Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 24 (23.2.1839)
- Date
- 1839-02-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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in. Jahrgang. . Jliigemeine No.!Z4. des Judenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allrrgnädigster Eoncrffion.) . Leipzig, den 23. Februar. 1839. Zeitungsnachrichten Stockholm, 16. Jan. D.ie Allg. Augsb. Zeitung enthält folgende Mitkheilung von hier: „Nachdem durch die k. Verordnung vom 21. Sept. der wesentlichste der den Juden durch die Verordnung vom 30. Juni eingeräumten Vorrheile wieder zurückgmommen war, nämlich der, sich in jeder Stadt Schwedens ohne Weiteres zu etabliren, glaubte man hier allgemein, die in einigen nördlichen Städten vorbereiteten Petitionen gegen die Judenemancipation würden unterbleiben. Das äst jedoch nicht der Fall gewesen.. 'Eine solche Petition, von 14 bis 1560 Bürgern in dreißig Städten unterzeichnet, ist in diesen Tagen an die Regierung eingereicht worden. Es wird darin das Gesuch gestellt, daß die ganze Verordnung vom ' 80., Jun. aufgehoben werde, bis die Gesammtheit der Städte Schwedens Gelegenheit bekommen, ihre Meinung über diese Frage abzngeben, entweder jede für sich, oder durch ihre Repräsentanten am künftigen Reichstage. Die also eingereichre Petition ist-wörtlich dieselbe, die! in'einer hiesigen- Zeitung vor einigen Monaten vorgeschlagen war. Es ist also offenbar, daß ^biese ganze Sache durch die Bearbeitung der Opposirionszeitungen eingeleitet und durchgesetzt worden, was um so leichter war, als in den Provinzstädten, wie auf dem Lande, die' Abgeneigtheit gegen die Juden mach weit größer als in der Hauptstadt ist." — Man muß, um dieses recht zu beurtheilen, wohl/ wissen, daß nicht allein in allen diesen" Städten keine Juden wohnen,' sondern auch meistens noch kein Jude gesehen worden. 'Aus welcher andern Quelle können daher diese Petitionen geflossen sein, als aus den durch die Insinuationen der Oppositionsblatter geweckten und bestärkten ulten, in Schweden dych nur sagenhaften Vorurtheilen? Es ist gut, daß auf demselben Blatte der schwedischen Geschichte, auf welchem diese Petitionen Platz finden, auch die schon öfter erwähnten Berichte der Gouverneure der Landschaften, wo die 900 Juden Schwedens wohnen, welche so sehr zu, Gunsten der Juden ausgefallen, und die vor der Emanation des Regierungsgesetzes abgegeben waren, stehen, und noch vor jenen. > Warasdin (ln Croatien) 24. Jan. (Privatmitth.) In Nr. 74 v. I. wurde Ihnen berichtet, daß der Vorsteher der. hebräisch-deutschen Lehranstalt hier,' Herr Joseph Leitner, mit dem Plane beschäftigt ist, eine Anstalt für diejenigen Knaben zu errichten, welche, nachdem sie den Elementar- und Gymnastalkursus zurückgelegt haben, sich zu den rabbinischen, Studien» vorbereiten 'wollen. Schon war Alles zur Realistrung seiner schönen Entwürfe gediehen, schon hatten sich mehrere Eltern bestimmt, ihre Kinder der neuen Anstalt anzuvertrauen, sobald sie in's Leben träte — als der unerbittliche Tod am 27. Aug. den trefflichen Mann seinen Planen, seinen Freunden und einer zahlreichen Familie entriß! Sowol die hiesige. Gemeinde als die Israeliten der Umgegend empfanden tief den großen Verlust, und kamen theilnehmend herbei,, dem Todten die letzte Ehre zu erweisen. Dies geschah auf feierliche Weise, es schlossen sich auch mehrere christliche Einwohner dem geordneten Leichenzuge an, und der königl. Lökal < Schulendirektor Herr Ebner nebst mehreren Honorätioren entfernten sich nicht eher vom Friedhofe / als dis der Leichnam in den Schooß der Erde versenkt war. Zuvor wurden zwei Trauerreden gehalten. —> Mögen sich seine Freunde als solche auch gegen seine Hinterlassenen bewähren! . II. R. Crefeld,.4. Febr. (Eingesandt.) Herb Dr. Cceiznach, der seine im Thariag und Schurath Haddin niedergelegten Grundsätze und' Behauptungen gegen alle, Einwendungen — wenn nur in dem Gegenstände würdigen Tone ausgesprochen— öffentlich zu vertheidigen sich erboten, wird hierdurch ersucht uns der Wahrheit zu Liebe zu sagen, wie er im' Thariäg S. ,20 behaupten konnte und durfte daß nack dem Talmud das' Schreiben in andern .Sprachen am Sabbat um ein Haus in Palästina von einem Heiden zu kaufen, sogar, ausdrücklich erlaubt wurde. Quelle dieser Behauptung "kann nur, sein der Talmud Trac. Giliri FoJ. 8. b. u. B. Kama FoJ. 80. b. u. Mail». Hilch. Sab. Cap. 6 K 11. aber dort wird dem Israeliten zu diesem Zwecke njcht erlaubt in irgend welcher Sprache selbst zu schreiben, sondern nur durch einen Nichrjuden schreiben zu 'lassen. . ■ % Aus> den angeführten Stellen ist auch unwiderlegbar zu beweisen, daß das Verbot am Sabbat, zu schreiben 'sich/ ebenso wie auf die regelmäßige hebr. Schrift, auch auf die hebe. Currentschrift und die Schrift in "andern Sprachen sich bezieht, und die von Hrn. l)r. E. angegebene, schon anderweitig als falsch und unrichtig nachgewiesene Unterscheidung, / ganz unhaltbar istl vr. U l,l m a n n, - ' ', Over-Ra-bine. Gepf, 28. Jan. Ein Bericht der Leipzl Allg. Zektg. von hier rühmt die friedlichen und innigen Verhältnisse, in denen hier Katholiken, Protestanten und Juden leben, unter denen allen eine gleiche Aufklärung herrsche.