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Die Welt · 1902-02-14 · 7 (14.2.1902) · p. 4

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
7 (14.2.1902)
Article
Zangwill gegen die "Ica"
Date
1902-02-14
Page
4 (sequence 2)
Language
German
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Seite 4 „Die # Welt" Nr. 7 „The Timesu vom 4. Februar d. J. sehreibt: .,The Jewish Colonization Association (= „Ica4), deren Statuten zeigen, dass sie gebildet wurde zum Zwecke, jüdische Colonisation zu fördern, colonisiert zu wenig und versucht es, ihren Bankerott auf diesem Gebiete durch fahrige VVohlthätigkeit gut zu machen... Die Arbeitskraft, um Palästina wieder auferstehen zu machen, ist vorhanden, und das Capital ist gleichfalls vorhanden. Aber die Arbeitskraft muss von ihrer gegenwärtigen, glanzlosen und unbedeutenden Migration, und das Capital gleichfalls von seiner jetzigen, glanzlosen und unbedeutenden Verwen dung abgelenkt werden. Die Verwendung der Hirsch- Millionen für Palästina würde absolut legal sein. Denn Baron Hirsch seLbst, der leider zu früh gestorben, hätte, wenn er länger gelebt hätte, als tüchtiger Geschäftsmann das unproductive Experiment in Argentinien bald aufgegeben, um dem unerwarteten nationalen Enthusiasmus für Colonisationsarbeit. deren Pionnier er mit vielen anderen Philanthropen war, auszubeuten." „Daily Expers" vom 3. Februar schreibt unter anderem : „.... Die „Ica" konnte keinen Erfolg erzielen, weil ihre Pläne falsch waren, und weil sie dem jüdtschen Geiste entgegengesetzt waren. ... Ihr Project war unpraktisch und die Juden können und dürfen nicht länger darauf warten." „The Standard" vom 3. Februar referiert: „Gegenwärtig sind zwei grosse Projecte für die Regeneration der Juden Europas vorhanden, das eine, welches Baron Hirsch ins Leben gerufen, die sogenannte „Ica", die in Argentinien Juden ansiedelt, und das andere Project, das die Colonisation Palästinas bezweckt. Das letztere ist das vom Volke begünstigtere . .. ' Und der „Evening Standard" schreibt: „.... Zangwills Vorschlag, die Millionen des Baron Hirsch für die Colonisation Palästinas zu verwenden, dürfte endlich die finanziellen Schwierigkeiten aus dem Wege räumen. Ueber den politischen und commerziellen Erfolg dieses Experimentes kann allein die Zukunft entscheiden, aber .die Glückwünsche aller rechtdenkenden Christen werden die Juden in ihre Aspirationen nach einer nationalen Einheit geleiten." „The Echo" vom 3. Februar schreibt: „Die Rede Zangwills an die jüdische Versammlung, die zuEhren der Delegieren des letzten Baseler Congresses am Samstag abgehalten wurde, war eine bemerkenswerte Aussprache, inspiriert von einem starken Geschäftsgeiste und einer erhabenen, nationalen Idee. Der Jude als heimatloser Wanderer ist zum Untergange verdammt... Wir schliessen uns ganz und voll den Ausführungen Mr. Zangwills an und bedauern die UnthätigkeitderHisch-Cüratoren. Wenn dieser ungeheure Fondf für die jüdische Nation verwendet werden möchte, würde der Zionismus ein „fait accompli" sein, und ein neuer Tag würde für Israel heranbrechen." Ausführliche Berichte über die Rede Zangwills brachten noch folgende grosse Ta^esblätter: „Daily Telegraph", „Daily News", „Morning Post", „Observer", Morning Leader", „Daily Graphic", „Daily Chroniele", „Sunday Sun" u. v. a. Ein Vorstand, der keine Neuwahlen wünscht. Von Dr. Elias (Mülhausen). Am 27. Jänner