Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1840-07-11 · Heft 28 (11.7.1840) · p. Seite 412

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
4 (1840)
Issue
Heft 28 (11.7.1840)
Date
1840-07-11
Page
Seite 412 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3225119-3225148--02847-3312351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

seines Sohnes Chonaniel Cremieur von Aix, welche alle einen Schatz rabbinischer Wissenschaft enthalten. 27. Cremicux (Salomon Heim) Bruder des Vorigen, wurde nach dem T^>e seines Vaters zum Rabbinen zu Carpentras ernannt. Achtzehn Jahre alt, verfaßte er schon Erläuterungen über die Cominentare des Raschi und der Midraschim über den Pentateuch, welche unter dem Titel prvn verj vffentlicht worden sind. Der Sohn dieses trefflichen > Rabbinen ist Moses Cremieur, Verfasser verschiedej net Commentare über die Gebote und über Aden! Esra.! 28. Soloma (Elie), ein ausgezeichneter Rab-! bine zu Marseille und Verfasser der Nabbinischen! Entscheidungen und der Nachrichten über den Talj niud, der Mischna-Tora, d^s Maimuni, welche zu Livorno im Jahre 1821 in Folio gedruckt wurden, j und zwar unter dem Titel: nwx -mp iss. Sein j Sohn Soloma, Secretair des Kreis-Comitö, hat; mehre interessante Berichte über die Schule der Israeliten zu Marseille herausgegeben. 29. Mellaud (Moses) Deputirter von Vauchese bei der Versammlung der Israeliten von Frankreich! und vom Königreich Italien, Mitglied des großen! Sanhedrin zu Paris, wurde zu Carpentras, wo- > selbst sein Vater, Michel de Mellaud, einer der im j Gemeinderath der Israeliten Prasidirenden war. Der! junge Mellaud, dessen glühende Einbildungskraft für \ alles Außerordentliche in Feuer gcrieth, wünschte j lebhaft die Geheimnisse in der Wissenschaft der Kab-! bala kennen zu lernen. Da aber Abraham Cröj micur, welcher ihm als Mentor diente, sich weigerte,! ihn in diese Geheimnisse einzuweihcn, ehe er nicht! durch das Studium der Moral-Philosophie sich zur j Kabbala vorbereitete, umfaßte der feurige Jüngling j bald diese mit einem solchen Eifer, daß er bald die l Kabbala und ihre Geheimnisse vergaß. Seine Mußei stunden wurden der hebräischen Dichtkunst geweihcr, 1 mit welcher er lange die Israelitische Jugend ent-! zückte. Unter feinen Werken führen wir an:! ») n?2tt tisssa “iss oder philosophische Gespräche! über die Vorsehung nach dem Buche Hiob,! und seinen vorzüglichsten Commentatoren. Li« vorno, 1787. 8. b) nvna i-ias, Poetische und philosophische Meditationen in Versen. Livorno, 1787. 8. c) die Geschichte der Ruth in Versen, als eine Fortsetzung des vorhergehenden Werkes. d) Ode auf den Geburtstag Napoleons des Großen, Kaisers der Franzosen und Königs von Italien. Diese Gedichte wurden sämmtlich ins Französische von dem berühmten Shloestre de Sacy übersetzt. 30. Horwitz (Salkind), geboren zu Semlin in Lithauen im Jahre 1738 im Schooße einer sehr zahlreichen jüdischen Gemeinde, deren Mitglieder aber größtentheils in Elend und Unwissenheit aufwuchsen, wie fast allenthalben in diesem Lande. Mit einem ungemeinen Scharfsinn von der Natur begabt, und von einem brennenden Verlangen, sich zu unterrichten angetricben, verließ er sein Vaterland, und ging nach Berlin, wo er von dem-berühmten Mendelssohn einer liebevollen Aufnahme sich crfreucte, und begab sich bald daraus nach Nancy, Metz und Straßburg, wo andere gebildete und geachtete Juden ihn mit Wärme ausnahmen, ungeachtet der Sonderbarkeit seiner Sitten und seiner Erziehung. Zuletzt kam er nach Paris, wo er sich niederließ, und seinen Unterhalt in den Handel von alten Kleidern fand, die er in der Straße während des Tages hausirte, und beim Scheine einer Lampe in einer elenden ärmlichen Wohnung seine gewohnten Studien fortsetzte. Mit der französischen Sprache wurde er bald vertrauet, und sein Name war schon durch einige Artikel in den Journalen bekannt, welche einen kaustischen und eigenthümlichen Character an sich trugen, und oft merkwürdige Thatsachen ans Licht brachten, als auf einmal ein wichtiger Umstand ihm Gelegenheit vcrschaffre, seinen Geist an einen Gegenstand zu üben, den er freilich zu behandeln, beru'eü zu sein schien. (Fortsetzung folgt.) Druck von I. B. Hirschfeld. Nebst einer literarischen Beilage von 2. L. Fritsch« in Leipzig.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.