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Die Welt · 1902-01-17 · 3 (17.1.1902) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
3 (17.1.1902)
Article
Brief aus Jerusalem
Date
1902-01-17
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite IS „Die £ Weit" Nr. 3 und dem todten Meere" (Wüste Juda), untersucht und aufgenommen 1879; ferner „Plan der hl. Grabeskirche und Umgebung" untersucht, gemessen und gezeichnet 1885, und schliesslich sein epochemachendes Werk „Die Stiftshütte, der Tempel in Jerusalem und der Tempelplatz der Jetztzeit", mit 47 in den Text gedruckten Abbildungen und 11 lithographischen Tafeln (Berlin 1896), ein Werk, dem d9t Verfasser die besten und die schönsten Jahre seines Lebens gewidmet hat. Von den vielen Besprechungen dieses grandiosen Werkes möge die des Schreibers dieser Zeilen in „Magyar-Zsidö Szemle", 1897, S. 173 ff. erwähnt sein, Diese kolossale Arbeit blieb nicht unbelohnt. Zunächst verlieh ihm die königl. württembergische Regierung den Titel „Baurath", zu seinem 70. Geburtstage hat ihn die philosophische Facultät in Erlangen zum „Doctor honoris causa" ernannt : mit Orden haben ihn der Sultan, Alexander IL, Kaiser von Russland, und Wilhelm IL, Kaiser von Deutschland ausgezeichnet. Wie als Gelehrter, ebenso ragte Baurath Dr. Schick als Mensch hervor. Sein Haus war eines der wohlthätigsten in Jerusalem, er persönlich kannte keinen Unterschied zwischen Confession und Confession. Der Heimgang dieses ausgezeichneten Mannes hat eine weite Lücke in den hiesigen besseren Kreisen zurückgelassen. Die schwedische Regierung hat Herrn Dr. d'A r b e 1 a. Chefarzt des Rothsehildschen Hospitals, zu ihrem Consul für Jerusalem ernannt. Die Zahl der Unterthanen beziffert sich auf 150. Darunter befinden sich auch einige Juden. Die neue Wasserleitung functioniert vortrefflich; ob aber die Quellen der sogenannten „Salomonsteiche* auch in den Sommermonaten hinlä? glich Wasser liefern werden, wird die Zukunft lehren. Für jeden Fall ist von nun an eine Wassernoth in grösseren Massstabe ausgeschlossen. Tribüne. Die Ortsgruppe „Mariahilf-Neubau" des Verbandes „Zion" veranstaltet Donnerstag den 23. d. M. unter freundlicher Mitwirkung des Zionistischen Gesangvereines im Restaurant LöbL VI., Sehmalzhofgasse 10, einen Vortragsabend mit anschliessendem Commers zu Ehren der Wiener Congressdelegierten. Mehrere Wiener Gesinnungsgenossen haben ihre Mitwirkung zugesagt. Die Gesinnungsgenossen werden um zahlreiches Erscheinen gebeten. Mitglieder zionistischer Vereine haben freien Zutritt. Besondere Einladungen werden nicht ausgesandt. Mit Zionsgruss: Für den Ausschuss jur. Max Bernhard. * Erklärung zum Artikel „Ein Augenarzt in Jerusalem". Ich habe in der Nummer 28 der „Welt" vom 12. Juni 1901 einen Artikel mit der Aufschrift: „Ein Augenarzt in Jerusalem" veröffentlicht, in welchem ich die Thätigkeit des Herrn Dr. L. Rothstein in Jerusalem einer abfälligen und ehrenrührigen Kritik unterworfen habe. Zur Verfassung dieses Artikels und insbesondere seines diffamierenden Inhaltes wurde ich von Simha Blumenthal, einem Almosensammler des Vereines „Schaare Zion1 aus Jerusalem, aufgefordert, der auch eine Anzahl Exemplare dieser Nummer erwarb, um sie im Publicum zu verbreiten. Da Herr Dr. L. R o t h s t e i n wegen des obigen Artikels gegen mich das Strafverfahren wegen Vergehens der Ehrenbeleidigung einleitete, habe ich eingehende Erhebungen gepflogen. Es hat sich nun durch das Zeugnis vollkommen glaubwürdiger Personen, insbesondere des hochwürdigen Orossrab biners von Jerusalem, der Vorstände der Spitäler, in