Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 6 (1902)
- Issue
- 6 (7.2.1902)
- Article
- Löbliche Redaction!
- Date
- 1902-02-07
- Page
- 13 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Die & Welt" Seite 13 Löbliche Eedaction! Breslau, den 2(5. Jänner 1002. Im Anschlüsse an die Notiz in einer der jüngsten Nummern der „Welt*4 erlaube ich mir vorzuschlagen, und bitte Sie, dies an die massgebende Stelle weiterzugeben: Es mögen Depeschenformulare hergestellt werden, die zum Preise von 50 Pfennigen das Stück zum Verkaufe gelangen und an Stelle von Begrüssungs-, Glückwunsch¬ und ähnlichen Telegrammen verwendet werden sollen. Der Erlös fliesst dem Nationalfonds zu. Würden die Kosten des Telegrammes mehr als 50 Pfennige betragen, so wird der Ueberschuss in entwerteten Nationalfonds-Marken aufgeklebt. Die Versendung eines solchen Telegrammes erfolgt dann als Brief. Kann diese Idee nicht von der Leitung des Nationalfonds ausgeführt werden, so ist vielleicht irgendein Comite dazu zu ermächtigen. Eventuell wäre die Breslauer zionistische Vereinigung hierzu gerne bereit, geeigneter wäre indes, wenn der Vertrieb von Wien aus erfolgte. Mit vorzüglicher Hochachtung und bestem Zionsgrusse HugoSchachtel prakt. Zahnarzt. * Ich war neulich bei einer Hochzeit anwesend, wo über 400 Telegramme einliefen. Könnten diese Auslagen nicht nützlicher für jüdische Volkszwecke, den jüdischen Nationalfonds etc. Verwertung finden? W., Sosnowice. V9e1NQbi,oi)i1<. Gesellschaft zur Beherbergung armer Juden in Paris. Die hiesigen russisch-polnischen Juden haben vor einiger Zeit eine Gesellschaft gegründet, die sich zur Aufgabe stellt, arme Juden während der ersten Tage nach ihrer Ankunft in Paris zu beherbergen. Dieselbe hat im jüdischen Viertel ein reinlich und geschmackvoll eingerichtetes Haus gemietet, wo arme Glaubensgenossen Schutz und Obdach finden. Wenn man sieht, in welch trauriger Lage sich ein Jude befindet, der von falschen Hoffnungen nach Paris verlockt, in der grossen Seinestadt, ohne Freunde und Bekannte, ohne einen Pfennig, ohne die geringste Kenntnis des Französischen, ein elendes Dasein fristet, da kann man erst verstehen, welch ein grosses und hohes Werk die neugegründete Gesellchafc verfolgt. Das hohe und hehre Ziel der Gesellschaft hat auch Herr Zadoc Kahn klar und deutlich erkannt. Und da das geistige Oberhaupt der Juden überall muthig und energisch eintritt, wo es Thränen zu trocknen und Leiden zu lindern gilt, so hat Zadoc Kahn den Ehrenvorsitz übernommen. Die Gesellschafthat die Absicht, jetzt ein Haus zu kaufen, und sie verfügt schon über eine grössere Geldsumme, so dass man hoffen darf, dass es ihr möglichst bald vergönnt sein wird, dieses Ziel zu erreichen. Es ist hervorzuheben, dass es die hiesigen russisch-polnischen Juden sind, die diese Gesellschaft gegründet haben. Diese russisch - polnischen Juden, die meistens selbst unter dem Druck des wirtschaftlichen Lebens furchtbar zu leiden haben, deren ganzes Leben nur eine Kette von Noth und unsäglichen Entbehrungen ist, bemühen sich trotz alledem, ihren armen Brüdern zu helfen und sie nicht untergehen zu lassen. Pi. Fahrstrassen in Palästina. Nach einem kürzlich von dem amerikanischen Consul in Jerusalem erstatteten Berichte ist einer der bedeutendsten Verkehrswege in Palästina, derjenige zwischen Jerusalem und Nablus, dem alten Sichern. Jahrhunderte lang hat hier mir ein roher, an vielen Stellen steiniger Kameelpfad bestanden; erst im verflossenen Jahre hat man den Anfang gemacht, die beiden Plätze durch eine Fahrstrasse zu verbinden. Die ganze Strecke ist 38l/2 englische Meilen lang-, wovon im Herbst vorigen Jahres ungefähr 9 Meilen bis Bire fahrbar gemacht waren. Der nächste in Bearbeitimg genommene Abschnitt der Strasse ist 10 Meilen lang und geht bis Dschildschila; hier wird die Arbeit durch viele natürliche Hindernisse sehr erschwert. Die Baukosten werden durch Abgaben der Landbevölkerung der von der Strasse durchschnittenen Districte gedeckt. Eine andere Fahrstrasse gibt es zwischen Jerusalem und dem 40 Meilen entfernt liegenden Jaffa; dieser Weg hat sich früher in »sehr schlechtem Zustande