Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1885-02-03 · Heft 6 (3.2.1885) · p. Seite 96

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
49 (1885)
Issue
Heft 6 (3.2.1885)
Date
1885-02-03
Page
Seite 96 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3227555-3227562--42382-3310929
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

9 entity mentions

SS Da es der Raum nicht gestattet, uns ausführlich über das Buch zn verbreiten, so wollen wir in gedrängter Kürze den Inhalt desselben mittheilen. — Das Buch zerfällt in zwei Haupttheile, in einen commerziellen und in einen literarischen. A. enthält: einen chronologischen Index der jüdischen Geschichte, einen solchen für die Geschichte der Karäer, einen Index der wichtigsten weltgeschichtlichen Ereignisse, sowie der Erfindungen des verflossenen Jahres,Notizen über Börse,Arbitrage, Wechsel,Post-, Telegraphen- und Eisenbahn-Tarif, natürlich mit besonderer Rückficht auf Rußland; das Militär - und Marinewesen Europa's, über den Militärdienst in Rußland, über Procentrechnungen, metrisches System, Münzen, Patente, Lehrinstitute in Rußland, verstorbene Persönlichkeiten: über die Gemeinden Wilna, Warschau, Minsk und Moskau. B. enthält eine Kritik über L. Oliphant's Buch „Gilead", über den Nutzen der Kalender von vr. CH. Z. Slonimski, über das Gewerbe der Juden im Alterthum; ferner Beiträge von Jacob Reifmann, von Elieser Zewi Zweifel, von I. Goldmann, der die Widersprüche zwischen Bibel und Talmud zu lösen versucht; dann über Ziel und Zukunft des Judenthums von Sokolow, Bescheidenheiten und Wahrheitsliebe jüdischer Gelehrten von I. Mendelssohn, über Agada von S. Finn, der Thurmbau zu Babel von vr. Oppenheim in Thorn, Moritz Oppenheim vom Akademiker Mane, über Palästina von I. Goldmann, Berthold Auerbach von vr. Frischmann, über jüdische Schriftsteller in nichtjüdischer Sprache von I. Z. Gordon. Eine sinnige Erklärung im Midrasch-Schemoth-Rabba, Kap. 5 von I. Goldmann, ins von K. Schulmann in Wilna, von S. Straschun, über die Namen jüdischer Gelehrten von S> Wahl; zur Biographie Raba's (n:t) von M. S. Antakolski, zur Biographie R. Meir's von Joachimsohu, Einleitung zum Werke "-yr von S. Ruber. Hierauf folgen ausführliche Rezensionen über I. L. Gordon's Gedichte, L. Komperls sämmtliche Schriften, Bloch's Ursprung und Charakter des Buches Esther, das einer strengen Kritik unterzogen wird, Bernstein's populär-naturwissenschaftliche Schriften, hebräisch von D. Frischmann, das Werk vanm ~r: t.~i von I. H. Weis in Wien, rn:pr~ mn von Prof. Moses Bloch und andere literarische Erscheinungen. Diesem Theile folgt das gelungene Bild von vr. Leopold Zunz mit dessen Biographie, das schöne Bild des bekannten Mathematikers vr. CH. Z. Slonimski in Warschau mit Biographie, das Bild des so früh verstorbenen vr. Lipkin über den Propheten Jecheskel von Rabb. M. Tedeschi in Triest u. s. w. Nun folgen Erzählungen: 1. R. Meier Rothenburg von Rabbiner vr. L. Philippson, in's Hebräische übertragen von Rakowski, über die Pesachfeier, Geheimnisse des Mikroskops, Kernsprüche von Denkern und Dichtern, (bei den Eigennamen würden wir in Zukunst etwas mehr Genauigkeit empfehlen, Macaulay und Shakespeare find bis zur Unkenntlichkeit entstellt); ferner: ,Jm Ghetto", aus Pascheles' Kalender, über Daniel Deronda. Diesem folgt ein Festblatt zu Ehren des UH. Geburtstages Sir Moses Montefiore's. Gedichte von Gordon, Gottlober, Spiro u. a. Lebensregeln von B. Mandelslam; Gesundheitslehre von vr. A. Porjes; hierauf Memoiren zur Geschichte des heutigen Rußlands, von besonderem Interesse ist die Schilderung der Zeit vor dem Auftreten I. B. Levinsohn's und dessen Zeit, und zuletzt ein vollständiger Kalender, auch für Karäer. — Wir können nicht umhin, zum Schluß noch einmal dieses treffliche Jahrbuch allen Freunden der hebräischen Sprache und Literatur aufs Wärmste zu empfehlen. Moses Feinkind. Aeuilleton Moses Mendelssohn und Sophie Lecker. Den letzten köstlichen Brief, welchen das Herz Moses Mendelssohn's dictirte, wenige Tage ehe es für immer zu schlagen aufgehört hatte, war an Sophie Becker, jene kurländische Dame, gerichtet, welche mit schwärmerischer Verehrung an dem herrlichen Mann hing. Schon die beiden uns erhaltenen Briefe, welche Mendelssohn an Sophie schrieb, das Schreiben Sophiens au Mendelssohn, der diese kurze Correspondenz durchwehende herzliche Ton, selbst die Anrede: theuerste Sophie I theuerste Freundin! Alles das beweist, daß zwischen dem jüdischen Philosophen und der Pfarrerstochter sich ein inniges Freundschaftsverhältuiß gebildet hatte. Einen tieferen Einblick in dieses Berhältniß gewährt uns das Tagebuch der Freundin, das unter dem Titel: „Bor hundert Jahren. Elise von der Reckes Reisen durch Deutschland 17ö4—1786 nach dem Tagebuche ihrer Begleiterin Sophie Becker", vor Kurzem erschienen ist.*) Sophie Becker, welche die unglückliche Elise von der Recke nach Karlsbad und auf ihren Reisen durch Deutschland begleitete, weilte mit ihr in den letzten Monaten des Jahres 1785 in Berlin. So oft Elise die Höfe besuchte oder bei ihrer Schwester, der Herzogin von Kurland, welche in Frie- :) Herausgegeben und eingeleitet von vr. G. Karo und vr. M. Geyer. (Stuttgart, Spemann.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.