Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 7 (14.2.1902)
- Article
- Die jüdische National-Bibliothek in Jerusalem
- Date
- 1902-02-14
- Page
- 9 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr- 7 ,Die s£ Welt" Seite 9 Die Jüdische National-Bibliothek in Jerusalem. (Aus dem Congressreferat von Dr. M. Ehrenpreis.) Unser wackerer Freund Dr. Chasan owitseh aus welche alle Gebiete des alten und neuen hebräischen Schrift" Bialystok hat eine Jüdische National-Bibliothek in Jeruthums umfassen, und sie befindet sich auch schon in ihrem salem geschaffen, an deren Ausbau dieser stille Held mit eigenen Hause, das allerdings noch der Vollendung harrt. '''Zä&^b'-^' '> vV.. . -«^^^ . -^asas-.^1^ * ^<^I> iü U *% i|, f??;§':'-Ii. - '. a J?«%jf'*'!25g^.^«-:- bewundernswerter Ausdauer unermüdlich weiter arbeitet. Diese erste Jüdische National-Bibliothek, dieses erste in die Erscheinung tretende Centrum des wiedererwachten und wiedergeeinten jüdischen Geistes zu vollenden und in ihrem Bestände zu sichern, ist unbedingte Ehrenpflicht aller gutgesinnten Juden, Ehrenpflicht vor allem der zionistischen Organisation. Diese vor kaum 10 Jahren begründete Bibliothek besitzt heute schon die respectable Anzahl von 18.000 Bänden, ^teibäne. Das Curatorium für die hebrätechen Spracheurse in Berlin ersucht uns um Aufnahme des folgenden Circulars: Hebräisch, die Sprache unserer Ahnen, die Sprache unserer Literatur, hat für den modernen Juden einen so hohen Wert., dass ein jeder es für seine Pflicht halten sollte, sich mit ihr zu beschäftigen . . . Denn ein wahres Verständnis für die jüdische Cultur kann sich nur der aneignen, der sich in die hebräische Sprache vertieft, da in ihr die Grundlagen unserer Bildung niedergelegt sind. Je kräftiger sich der deutsche Jude wieder als Sohn seines Volkes fühlen lernt, je mehr er jüdisches Geistesleben wieder in den Vordergrund seines Interesses treten lässt3 desto tiefer und beschämender limss er empfinden, dass ihm das geistige Erbe seiner Väter verschlossen geblieben ist. Es ist daher die Ehrenpflicht eines jeden Juden, einer jeden Jüdin, sich nicht mit oberflächlichen Elementarkenntnissen zu begnügen, sondern einen tieferen Einblick in die hebräische Sprache zu gewinnen zu suchen. Ist sie doch die geschichtliche Sprache unseres Volkes, die Sprache der Bibel3 die Sprache, in der die edelsten Geister in den langen Jahrhunderten des Mittelalters ihre Gedanken niedergelegt haben — die Sprache schliesslich, die — in unseren Tagen zu neuem Leben erwacht — wiederum eine grosse Literatur erzeugt hat und für unsere Brüder im Osten bereits der wichtigste C-ilturtriiger geworden ist. Das Curatorium glaubt daher, auf die Betheiligung weiter Kreise rechnen zu dürfen. Der Unterricht, den die Herren Dr. S. Bernfeld, Albert Katz und Dr. Renzer ertheilen, wird mit Ich entnehme einer brieflichen Mittheilung. die mir Herr Dr. Chasanowitsch machte, folgende bemerkenswerte Einzelheiten: Zur Deckung der Baukosten des Bibliothekshauses, die sich insgesammt auf 150.000 Frcs. belaufen dürften, ist bis jetzt durch die vereinten Bemühungen der Londoner, Pariser und Frankfurter jüdischen Kreise, der russischen Chowewe-Zion, des Zionistencongresses und einiger privater Wohlthäter der Betrag von circa 22.000 Frcs. zusammengebracht worden. Rücksicht darauf, dass er für Erwachsene., und zwar für Damen und He r ren, bestimmt ist, auf Grundlage moderner Lehrmethoden sofort in die Sprache selbst einführen und so vom ersten Tage ab das Interesse der Hörer erwecken. Derselbe findet abends 8x/2 TJfTr statt, das Local wird den Hörern noch mitgetheilt werden. Die Auswahl der Tage bleibt der Verständigung zwischen obengenannten Herren und den Hörern vorbehalten. Honorar für den Unterricht wird nicht erhoben, sondern nur ein Einschreibegebür von Mk. 1.— pro Semester. Anmeldungen zur Theilnahme am Unterricht nein neu die Herren Ludwig Behr, Heinersdorferstr. 1, Dr. S. Bernfeld, Linienstrasse 110 (3—4. N.), Albert Katz, Rosenstr. 17, Dr. llenzer, Dragonerstr. 45 (3—4 N.), Dr. E. Simonsoii, Schöneberg. Gustav Freytagstr. 2 (4—5 N.), Frl. Lina Tauber, Neue Königstr. 15, J. H. Wagneiv, Joachimstr. G (3—4 N.), entgegen. Beiträge zur Unterstützung des Unternehmens bitten wir unserem Schatzmeister, Herrn J. H. Wagner, Joachimstr. 6, einzusenden. Königsberg i. Pr., im Jänner 1002. Offener Brief an Herrn Rabbiner Dr. Perles, Königsberg i. Pr. Sehr geehrter- Herr Doctor! . Bei der am 26. Jänner a. c. in Königsberg abgehaltenen Versammlung des Hilfsvereines der deutschen Juden, der auch Sie beiwohnten, wurde eine officielle Erklärung abgegeben, dass die Juden keine Nation, sondern nur noch eine religiöse Gemeinschaft bilden, ohne dass von irgend einer Seite dagegen Widerspruch erhoben worden wäre.