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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1884-05-20 · Heft 21 (20.5.1884) · p. Seite 329

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
48 (1884)
Issue
Heft 21 (20.5.1884)
Date
1884-05-20
Page
Seite 329 (sequence 5)
Language
German
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329 seiner Mitglieder, die zu deren Besuch sich ausdrücklich ver-> Darmstadt, 9. Mai. pflicht-t-,,. abzuhalten. In dich,.. B-«>umWeu «g«lbes „,mu»schtu Studiums auf maßrg populäre, exegetische, homrletyche, geschichtliche oder <5 . ... sonst mit religiösen Fragen im Zusammenhänge stehende Borj «Sokwtlll link OttCtt Anwendung UNV V^kge IN träge gehalten und die religiösen Interessen besprochen werden. Schufen. Ferner müßte jeder Verein eine Bibliothek jüdischer Schriften Bon M. Mannheimer, anlegen, die den Mitgliedern unentgeltlich, Nichtmitgliedcrn Bor fünf Decennien hat der Redacteur dieser Zeigegen eine kleine Entschädigung zugänglich gemacht wäre.! tung in seinem „Israelitischen Predigt- und Schulmagazin" Außerdem müßte es Zweck dieser Vereine sein, ihre Mitdie sokratische Methode (Lehrform) für den israelitischen glieder zum öfteren Besuche des Gottesdienstes und zur, Religionsunterricht eindringlich und warm empfohlen und Pflege des Religionsunterrichtes anzuhalten. Es versteht > sogar dieselbe durch Darstellung einiger zutreffenden Beispiele sich, daß ein solcher Verein die Geldmittel beschaffen muß/anschaulich erläutert. Und in der That, wer die Methodik unl derartige Vorträge und eine solche Bibliothek herzustellcn.! für die verschiedenen Schulfächer und noch insbesondere die Äon dem Vereine könnten dann auch öffentliche Vorträge1 Katechetik für den Religionsunterricht gründlich studirt und für das große Publikum erzielt werden. Im Grunde ge-! ihre zweckentsprechendsten Theorien sich zu eigen gemacht, alsnonimen ist dies im Judenthume durchaus nichts Neues,! dann aber eine Zeit lang in einer Schule die sokratische Mesondern nur eine Neubelebung einer alten Institution. Fast! thode beim Religionsunterricht mit Eifer und Geschicklichkeit in jeder Gemeinde, namentlich in deren Chebroth, wurde1 jut praktischen Anwendung gebracht hat, der muß von dem allsabbathlich ein Schiur gehalten, der eben nichts anderes > hohen Werthe derselben für die sittlich-religiöse Jugendbilwar als ein Vortrag, wie wir ihn oben bezeichneten, und düng überzeugt und erfüllt sein, indem er sich sehr bald der in der Regel besaß eine solche Chebrah auch eine Anzahl-guten Früchte zu erfreuen hat, Ne sie bei seinen Kindern zu Bücher (Sepharim). Tiefe Einrichtung, welche in früheren! erzeugen vermochte. Denn dieselbe gewöhnt das Kind zum Zeiten eine vielfache Betheiligung fand, weil man das An-j Selbstdenken, befördert seine Aufmerksamkeit umdestomehr, je hören eines solchen Schiurs für eine religiöse Verpflichtung! mehr es hier die Vorstellungen und Ideen nicht bloß empfängt, erachtete, kam in Verfall, weil die Borträge sich dem m» j |onbetn selbst bearbeitet, stärkt sein Gedächtniß, weil es bei änderten Geschmack und Bedürfniß nicht anzupasien vcrstanl ihr weniger im Buche findet, sondern mehr im Kopfe führen den, und die Büchcrsammlung bei dem stehen blieb, was sie-muß, und befestigt seine Ueberzeugung, weil es hier die hatte und was mit der Zeit zu Grunde ging, ohne daß sie Wahrheiten selbstthätig aus ihren Beweisen entwickelt, folglich erneut und durch, jetzt vom Publikum benutzbare Werke vererst diese durchschauen muß, ehe es jene findet. Ebenso ist mehrt wurde. Es war wie immer, an der Stabilität ging sie geeignet, das sittlich-religiöse Gefühl zu entwickeln, zu bcdas auch an sich Nützliche und Gute zu Grunde. Die höchst; leben und dem Willen eine feste Richtung auf das Wahre bedeutsame Wirksamkeit solcher Vereine in kleineren, mittleren und Gute zu geben. Und wenn nicht bloß die Mittheilung und großen Gemeinden, muß Jedermann einleuchten, wenn 'gewisser Kenntniffe, sondern auch die harmonische Uebung sic im Geiste und in der Weise unseres gegenwärtigen Ver- und Bildung der Kraft Zweck alles Unterrichts ist, so muß einswesens geschaffen und belebt wurden. Es gilt nickt, echte Sokratik diesen Zweck weit vollkommener erreichen als durch sie Ascetik und Pietisterei zu fördern, sondern einen eine Methode, die darauf ausgeht, das ganze Unterrichtsgesunden, religiösen und sittlichen Geist zu verbreiten und geschäft zu mechanisiren. Die sokratische Methode klärt im jene Verflachung zu verhindern, welche im Kreise unserer Kinde immer mehr sein Selbstbewußtsein, und dadurch regt Glaubensgenossenschaft schon allzu sehr Raum gewonnen, sich in ihm immer mehr das Streben nach Sclbstvervoll- Mögen sich zur Ausführung dieser unserer Vorschläge aller: kommnung. — Fragen wir, welchen Verlauf diese so wichtige Orten die geeigneten Männer finden. Nur muß man im Methode im Schulwesen genommen habe, so führt uns dies nächsten Augenblicke nicht schon die vollen und reifen Fruchte auf den Namen des großen Moses Mendelssohn. Denn wie erwarten, sondern eine andauernde Thätigkeit an die Eraus der Geschichte der Pädagogik, die uns die Phasen der reichung dieser Ziele setzen. Auch darf man sich nicht ab- Entwickelung derselben berichtet, hervorgeht, hatte die.unterschrecken laffen, wenn die ersten Versuche und Bemühungen richtliche Frageform bis ins vorige Jahrhundert hinein keine nicht gleich einen weit reichenden Boden erwerben, sondern Ausbildung in den Schulen gefunden und keine Fortschritte bedenken, daß Großes und Dauerndes nur allmälig aufgemacht. Erst durch Mosheim (gest. 1755) that sie einen Schritt sprießt und zu starkem Stamme erwächst. weiter. Sowie man Mosheim den Vater der neuen deutschen Kanzelberedtsamkeit nennt, so kann man ihn auch den Vater der Sokratik nennen, d. h. jener Kunst, welche beim Jugend-

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