d. J. schrieb ich an den Vorsitzenden der „A 1 Ii a n c e i s r a e I i t e universelle" in Paris folgenden Brief: . Sehr geehrter Herr! Die Artikel 8 uiid 9 der Statuten der „Älliance" bestimmen, dass das Gentral-Comite durch allgemeine Abstimmung, der Vereinsmitglieder und durch einfache Stimmenmehrheit gewählt wird, dass die Mitglieder des Central-Comites für eine Periode von neun Jahren gewählt werden, dass jedoch alle drei Jahre ein Drittel derselben ausscheiden muss, dass endlich die Mitglieder des Central-Comites ohne Beschränkung wieder wählbar sind. Die letzten Wahlen fanden am 8. October 1893 stall. Statutengemäss sollten die folgenden Wahlen in den Jahren 1896 und 1899 stattfinden. Aus Gründen, die den Wählern unbekannt blieben, beschloss das Comite, die Wahlen des Jahres 1890 aufzuschieben, und stellte sie auf das Ende des Jahres 1898 fest. Ende 1898 fielen sie jedoch wieder aus. In dieser Zeit waren, nach dem Bulletin der „Alliance", sämmüiche Mitglieder des Central-Comites sowie die wichtigsten Bezirks-Comites der Meinung, dass Wahlen, an denen sich sämmtliche Vereinsmitglieder betheiligen konnten, gewisse Unannehmlichkeiten erzeugen würden, und dass das Comite besser thäte, durch Cooptation selbst die Personen zu wählen, die in Vorschlag gebracht waren, um die verstorbenen oder ausgeschiedenen Mitglieder zu ersetzen. Der Rath wurde befolgt. Die Wahlen fanden also weder im Jahre 1896, noch im Jahre 1898 statt; aber auch das Jahr 1899 vergieng ohne Neuwahlen. Es verlohnt sich augenblicklich nicht, zu untersuchen, ob „die Gründe verschiedener Art'4, die man ins Treffen führte, um die Wahlen des Oefteren zu verschieben, wirklich so schwerwiegender Natur waren, dass von zwei Uebeln, Wahlen oder Statuten widriges Verhalten, die Wahlen das grössere waren. Ich kann jedoch die Bemerkung nicht unterdrücken, dass Wahlen, die in den verschiedensten Theilen der Welt stattfinden, gewöhnlich in dem einen oder anderen Lande zu Unzuträglichkeiten Anlass geben und dass man auf Grund dieser Unzuträglichkeiten das allgemeine Wahlrecht definitiv aufheben könnte. Man würde aber dann auch gerade dasjenige vernichten, was unserer Gesellschaft ihr demokratisches Gepräge gibt und was die beste Garantie ist, dass unsere Mitglieder wissen, weshalb sie unser Werk unterstützen und dass die Hand, die hilft, von einem Gehirn geleitet wird, das denkt. Wie dem auch sei, die Lage des Central-Comites ist augenblicklich folgende : Es besteht aus 60 Mitgliedern. Jedoch nur 27 sind als statutengemäss gewählt zu betrachten und von diesen 27 haben nur 20 das Recht und die Pflicht, unsere Gesellschaft zu leiten, weil von den 60 Mitgliedern des Comites alle drei Jahre 20 sich einer Neuwahl unterziehen müssen und diese Neuwahlen seit über 6 Jahren nicht mehr stattgefunden haben. Das Mandat der übrigen 40 ist nach den Statuten und nach den Gesetzen null. Und am 8. October dieses Jahres, - falls Neuwahlen vorher nicht stattfinden, ist auch das Mandat dieser 20 erloschen. Der Vorstand der „ Alliance" wird dann aus Personen bestehen, die nicht mehr als die Vertrauensmänner der Vereiensmitglieder gelten können, die nicht mehr wissen, oh ihre Ideen mit denen der Mehrheit übereinstimmen, die also nicht mehr imstande sind, die Gesellschaft nach den Ideen dieser Mehrheit zu leiten. Dieser Zustand ist unhaltbar.

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