Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 9 (28.2.1902)
- Article
- Das jüdische Einwanderer-Asyl in London
- Date
- 1902-02-28
- Page
- 9 (sequence 2)
- Language
- German
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ffe^ ' ' M&'&;mm<? -Seit 9 breiteten lügenhaften Nachrichten am gründlichsten widerlegt werden könnten. Zum Sehluse widersprach Redner der in London weitverbreiteten Ansicht, als wenn das Bestehen des Asyls ein Anreiz mehr für die Fremden wäre, nach England zu kommen. Das Fremdenheim sei kein Wohlthätfckeits-Institut, da seine Insa^en volle Bezahlung leisten müssen. Von den 2350'f^iersonen, welche das Asyl während des BerichtsjaMes in Anspruch nahmen, haben sich daher nur 5 daselbst 14 Tage und nur 650 über eine Woche aufgehalten. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. Im Verlage „Die Zeit" in Warschau ist unter dem Titel «Der fünfte Zionistencongress in Basel ' eine Broschüre im Jargon erschienen, die den Schriftsteller R. Komaiko zum Verfasser hat und ein übersichtliches Bild der Verhandlungen des jüngsten Congresses bietet. In einem Nachworte werden die Ergebnisse des Congresses in interessanter Weise gewürdigt. Rabbi Akiba. Sein Leben und Wirken für das Volk. Von S. A. Horodezky. Verlag „B'nei Zion" in Berdyczew, 1902 (Jargon). Der# Verfasser, der sich durch seine hebräisch geschriebenen biographischen und literarhistorischen Arbeiten, sowie durch seineperiodische Sammelschrifi „Hagoren" in der jüdisch-wissenschaftlichen Literatur einen guten Namen erworben hat, entrollt in dem vorliegenden Büchlein ein lebensvolles Bild von der Thätigkeit des grossen Tanaiten und Volksmaimes R. Akiba. Besonders derjenige Abschnitt aus R. Akibas Leben, der uns ihn zeigt, wie er, schon ein alter Mann, sich mit seinen tausenden von Schülern an die Spitze des Bar Kochba'schen Freiheitskampfes stellte und die Juden in Afrika, Arabien und Kleinasien zum Aufstande wider das gewaltthätige Rom entflammte, ist mit grosser Lebendigkeit und Anschaulichkeit dargestellt. Die Sprache des Büchleins ist eine leichtfasslich volksthümliche, die Grundtendenz unumwunden zionistisch. Wir empfehlen das Büchlein, das durch Herrn Josef Rosenfeld in Berdyczew zum Preise von 20 Kopeken zu beziehen ist, der Beachtung unserer jüdisch lesenden Gesinnungsgenossen. ' * Das soeben erschienene IX. Heft (78 Seiten) der „Mittheilungen der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg" enthält -einen Beitrag „Zur Geschichte der jüdischen Vornamen" von M. Landau, von K Kohler eine „Beleuchtungjüdischer Sagen und Bräuche", ferner eine grundlegende Arbeit von A, Wolf „Ueber jüdische Kunst und ältere jüdische Künstler". Besondere Beachtung verdient die folgende Anzeige am Schlüsse des Heftes : „Seit Jahren ist immer lebhafter der Wunsch, rege geworden, für unsere Sammlungen Photographien einzelner für uns wichtiger Gegenstände zu beschaffen, die im Kunsthandel nicht zu erhalten sind. Solche allein für uns herstellen zu lassen, würde unsere Mittel überschreiten. Da sich aber,, wenn eine grössere Anzahl Copien hergestellt werden, die Kosten auf ein Minimum verringern, bitten wir Interessenten, sich mit uns ins Einvernehmen zu setzen. In Aussicht genommen sind annähernd Aufnahmen von bisher unbekannte^ künstlerisch hochbedeutsamen Grabsteinen, Volkstypen u. s. w.'c. * Argarizim — DTU Lehrbuch der samaritanischen Sprache und Literatur von J. Rosenberg, Professor für moderne und semitische Sprachen. A. Hartlebens Verlag. Wien, Pest und Leipzig. Eine leichtfassliche Darstellung der samaritanischen Sprache und Literatur ist ein längst gefühltes Bedürfnis. Die Bibel und der Talmud befassen sich oft und eingehend mit den Samaritanern, den