denen Herr Dr. Rothstein wirkt, sowie seiner Berufsgenossen in Jerusalem und Jaffa, herausgestellt, dass die mir von Blumenthäl ertheilten Informationen jedweder Grundlage entbehren. Alles, was in obigem Artikel wider Herrn Dr. R o t h s t e i n in moralischer und socialer Beziehung, sowie gegen seine ärztliche Thätigkeit und über seine angebliche Entlassung vorgebracht wurde, hat sich als unwahr erwiesen. Es hat sich vielmehr gezeigt, dass Herr Dr. Rothstein in Palästina sowie in Aegypten allgemeine Wertschätzung und Sympathie geniesst und dass ihm absolut nichts Nachtheiliges nachgesagt werden kann. Ich bedaure aufrichtig, dass ich mich auf Grund falscher Information verleiten liess, der Ehre des Herrn Dr. Roth stein in obigem Artikel nahezutreten, bat denselben deshalb um Entschuldigung, ersuchte ihn, die Anklage zurückzuziehen, erlegte als Zeichen der Sühne einen Betrag zugunsten des Spitales Misgab la Dach und ersetzte die Kosten des Strafverfahrens. Moriz Zobel ^us dei) \)ereiiKi)« Voranzeigen. Wien. (Literarischer Gesell i g k e i tsver ein jüdischer Mädchen „Mori a".) Sonntag den 19. Jänner, präcise 0V4 Uhr nachmittags findet (bei der Cultusgemeinrte) in der Religionssehule, L, Seitenstettengasse % eine Vorlesung jüdischer Humoresken (ungedruckt) von Dr. Martin Weismann statt. Gäste herzlich willkommen. Wien. („Jordani a".) Samstag den 18. Jänner im Vereinsiocale, IL, Rembrandtstrasse 3, Vortragsabend, bei welchem Gesinnungsgenosse Alfred Weissberger über das Thema „Der V. Congress" referieren wird. Gäste herzlich willkommen. Wien. („Erster Wiener jüdischer Turnverei n," I., Mölkerbastei 5, nächst der Universität.) Herren- Turnen : Montag und Donnerstag 7*8~"9 Uhr. Damen- Turnen: Mittwoch und Samstag Uhr. Fecht-Section : Dienstag 7—7a9, Samstag 3/46—7 Uhr. Athletik-Section. — Vorturner-Turnen. (Geprüfte Turn- und Fechtlehrer.) Anmeldungen am Turnplatze. Krakau. Sonntag den 19. Jänner 1902, um 2 Uhr nachmittags, findet im Sitzungssaale der Tempel-Vorsteher (Pobrzczicgasse Nr. 1) ein jüdischer Studenten-Tag mit folgender Tagesordnung statt; 1. Jüdische Volksuniversität (Referent College J. M a r g uli e s). ± Der Standpunkt der jüdischen Jugend im politischen und socialen Leben. (Referent College Gl assner.) 3. Jüdischer Turnverein. (Referent College Schalit.) Der Studenten-Tag wird auf Grund des § 2 des Versammlungsgesetzes einberufen. Berichte. _ Jf rag. („ J üdischer V o 1 k s v e r e i n.") Am 5. d. M. war^n, jjmsere Vereinsräume der Schauplatz einer intimen Feier. Im Namen unseres Vereines überreichte nämlich Herr Dr. Moriz Kohn Herrn Philipp Lebenhart ein Ehrendiplom, indem er auf dessen zahlreiche Verdienste um den Verein und die zionistische Sache in Prag hinwies. Herr Philipp Leben hart dankte in bewegten Worten für die Ehrung. Er habe nur seine Pflicht als Jude und Zionist gethan. Die Mitgliederzahl unseres Vereines ist im steten Wachsen begriffen. Prag. („J üdischer Frauenverei n.*) Am 8. d. M. Vortrag der Fr au Sophie R o b i t s c h e k über „Die hebräische Dichtung von Anbeginn bis zum Ende der zweiten Blütezeit". Der Vortrag wurde von den zahlreichen Zuhörern stürmisch acclamiert. Prag. („Jüdischer Volk s ver e in.") Am 9. d. M. erstattete Herr Carl Rezek, unser Delegierter auf dem Baseler Congresse, sein Referat, über dessen Inhalt sich eine anregende Debatte entwickelte. Nadwörna. Unser Gesinnungsgenosse und Gründer des „Zion"-Vereines Herr Benjamin J. Harz, Buchhändler, hat sich mit Fräulein Marie Singer aus Wiznitz a. Cz. verlobt.

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