Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 32 (14.3.1839)
- Date
- 1839-03-14
- Page
- Seite 128 (sequence 4)
- Language
- German
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LM , ^Pflicht und Sünde^'st." —-' Wenn:also^der-reine,:-hohe, nur von Gott erfüllte Lebenssmn in' Israel.nichts Mehr vor- - auszüsitzdn ist) -üm ei n Gebot recht im-wahren Sinne der heil.' Schrift' zu'-erfüllen, wie soll es im ■ Stande sein,. alle dir unzähligen Observanzen —' mit ihren tiefsinnigen DeutüNgen recht zu beobachten und zu fassen! -— Wird es Wnicht von Neuem in - religiöses Puppenspiel, ausarten? 7-7 Wir - erinnern an- Raschis Worte - zu 2 -Most ." 32. 19 n-iin i»i73i< ■ 'V3 nös; ■ rtä'-!^i -^'1 •jnd S-iVb — Da Verfasser selbst zugitibt, daß der Zweck' des Judenthums „Entfernung von Chilulhäschem" unbedingt erheische, daß die Maniseslirung des Judenthums als höchst vollkommenes Gottesinstitut vor den Augen bec Völker dessen höchste Glorie ssel,- stehetda Israel nicht in Gefahr, diesen Zweck, zu verfehlen, : diese Glorie sich zu verscherzen, wenn jeder Israelit -— um Israelit zu 'sein'': 'alle bis zum- -17ten- Jahrhundert herab hinzugekommenen, im Schulcha.n- Aruch 'befindlichen zum Lheit langst bedeutungslos gewordenm-ja ihrem Zwecke gar nicht - mehr entsprechenden - 'rabbinischen - -und .' kabbalistischen Gebote und - CereMonien mit rigorosester Pünktlichkeit beobüchten, 'dübei die höchste Gemüths- -und Sittenremheit be-- wahren, in jedem Augenblicke bei Lag und Nacht, beim Bartübnehmen oder wachsen - lassen,!-:• beim Schuhausziehen und ' Anziehen, und . dergl. , i den! Gedanken als Jjsroöl-' 'Mensch, Träger des höchsten Ideals der Menschheiten fein festhülten soll! : -— Wie wenige! ernste - Gemüther giebt es, welche jener schweren - Aufgabe zuentspcechen im Stande sein können,; auch in - den unbedeutendsten - .scheinbar abgeschmacktesten Eeremonien, jedesmal eine tiefe Lösung höherer Wahrheiten zuerblicken und-sie.' in diesem reingöttllchen Sinne! auszuühen? — -! .... ■''■.•;i'Sä3et'':bie|? i'aber-inicjlt thut, wer nur: maschinenmäßig handelt, ohne: den inner» Sinn.zu, erfassen, ist ja -fnach Herrn.H. selbst —7kein achter, JssroA-Mensch! :— Heißt das nicht ganz Israel auf einen .steilen Ähhang führen," wo' mit jedem "Schritte Gefahr drohet," in,'den^ böbenloseßem Abgrund eitlen Ceremonienwesens, ' schädlichen Aberglaubens, krassen Vorurtheits und isotirenden .Men'schenhasses hinabzustürzen. — ’ '; ': .^ - . ^p>.*in j*» ,,.2Bo das - höchste. Interesse der Religion in ..Gefahr ..ist, , darfst. du auch Hey. gelehrtesten, nicht schonen" . lehrten, schonunsere.. Weisen. ' So.sehr, wir 'daher. geneigtsind,, den .Charakter und. das Talent ches .Verfassers in . andrer Beziehung, anzuerkennen,,.so müssen. w.ir doch hier, ünstre Stimme laut Werden lassen, um vor einer solche^ ühertciebmm A^ssassung Redacreurr l>r. 1k. PhiLippsvn. — des Jüdenthums , wie die'.Schriften. Ben - Ustels sregebendiegroße unbefangene.. Mehcheitwder denkenden) und gewisfenhaften ^Israeliten, welche.