Pentateuch besitzen die Samaritaner in einer von unserem massorethischen Canon abweichenden Recension, in der samaritanischen Literatur hat sich die hebräische und aramäische Sprache ganz sonderbar und verschieden vom massorethischen Hebräisch und Aramäisch entwickelt. Und dennoch ist die Zahl derer, die sich mit diesem Literaturzweige befassen, verhältnismässig gering, wohl nur deshalb, weil das Material, in seltenen und kostspieligen Werken und Zeitschriften zerstreut, schwer zugänglich Ist Im vorliegenden Werke ist nun für den Anfänger alles Nöthige leichtfasslich dargestellt, und eine ausführliche Bibliographie wird den Lernenden in den Stand setzen, seine samaritanischen Kenntnisse zu erweitern. Der am Ende des Buches abgedruckte Brief des gegenwärtigen Hohenpriesters der Samaritaner zu Nablus ist eine interessante Beigabe zu dem Büchlein. |fas dei) \)ereiiKi>. Voranzeigen. Wien. (Jüdische Vereinigung „Jordani a".) Dienstag den 4. März 1902 Vortrag des Schriftstellers Herrn Bernard Tag über: „H. St. Chamberlain und seine Stellung zum Judenthu m". — Anfang 8 Uhr. Cafe Nestroy-Hof, Praterstrasse 34 (vis-ä-vis dem Carl-Theater). Gäste herzlichst willkommen. Wien. („ A llgemeiner jüdischer Arbeiterverein.") Samstag den 1. März, 8 Uhr abends, findet im Vereinslocale, XX., Traunfelsgasse 1, ein Vortrag von Herrn Ignaz Kohn statt. Thema: „Lieder eines jüdischen Proletariers." Gäste willkommen. Wieff. („Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter," XX., Traunfelsgasse 1, 1. Stock.) [V^ereins-Abend jeden Sonntag von 5—7 Uhr.] Programm für März : Am 2. März : Vortrag des Herrn Dr. Marguli es: JDie Arbeiterfrage im Talmud. Am 9. März: Die Märzgefallenen und der Zionismus. (Referent Herr Carl Hahn.) Am 16. März: Concert-Akademie (Purim-Feier), wofür ^besondere Einladungen ausgegeben. werden. Gäste stets willkommen. Bibliotheks-Stunden : Sonntag von 7—8 Uhr und Mittwoch von 8—9 Uhr abends. Am 2. März beginnt der Stenographie-Unterricht (Gabelsb erger) und wird jeden Sonntag von 2—3 Uhr nachmittags fortgesetzt werden. Wien. Im literarischen Gaselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „Moria" wird Sonntag den 2. März Fräulein Josefine Frankel eine Vorlesung abhalten. Beginn präcise 4 Uhr nachmittags im Religionssaale der israelitischen Cultusgemeinde, L, Seitenstettengasse 2, II. Stock. Gäste, Damen, herzlich willkommen. Berichte. Bukarest. (ZionistischeSectionSam.Pineles.) Wahl den Consiliums vom 24. v. M.: Lron Edelstein, Präsident; Drd. Lazar Fried mann, Moritz Galanter, Vicepräsident; Hermann Marcus, Cassier; LRosenj e l d, H. Knapp, Buchhalter; J. Bercovicz, A. F e 1 dm a n n, J. T e p p e r. Consüiums-Mitglieder; L. S i 1 b e rmann, A. Rosenfeld, J. Tobias, B. Herscovicz, Vorstand. Ploesti. Der aus 60 Mitgliedern bestehende Schneiderverein hat beschlossen, je eine Inhaber-Actie für jedes Mitglied zu beschaffen. Zehn Pfund wurden bereits dem hiesigen Bank Vertreter Herrn B. Cahane eingehändigt, und der Restbetrag wird allmählich entrichtet werden. Der Verein wird auch für Schekel und Nationalfonds sammeln. Der Vorstand besteht aus den Herren: Josef Fried mann, Präsident; Moritz B. Mayer, Vicepräsident; Hermann Goldenberg, Cassier; Jancu Braunstein, Schriftführer; Haim Diamant, Controlor; Leon Alterescu, Moritz B er co witz, Cb. Rosenthal, Josef H er sc hk o v i t z, L S chw ar z, Josef Gr o ss m a n n, M. Mar cu, Aron Zalo witz, Ausschussmänner. Tulcea. (V e r. „Z i o n".) Am 12. Jänner a. c. fand hier die Wahl unseres Comics für das Jahr 1902 statt. Gewählt würden : Jaeob G o 1 d ri h g, Obmann; Josef Cohen, Vicepräsident; M. E11 m a n n, Schriftführer; M. N o w a k, Cassier; B. Steinsberg, M. Kleinberg, H. Neu mann-