Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 47 (1883)
- Issue
- Heft 26 (26.6.1883)
- Date
- 1883-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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'Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ein m-artensches Organ für alles jüdische Jntereffe. Dicse Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig:i Merk. Abonne- I ment in Deutschland (Postzeitungsliste j 4ir. SL) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. GXpeöiLrorr: Leipzig, Wotzpkcth 18. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. 2. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandln,>g. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 47. Jahrgang. Leipzig, den 26. Juni 1883. iNi. 26. Inhalt. Leitende Artikel: In den Angelegenheiten der russischen Juden. — Ernest Renan: Tie ursprüngliche Einheit und die allmähliche Trennung des Judenthums und des Christenthums. III. — Zeitnngsnachrichten: Deutschland: Berlin, Aus dem Elsaß. — Oesterreich-Ungarn: Pest, Lemberg. Agram. — Frankreich: Paris. — Großbritannien: London.— Rußland: Petersburg. — Amerika: New-Aork. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Simon Freiherr v. Winterstein. — Linkhändig. — Vermischtes. Acttcm'c I'itscf. Bonn, 20. Juni. 3tt kn Angelegenheiten -er russischen Juden. i. thanen!" Unter diesen Umständen richteten wir unter Anderem bereits am 4. Mai d. I. ein Schreiben an den einflußreichsten und bedeutendsten russischen Publieisten der Gegenwart, den Redacteur der russischen „Moslemischen Zeitung", Staatsrath Katkow folgendes Schreiben in französischer Sprache: Bonn, 4. Mai 1886. Sehr geehrter Herr Geheimrath! Seit langer Zeit betrachtet man in dem außerrussischen Für die nächste Zukunft hängt das Geschick von mehr - als 3 Millionen Israeliten, welche dem weiten russischen Reiche angehören, von den Beschlüßen der vom Kaiser zur Europa Ew. Wohlgeb. als das Haupt der ganzen russischen Berathung der jüdischen Angelegenheiten, der rechtlichen und Publicistik, als den genialen Bahnbrecher und Jmpulsgeber bürgerlichen Stellung der Juden, eingesetzten Commission und! für die russische Presse, und weiß zugleich, daß in keinem von den Entschließungen des Kaisers ab. Es versieht sich andern Lande der Welt die Presse, insonders die Tagespresse, von selbst, daß uns Alle das Schicksal dieser Hälfte des ^von so entscheidendem Einfluß ist, wie in Rußland. Sie, jüdischen Stammes aufs Höchste interessirt, und diese Theil- Herr Geheimrath, verbinden aber mit diesem Einfluß auf nähme ist um so gerechtfertigter, als die Verhältnisse der die öffentliche Meinung zugleich eine wohlverdiente Hoch. Bekenner des Judenthums in den übrigen Ländern der civi achtung und Berücksichtigung in den maßgebenden, in den lisirten Welt in keiner Weise davon berührt werden. Ebenso allerhöchsten Kreisen des großen Zarenreiches. Und so, Herr selbstverständlich ist es, daß dieses Mitgefühl sorglich darauf Geheimrath, werden Sie es entschuldbar finden, wenn ich, der ausschaut, ob in bescheidener und gesetzlicher Weise durch aufklärendes und erwärmendes Wort einiges zur günstigen Lösung jenes russischen Problems geschehen könne. Der großartige und feierliche Act der Kaiserkrönung, die mit Thaten der Gnade und Gerechtigkeit und Gnade verbunden zu sein pflegt, mußte dazu auffordern, zumal in der Erinnerung an die Krönung des verewigten Alexander II., der seinen Thron mit den Worten bestieg: „Gerechtigkeit für alle meine Unterseit fünfzig Jahren als Redacteur der A. Z. d. Judenth. die intellectuelle, moralische und sociale Hebung der Juden aller Länder anstrebe und geistig vertrete, es wage, mich in Folgendem an Sie zu wenden. Seitdem in Rußland die furchtbaren Mißhandlungen der Juden seitens eines durch abscheuliche Wühlereien aufgehetzten Pöbels aufgehört haben — was wir zum Theil auch Ihrer nachdrücklichen Verurtheilung der barbarischen Scenen dankbar schulden — wurden regierungs-