Äicht! leichtsinnige-Miederreißung^ unsers - alten ehrwürdigen. Mfligionsgebäudes - aber auch-nicht Wiederauffrischung veralteter VorUrtheile und längst.verschollener. 2^^273 will, ernstlich , zu warnm! — . . - Wir.dürfen, ja nicht vergessendaß die gegenseitige. Liebe! und. Achtungwelche seit: mehreren Decennien zwischen In- . den und. Christen .zuzunehmen-begann.und nicht blosetwa unsere -vecbesserte-.bürgerliche - Lüge ) - sondern. guch vorzüglich die. höhere Achtung und Anerkennung ches JudenlhumS bei anderen Glaubensbekennern: (mithin: vwnWiap) -.bewirkte- - großentheils eine Folgerjener geläuterten Ansicht 'über R e li g i 0n und Geb 0 te ist, welche dir wahrhaft gebildeten und gottesfürchtigen, Israeliten /beseelt,. die aber nach: der Theorie des. 2^iin fast-Ketzereiwäre!-— Darum, Israeliten, - haltet euch fernvon jenen -künstlichen Doctrinen!- — Um mit.solchen -Waffen unsrer heiligen. Religion-und ihren Eeremonien allgemeine Anerkennungbei den Besten -und Weisesten des Menschengeschlechts- -zu - verschaffen: und. die schöne Zeit höherer Vollkommenheit , und Eintracht , welche, die Propheten verkündeten, allmählich vörzubereiten, müßten erst alle.Völker.von. dem. im/min über das Judenthum. ausgesprochenen Ansichten völlig überzeugt sein. : Sonst müßte z. B. der Israelit,! der sich weigerte ünb zu trinken, erst seinen 2^iin aus'der Tasche holen, , um die höhere, kosmopolitische Ursache, . das Heil,! was - allen .Völkern.erwächst, wenn - die Juden, keinen.p“> ünö trinken, zu doziren. So. lange , aber eineapodiktische- Annahme der Wahrheiten -des^ 'üSin. 's nicht allgemein .ist, — -und dieß. dürfte.wohl irr' unserm Zeitalter noch nicht so bald der Fall fein, — möchten' Juden und Jüdenthum a la Ben-Usiel in Gefahr ge-" rathen für,-Schwärmer und Narrethei" gehaltenzu werden undhöchstens auf gleiche Stufe mit „Pietisten" und: dey, nach Amerika wandernden. „Stephanisren" gestellt zu werden. — .' Eine" größere- Entweihung, des göttlichen- Namens können.'wir uns aber nicht denken!/.—^ Wir lassem hier noch Vieles ünerörtert,' was sowol' vom wissenschafttichem! als''- selbst - vom -jüdisch'-orthodoxen ^Standpunkte ''aus g üt gen das' von Ben-Usiel'aufgestellte Prinzipanzuführen ist,.. worauf, wir>noch zurückzukommen '.gedenken. ( V.or^. der- Hand> - geben wir die hier blos als Saamenkorner chingestreutenGedanken der, besönnenen Prüfung unbefangener und einstchts-, voller 'Afer anheim, haben wir"bi^' jetzt 'b'los niedtcgecisseU,)! indem - wir zu' zeigen' versuchten' daß - weder von1 der einem noch von derandern Seite -rin heilbringender Stern für: Israel und fesneureligiösen Bedürfnisse aufgegangen sei,. .'so. liegt, es. uns-!. »ünmeHr-^ob,^^^dit<Bausteine ,zul-n Aufbau, sammeln,unh uns übec.'die Weise, wie. das, Judenthum,in, unsrer Zeit'wirklich aufzufassen sei, vom Herzett zu reden.' — Dieß soll der Inhalt einer folgenden Rhapsodie sein.— Druck von Z. B Hirschfc-Ld. , ' Verlag voll BaurügärrrrerS BuchhUnvLuug. —