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Die Welt · 1902-01-24 · 4 (24.1.1902) · p. 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
4 (24.1.1902)
Article
Frankfurt a. M.
Date
1902-01-24
Page
20 (sequence 2)
Language
German
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Seite 20 ^^■^'WSIt1* Nr. 4 bereits auf schöne Ergebnisse verweisen „kann. Auch werden bei jeder Mitglieder-Versammlung des Vereines Vorträge aus jüdischer Geschichte, ferner über Probleme des Zionismus abgehalten, an die sich in der Regel eine anregende Discussion schliesst. Bisher wurden von folgenden Herren Vorträge abgehalten: Dr. Mirkin (»Ueber den Schekel"), Dr. Friedländer („Zur Geschichte der hebräischen Sprache"), Hermann K o h n („ Asra" von Heine, und „Zionismus und seine Entstehung")» S. M. Melame d („Her der und seine Beziehungen zu der Bibel und zum Judenthum"). S. M. M. Karlsruhe. Seit Schluss des vorigen Jahres besteht hier unter der jüdischen Studentenschaft aus Russland ein zionistischer Verein unter dem Namen „Kadimah*. Der Verein veranstaltet häufig Discussions-Abende über zionistische Probleme und agitiert für das zionistische Ideal in den Kreisen derjenigen Coilegen, die unserer Bewegung bisher ferngestanden sind. Dafür sind ihm die hiesigen studentischen Anhänger des „Aligemeinen jüdischen Arbeiterbundes in Russland und Polen* spinnefeind. Vor kurzem berief die „Kadimahu eine Versammlung, um die Gründung eines jüdischen akademischen Verbandes zu besprechen. Die Herren Arbeiterbündler suchten die Gründung eines jüdischen Verbandes mit allen Mitteln zu hintertreiben und führten derartige tumultarische Scenen auf, dass die Versammlung aufgelöst werden musste. Sodann veranstalteten sie, um den Zionismus zu zerschmettern, einen Discussions- Abend über „Nationalismus und Zionismus", in der einer ihrer gewandtesten Redner und Sophisten das Referat innehatte, von dem sie aber nicht für nothwendig hielten, die Zionisten in Kenntnis zu setzen. Das nennen die Herren eine „freie Discussion". Glücklicherweise erfuhren die Zionisten davon am Vorabend der Veranstaltung und beriefen den Gesinnungsgenossen Josef Kl ausner aus Heidelberg zur TheiLnahme an der Discussion. Und nun höre man, was für noble Taktik die Herren Arbeiterbündler verfolgten. Nachdem ihr Referent seine hochtönend-süffisanten Ausführungen, die darin gipfelten, der Zionismus sei eine „ekelhafte Bewegung*, geschlossen hatte (trotz der Aufforderung des arbeiterbündlerischen Vorsitzenden weigerte er sich, dieses Wort zurückzunehmen), verliess er „demonstrativ" den Saal. Die Herren Arbeiterbündler hatten wohl Grund, die Discussion zu fürchten, darum versuchten sie durch allerlei Mittelchen, die Versammlung zu sprengen. Dies wollte ihnen aber nicht gelingen, und sie mussten die ebenso glänzenden wie sachkundigen Ausführungen des Gesinnungsgenossen Klausner anhören, der das Gewäsch des Referenten Punkt für Punkt in überzeugender Weise ad absurdum führte. Der Abend bedeutete für unsere Sache einen ungeheuren moralischen Sieg. Charakteristisch für die Kampfosweise unserer Gegner ist, dass ihr Referent,^der vor d*n Ausführungen des Gesinnungsgenossen Klausner schmählich ausgekoiffen war, am nächsten Tage, als er erfuhr, dass Gesinnungsgenosse Klausner abgereist sei, ein zweites Referat über „Nationalismus und Zionismus" ankündigte, zu dem die Zionisten wieder nicht eingeladen wurden. Wien. (Theologischer Verein der Hörer an derisr. theol. Lehranstalt.) Samstag den 25. Jänner 1. J. wird Herr cand. theol. M. G. Mehr er in unserem Betlocale(Beth-Hamidrasch).II.,Tempelgasse3, zum laufenden Thor-Aabschnitte predigen. Beginn des Gottesdienstes um 8 Uhr morgens. Bern. Hier ist eine jüdische couleurtragende Studenten- Verbindung ins Leben gerufen worden. Die Verbindung führt den Namen „Kadimari", ist streng national und hat zum Zwecke die Uebung des jüdischen Selbstbewusstseins, die Pflege der jüdischen Literatur und Geschichte und die Stählung der Körperkraft. Der jungen Verbindung wird seitens der hiesigen Studentenschaft, auch von der christlichen, viel Sympathie entgegengebracht. Breslau. Hier ist in den letzten Tagen ein neuer zionistischer Studenten verein „Makkabaea" ins Leben gerufen worden. Der Verein hat bereits die Genehmigung des Universitäts-Rectors. ' ' < Un^-Hradisch. Die am 18. Jänner vorgenommenen Neuwahlen in den Ausschluss der jüdisch-akademischen Ferial- Verbindung „Achiwah" ergaben folgendes Resultat: Präses jur. Emil Sc h m,i t z, Vice-Präses med. Theod. Ko h n und Schriftführer ing. Karl K 1 e i n.; * Wian. Di-* Y^rbindung i vcin" veranstat •«.