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Die Welt · 1902-01-17 · 3 (17.1.1902) · p. 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
6 (1902)
Issue
3 (17.1.1902)
Article
Die industrielle Zukunft Palästinas
Date
1902-01-17
Page
7 (sequence 4)
Language
German
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„Die # Weit* Seite 7 Wir sagen: Mit Begeisterung und Liebe als Principien und mit Geld, das, wie wir zu zeigen versuchten, hier sehr fruchtbringend angebracht wäre, kann eine gesicherte Heimstätte für Hunderttausende entrechteter, geknechteter, darbender Mitbrüder geschaffen werden. Bedenket, wenn das Gottvertrauen, das diese armen enterbten Volksgenossen durch den Aufblick zum Himmel täglich bethätigen, durch Eure Beihilfe: gelohnt werden würde, wenn Ihr das Bewusstsein hättet, Tausende von Menschen und deren Nachkommen gerettet zu haben, dann könnte jeder, der zu diesem Werke beiträgt, mit Faust ausrufen: „In diesem Sinne bin ich ganz ergeben, Das ist der Weisheit letzter Schluss : Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, Der täglich sie erobern muss! Und so verbringt, umringt von seiner Schar, Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr! Solch ein Gewimmel möcht' ich seh'n, Auf freiem Grund mit freiem Volk zu steh'n, Zum Augenblicke dürft' ich sagen : Verweile doch, Du bist so schön. — Es mög' die Spur von solchen Erdentagen Nicht in Aepnen untergehen!" General-Versammlung des „Jewish Colonial Trust (Jüdische Coionialbank) Limited". Die vierte ordentliche General-Versammlung der Actionäre der Jüdischen Coionialbank wurde Montag den 13. December 1901 im Stadtcasino zu Basel, Schweiz, um 10 Uhr früh eröffnet. Es waren zugegen die Herren: D. Wolffsoh jn, Vorsitzender des Verwaltungsrathes, Samuel Bar hasch, Doctor N. Katzenelsohn, L. Schalit, Joseph Cowen, L. J. Greenberg, M. Moses, vertreten durch H. D. L e v o n t i n, (Vorstehende vertraten das Directorium). Ferner Herr Dr. Theodor Herzl, Präsident des Aufsichtsrathes, die grosse Mehrzahl der Mitglieder des Aufsichtsrathes, 175 andere Actionäre und der Generalsecretär James H. L o e w e. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit dem Antrage, die Verhandlungen in deutscher Sprache zu führen, welcher Antrag auch angenommen wurde. Nunmehr erstattete der Vorsitzeude folgenden Bericht an die Actionäre. Geehrte General-Versammlung! Ich habe die Ehre, Sie hier heute zu unserer vierten ordentlichen General-Versammlung zu begrüssen. Mit doppeltem Vergnügen thue ich es heute, da ich in der glücklichen Lage bin, Ihnen die officielle Mittheilung machen zu können, dass unsere Bank nach § 4 ihrer Statuten actionsfähig geworden ist. Der § 4 enthält, wie Ihnen wohl bekannt, eine Clausel, die wir uns selbst aus Vorsicht auferlegten, dass unsere Bank keinerlei Geschäfte unternehmen soll, bis nicht der Mindestbetrag von 250.000 Pfd. Sterl. in Bar auf das gezeichnete Capital eingezahlt ist. Wie Sie aus den vergleichenden Zahlen unseres Abschlusses per November a. c. bald ersehen werden, ist dieser Mindestbetrag bereits überschritten und ist somit die Bedingung für das Zustandekommen der Jüdischen Coionialbank erfüllt. Es dürfte sich jetzt, nachdem wir in ein neues Stadium eintreten, wohl lohnen, einen kurzen Rückblick auf die Entstehung und die Gründung unserer Bank zu werfen, um diese erste praktische Arbeit der zionistischen Bewegung näher zu beleuchten. Gleich nach dem I. Baseler Congress waren alle Zionisten darin einig, dass zur Erreichung des grossen erhabenen Zieles eine öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina zu schaffen, die nöthigen Geldmittel aufgebracht werden müssen. Als das bestgeeignete Mittel war allgemein die Gründung einer Bank erkannt worden. Wir waren aber auf uns allein angewiesen und giengen trotz aller Schwierigkeiten, die sich uns in den Weg stellten und uns gestellt wurden, muthig ans Werk. Um ganz sicher zu gehen und um unsere Kraft zu messen, haben wir vorerst eine Probe-Subscription eingeleitet, die uns bald den Beweis erbrachte, dass die Idee, eine zionistische Bank zu gründen, bei allen Zionisten der Welt begeisterte Aufnahme gefunden, und dass die Möglichkeit, sie zu gründen, vorhanden war. Mit