Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 6 (1842)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1842)
- Date
- 1842-04-23
- Page
- Seite 255 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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255 zahlreich in Mitau versammelt, wodurch unsere Stadt merklich belebt wurde. Insbesondere nahmen die im Laufe des letzten Triennii stattgehabten Operationen seine Aufmerksamkeit in Anspruch, durch welche der beim Beginne dieser Periode durch die Reduktion der Zinsen von 5 auf 4 Procent herabgesunkene Kours der Pfandbriefe sich gegenwärtig wieder über pari erhoben hat, und in gerechter Anerkennung der dem Verein hierbei von dem hiesigen Banquier, Herrn M. S. Stern *), geleisteten Dienste beschlossen, an denselben nachfolgendes Reskript zu erlassen, welches wir, da es einen achtbaren Bürger unserer Stadt betrifft, unsern Lesern hier mittheilen: Copia. G eneralkonvent d e sk u r l ä n d i s ch e n Kreditvereins. Mitau, den 7. Februar 1842. An den Kaufmann zweiter Gilde, Herrn M. S., Stern, zu Mitau. Der gegenwärtig versammelte Generalkonvent des kurlandischen Kreditvereins hat aus den ihm vorgetragenen Relationen der Direktion und dem Kontrollkomitö zu entnehmen Gelegenheit gehabt, wie die Geschäftsverhaltnisse, in denen diese Kreditanstalt seit ihrem ersten Entstehen fortwährend mit Ihnen gestanden hat, insbesondere wahrend der drei letzten Jahre, einen bedeutenden Umfang gehabt, und wie Sie sowol dem fast ausschließend von Ihnen betriebenen Geschäfte des Umsatzes kurländischer Pfandbriefe stets eine dem Interesse des Kreditvereins entsprechende Richtung gegeben, als auch in allen andern Beziehungen diejenige Rechtlichkeit und Zuverlässigkeit an den Tag gelegt haben, durch welche Ihnen bereits das Vertrauen Ihrer vielen Geschäftsfreunde unter den hiesigen Gutsbesitzern zu Theil geworden ist. Indem der Generalkonvent es nicht verkennen kann, daß bei den verschiedenen Krisen, welche auch diese Kreditanstalt bis zu ihrer gegenwärtig gewonnenen festen Stellung zu bestehen gehabt hat, es ihr besonders wichtig sein mußte, mit einem Geschäftsmanne in Verbindung zu stehen, welcher mit Umsicht und Thätigkeit den ihrem Interesse etwa widerstrebenden Gegenwirkungen zu begegnen suchte, muß er Ihnen für die fortgesetzte Mitwirkung, die Sie diesem Zwecke gewidmet haben, seine vollkommenste Anerkennung zu. Theil werden lassen, und hat derselbe demnach beschlossen: zur bleibenden Erinnerung an den achtbaren Ruf und das Vertrauen, welches Sie sich seit Ihrer vieljährigen Geschäftstätigkeit erworben haben, dieses Anerkenntnis °) Dieser gefeierte Mann ist israelitischer Nation und erster Vorstand der hiesigen Ebräer - Gemeinde. in seinen Akten verschreiben, und Ihnen davon mittelst dieser offiziellen Zuschrift Mittheilung machen zu lassen. (Unlerz.) Landesbevollmachtkgter Baron Th. v. Hahn, als Vorsitzer im Eeneralkonvente. Ernst v. Rechenberg-Linten, als Protokoll führendes Vereinsmitglied. In der hiesigen Samsonschen Freischule soll zu Johannis d. I. ein unverheiratheter Elementarlehrer angestellt werden. Derselbe erhält Wohnung, Kost, Wäsche, die nöthigsten Kleidungsstücke, so wie deren Ausbesserung von Seiten der Anstalt, und außerdem ein Fixum von 60 Thlr. Kourant mit Aussicht auf Verbesserung. Erforderlich sind, bei einem moralischen, echt religiösen Lebenswandel, gründliche Kenntnisse in den für die untersten Klassen einer jüdischen Bürgerschule nothwendigen Lrhrgegenstanden, die Fähigkeit, einen Ehor tüchtig einzuüben und zu leiten, und einige Gewandheit im Unterrichten. Die Bewerber wollen sich in frankirten Briefen, mit Einsendung ihrer Zeugnisse, an den Unterzeichneten wenden. Wolfenbüttel im April 1842. S. M. Ehrenberg, Inspektor der Sams. Freischule. Die schon früher in diesen Bl. offerirte Stelle eines wissenschaftlich gebildeten guten Kantors und Schächters bei der hies. israel. Gemeinde ist noch unbesetzt. Hierauf Reflektirende, welche aber schon in obiger Eigenschaft sungirt haben und besonders gute Kantoren sein müssen wollen sich sobald als möglich in frankirten Briefen bei dem Unterzeichneten melden, oder sich hier persönlich einft'nden. Bütow, in Hinterpommern im April 1842. Der Vorstand M. Mendelsohn. Deßau 7. April 1842. Schon längst wäre es unsere Pflicht gewesen dem Rabbknatskandidaten Herrn Dr. Gustav Philippson unsern herzlichsten Dank zu sagen, für den religiösen Genuß den er uns durch seine zwei Kanzelvorträge am ersten und letzten Peßachtage bereitete.