befunden und ist erst seit 1892 bequem für Wagen eingerichtet worden. Seit 1890 besteht noch ein 23 Meilen langer Fahrweg von Jerusalem nach Hebron, micl 1S98 ist die sich auf 22 Meilen erstreckende Fahr Verbindung zwischen Jerusalem und Jericho fertiggestellt worden, deren Bau 10 Jahre gedauert hat. Das Jahr 1898 hat noch eine gute^ für Fuhrwerk passierbare Strasse, von Jerusalem bis auf den 4 Meilen entfernten Gipfel des Oelberges erstehen sehen. Fuhrwerke fahren noch von Jericho bis ans todte Meer und an den Jordan; Strassen sind hier jedoch nicht vorhanden, sondern die Wagen fahren querfeldein. Ebenso wird zwischen Jaffa und Haifa an der strassenlosen Küste und unter dem Fasse des Karmel entlang, sowie von Jaffa nach Gaza gefahren. („Palästina" nach the Times of India.) |tus dci) ^)ereiiKD* Voranzeigen. Wien. (Jüdische Vereinigung „Jordani a".) Samstag den 8. d. M. findet im Vereinslocaie IL, Rembrandtstrasse 3, ein Vortrag des Gesinnungsgenossen Dan. J.Albachary „Ueber die culturelle Bedeutung Palästinas" statt. Gäste herzlichst willkommen! Wien. Der „I. jüdische Turn-Verein" veranstaltet am Dienstag den 11. Februar seine zweite Turnkneipe. Heiteres Programm mit anschliessendem Tanzkränzchen. Ort: Saal des „Hotel de France", I., Schotten riner. Zeit: 1/29 Uhr abends. Eintritt frei. Jüdische Gäste herzlich willkommen. München. „Verein Jüdischer Studenten". Der jüdische Geschichtscours hat begonnen. Ort: „Cafe Bavaria" (Vereinslocal), Weinstrasse 7. Zeit: Sonntag, 11—12 Uhr vormittags. Leitung: Dr. jur. Kahn. Stud. jur. .Nollmann. Berichte. Wien. (Turnverein „Z i o uÄ, F ü n f h a u s.) Montag den 20. d. M. fand die diesjährige Generalversammlung statt. Aus den Neuwahlen giengen hervor die Herren : Hugo Rechnitzer, Präses; Josef Klein, Vice-Präses; Siegfried Bade r, I. Schriftführer; David J e 11 i n e k, IL Schriftführer : Emil Oesterreicher, I. Cassier; Siegfried VV o 11 n e r, II. Cassier; Oswald Weiss, Revisor; Dr. Gottlieb Stern, Turnleiter; Coney Pfefferkorn, Hausverwalter. Von nun an werden Sommer- und Winter- Ausflüge stattfinden, Sammlungen im Vereine für den Jüdischen Nationalfonds allwöchentlich veranstaltet und eine Bibliothek gegründet. Turnstunden finden statt Montag und Donnerstag von 9 Uhr abends. Minsk. Am 6. und 7. d. M. referierten die Herren Delegierten Churgin und Berger über den V. Congress. Das Referat wurde in zwei grossen Versammlungen im grössten Locale erstattet, doch konnte der Andrang nicht bewältigt werden. Es wird noch eine Massenversammlung abgehalten werden. Für den Nationalfonds wurden 205 R. gesammelt, Schekel und Shares verkauft. Die agitatorische Wirkung war sehr gut. Vorsitzender bei den Versammlungen war als Präsident der vereinigten zionistischen Vereine Herr S. Rosenbaum, der am zweiten Abend über die ökonomische Lage der Juden sprach. Neumarkt (Galizien). Verein „Bnei-Zio n". IV. ordentliche Generalversammlung am 10. Jänner. Herr Julius Syrop sprach über den Congress und die Bank. Gewählt wurden die Herren : Hermann T e i c h n e r Präsident, Julius Syrop, Vicepräsident, Ign. Hammer schlag Schriftführer, J. S i 1 b e r r i n g, A. ßaldinger, ß. Kolber jun.3 A. B a u m an n, AI. R e i n i t z, Herrn. Fischgrund, Beisitzer. L Hammerschlag. Dolnja-Tuzla (Bosnien). Erste Makkabäer - Feier in Bosnien inauguriert vom Cultusvorsteher Moritz Liss ka und stud. jur. T h a u. Ort: Grand Hotel. Redner: stud. jur. Fordes, stud. jur. T hau. Mädchen-Chorgesang: „Dort, wo die Ceder", Männerchor: „Psalm Rafaels*. Frau Fischer spielte glänzend aus „Sulamith", Frau Schwarz declamierte „Beruria* von Fei weh Viele Sephardim nahmen theil. Bulgarien. Folgende Vereine sind in Bulgarien in der letzten Zeit neu gegründet worden: Verein „Zion" in Provadia, Präsident Aron Israel Mitrani. Frauenverein „Benoth-Zion" in Silistra, Präsidentin Mme. Mica Wentura. Frauenverein „Benoth-Zion* in W i d d i n, Präsidentin Mh>. Duda Alschech. Frauenverein „B e n o t h - Z i o n" in Slivuo, Präsidentin Mlle. Vida Bechar, In Sofia wurde ein zionistischer musikalisch-literarischer Mädchenverein unter dem Vorsitze des Frl. Gisela Horn gegründet.