischen Verlag/' Anregungen für den Nationalfonds. Neutra, 16. März 11)02. Sehr geehrte Redaction! Jeder Kaufmann, Industrielle etc., der von Geschäftsreisenden besucht wird, halte eine Anzahl Nationalfonds- Marken in Bereitschaft und veranlasse jeden Reisenden, den er beschäftigt, eine im Verhältnisse zur Ordre stehende Anzahl Marken zu übernehmen. Jeder Reisende möge in den Hotels und Restaurants, in denen er verkehrt, 1% cUr Rechnungen in Marken begleichen. Desgleichen möge aber auch jede Privatkundschaft den Kaufleuten, bei denen sie ihren Bedarf deckt, l°/0 der Rechnungen in Marken bezahlen. Es ist selbstverständlich, dass die Marken bei der Uebergabe durch Abstempeln, Ueberschreiben oder Zerreissen unbrauchbar gemacht werden müssen. Wir erreichen durch diesen Modus, dass nicht nur die Indolenten oder Antizionisten, sondern sogar Nichtjuden zum Nationalfonds herangezogen werden, ohne dass auch nur einer der dergestalt Besteuerten (angesichts des Nutzens, der nebstbei auf ihn entfällt) auch nur eine böse Miene dazu machen würde. Mit Zionsgruss Emil Neumann. * Schaky (Gouv. Suwalki), 9. März 1902. Geehrter Herr Redacteur! Den Versuch, den ich zugunsten des Nationalfonds angestellt habe und von dem ich hoffe, dass er sich überall bewähren wird, möchte ich an dieser Stelle den Gesinnungsgenossen zur Nachahmung vorschlagen: 1. In den verschiedenen Chadarim brachte ich Sammelbüchsen an. Nachdem wir den Kindern die Bedeutung dieser nationalen Stiftung begreiflich gemacht hatten, gelobten sie mit Begeisterung, wöchentlich eineKopeke von ihrem Taschengelde in die Büchse einzuwerfen.