Sicherheit konnten wir auf eine Ant'angssimme von 250.000 Pfd. Sterl. rechnen; dass wir uns nicht getäuscht, beweisen die Thatsachen. Der nächste Congress konnte daher schon den definitiven Beschluss fassen, die Jüdische Coionialbank zu gründen und schon in verhältnismässig kurzer Zeit waren die Vorbereitungen soweit gediehen, dass unser Institut handelsgerichtlich in London eingetragen werden konnte. Wir hatten eine ungeheure Arbeit zu bewältigen. Die zu Beginn unserer Bewegung noch mangelhaft gewesene Organisation, der Verkehr mit einer ganzen Welt, die verschiedenartigen gesetzlichen Bestimmungen der vielen Länder, wo überall subscribiert wurde, ohne Hille von Banquiers oder Banken, brachten uns riesige Schwierigkeiten und Verluste an Zeit und Geld. Dennoch haben die Unkosten keineswegs die einer gewöhnlichen Bankgründung überstiegen, was wir lediglich dem Umstände zu verdanken haben, dass viele hunderte treu e 7 gebener Mitarbeiter überall aufopfernd und selbstlos mitgewirkt haben. Jetzt aber sind die Hauptschwierigkeiten glücklich überstanden. Wir sind einen Riesenschritt vorwärts gekommen und haben uns das Werkzeug für die Zukunft selbst geschmiedet. Schon haben wir in der ganzen Welt unsere festgefügten Verbindungen. Die Bankhäuser, die uns zu Anfang so sehr gefehlt, suchen uns jetzt schon auf. Die Hauptsache aber ist, dass der Zionismus jetzt seinen eigenen treuen Banquier hat, auf den er sich verlassen kann, der s-chon fähig und auch bereit ist, die finanziellen Geschäfte des Zionismus selbstlos auszuführen. Vorläufig aber haben wir unsere Thätigkeit und unsere Erfahrungen ausschliesslich dazu benützt, um grössere Ersparungen durchzuführen und, so weit es bei der grössten Vorsicht möglich ist, die Einnahmen zu erhöhen. Zunächst haben wir im letzten halben Jahre die laufenden Spesen um ein Bedeutendes reduciert. Dieses ist uns jetzt, nachdem die Hauptarbeit mit den Ratenzahlungen beinahe beendet ist, durch Reducierung des Personales, durch verschiedene Einrichtungen im Auslande, hauptächlich durch die Schaffung des Warschauer Bureaus, das uns durch die selbstlose, aufopfernde Thätigkeit unserer dortigen Freunde viele Ersp»rungen ermöglichte, gelungen. Durch die Vermittlung unseres Gesinnungsgenossen Frof. Belkowsky hat uns die russische Regierung in der entgegenkommendsten Weise durch die zollfreie Einfuhr von Allotrnentbriefen und Couponbogen ebenfalls grössere Ersparnisse ermöglicht. Das Directorium ist aber noch bemüht, überall, wo es nur angeht, auch weiter zu sparen, und hofft schon im nächsten Jahre von der Zinseneinnalime allein einen Einnalunsüberschuss zu erzielen. Indem ich Ihnen noch triittheile, dass wir seit März a. c. Herrn D. L e v o n t i n, der sowohl mit den Verhältnissen in Palästina, als auch mit jenen in Russland, wo die Hauptmasse unserer Actionäre sich befindet, vertraut ist, als Manager für die Bank engagiert haben, komme ich zu der Haupi sacht?, zu der Bilanz. Bis zum 30. November d. J. sind im ganzen gezeichnet worden 352,112 Actien, von welchen bis jetzt nur 2-22.1 16, und zwar 143.970 Namens- und 7S.146 Inhaber-Actien, vollbezahlt worden sind. Ueber die 1:29.!)% noch nicht nachgezahlten Actien wird das Directorium bald seine Entschlüsse fass n müssen, um endlich damit ins Beine zu kommen. Die Gesammtzahl unserer Actionäre beträgt rund 112(3.000. Die Bilanz per 31. December 11)00, von den vereideten Revisoren geprüft und bestätigt, schiesst wie folgt: Bilanz per 31. December 1900. Dbt. Autorisiertes Actiencapita!: j 100 Grüuder-Actien ä M 1,900.000 Stamm-Actien r „ Gezeichnetes Actiencapital: 100 Gründer-Actien ä M 314.856 Stamm-Actien „ „ Vollu. aufgerufene Theilzahlungen, Beträge hierauf: 100 Gründer-Actien (Vollzahlung) 20s» per Actie auf 299.583 Stamm-Actien ä '£ lt'is. „ „auf6.941 „ „ „ 10c O 9«H)?? 3? J> 0,0,)-1 » » 5? Abzüglich noch unbezahlte Beträge minus vor Fälligkeit bezahlter Diverse Creditoren....... Garantoren........ . . Transport . | M 100,—,- 1,000,900,—,-- M 2.00O.OOO,—,— 100,—.- 314.850,-- ,— 3H,05fi,-- ,- 100,—,— 200.583,- 5.552. IG,— 4.00!), 4.-- 310,235,—,— 12">.04U2, 2 188.103, 7.10 515,—. 0 5,518, 8.11 194,226,17. 6

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