>: Samstag am 25. d. M. nu Uhr ab«»nds im R^taiinm; W n d 1 i n g er.' JX.. S -j.-v.-. *-iiPm Vor'. «■;':.'•und Dis<mp-;o . .::abe:-.(J. bei", weich- Iis •Hi.r.'ihgrigeriosse 'M<:;:v'n B u b r i'Jwv „Jung- Rtr&ufigeber und verantwortlicher Redaeteur 4.. M.MeÜh. 2idnistentag und V. Cöngress" das Referat erstatten wird. Gesinnungsgenossen herzlich willkommen. ,x Das vorletzte Wochenprogramm der Toynbee-Hallewar in verschiedener Weise ausgezeichnet, einerseits durch die Vortragenden andererseits durch die Vortragsgegenstände. Schriftsteller Adolf Gelber sprach am 5. d. M.. in anregender Weise über „Das Sträfrichteramtbei ShakespeareÄ, dessen fanatischen Gerechtigkeitssinn er betonte. An dieses Thema knüpfte Herr Dr. Leopold Kahn an, der am 7. Jänner für den erkrankten Referenten einsprang und einen interessanten Vortrag über die „Sprüche der Väter" hielt. Dr. W. F r i e s e r und Dr. S. W e r n e r referierten am 6. und 9. d. M., anziehend über „Neuestes aus der Naturwissenschaft" und »Volkshygiene". Sonntag den 5. d. M. war auch eine musikalische Soire'e, bei der die Geschwister Elsa und Wilhelm Sternbach in musterhafter Weise die IL Rhapsodie vonLisztund die „FaustK-Phantasie zum Vortrage brachten. Bekanntmachung. Im Auftrage des Directoriums der Jewish Colonial Trust (Jüdische Colonialbank) Limited, wird hierdurch öffentlich bekannt gemacht, dass der Verfall sämmtlicher subscribierter und bis zum heutigen Tage nicht vollgezahlter Actien laut besonderer Sanction seitens des Aufsichtsrathes und der in Basel am heutigen Tage stattgefundenen General-Versammlung der Actionäre endgiltig ausgesprochen worden ist. Dagegen hat das Directoriurn auf Grund des ihm statutengemäss zustehe»den Rechtes beschlossen, einen Betrag von SB 10.000 zu reservieren, um in besonderen Fällen und unter gewissen Bedingungen eine Indulgenz eintreten zu lassen. Nämlich wenn es einem Actionär aus unvorhergesehenen unverschuldeten Umständen unmöglich war, seinen Verpflichtungen in Betreff der Zahlung der rückständigen Raten auf die von ihm ursprünglich gezeichneten und nunnfehr verfallenen Actien nachzukommen, werden die Directoren bereit * sein, so lange dieser Bötrag von jg 10.000 ausreicht, in den von ihnen würdig gefundenen Fällen den von dem betreffenden Actionär; bereits angezahlten und verfallenen Betrag ihm wieder 'gutzuschreiben, falls er gleichzeitig mit seiner; diesbezüglich en, genauest detaillierten Eingabe die restierenden Zahlungen auf seine subscribierten Actien zuzüglich der bekannten Zinsen von 7 d pro Actie, resp. deren A e q u i v a 1 e n t, sofort leistet. James H. L o e w e, General-Secretär. Brook House, Walbrook, London, E. C, 31. December 190L Mittheilungen des Oesterreichischen Landes-Comites „Verband Zion". Der zweite österreichische Zionisten- Tag findet am 18. und 19. Mai d. J. in Bielitz statt.. Im Verlage des österreichischen Landes-Comites „Verband Zion" ist neti erschienen: „Was wollen wir- Zionisten" von Berthold Feiwel. Vorzüglich zur Agitation geeignet. Preis 4 Heller. Für Vereine bei Abnahme von mindestens 100 Stück 3 Kronen. Bestellungen wolle man richten an das „Oesterreichische Landes-Comite", IX., Türkenstrasse 9. Briefkasten der Administration. Congress-Pcoioico! 1 e sin \ vorräthig. Wir weisen nur-; b i ans *»in gelaufene Spenden für den ■ Nai ioiuiifonds aus. Di'^ StnmiiH alb-r ei 'n gel au :V*n«sn' Spenden kann' nur die •Colon[•!sbank h*4:ani\rieben.^£e!bs.f-Lma?;oipation"hat schon, I vor J<dnv<**i?Ai soiii-Miieh 'aufgenön'. .4- BuchdrvcJcerei %J*du9ir&'p Wie*, VIII., Schlüssele. 11.

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