Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 28 (12.7.1881)
- Date
- 1881-07-12
- Page
- Seite 465 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3224737-3227339-3227368--39105-3308390- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
46d Paris) übergeben werde, und daß es den Logen, die ihrem! aber nicht zu mißhandeln — und also thun wir", sagten Beispiel zu folgen gesonnen sind, überlassen werde, ihre! sie. In den benachbarten deutschen Colonicn forschten sie Spenden direkt zu überschicken, sei es unter dieser Adresse, sei? ebenfalls nach Juden und bedrohten die Colonisten mit es unter irgend einer anderen, je nach den Orten und Ge-! einem gleichen Schicksal, im Falle sie die Juden schützen legenheiten, da der Große Orient keinen direkten Aufruf an würden. die Werkstätten erläßt, d. h. keine Subskription in seinem; — Interessant ist die Weise, wie der ziemlich bedeu- Schooße eröffnet. : tende russische Handelsplatz Gulai Pole der Plünderung zur Indem wir diese Beschlüffe zu Ihrer Kenntniß bringen, Zeit der Judenhetze entging. Man schreibt dem „Porjadok": H. CC. *. FF.*., sind wir überzeugt, daß Sie die Abgesehen davon, daß der Adelsmarschall Schabelskij alles in Gefühle zu würdigen rvipen werden, aus denen sie geflossen, seinen Kräften Stehende dafür gethan hatte, die zahlreiche und daß Sie sich womöglich ihnen anschließen werden. jüdische Bevölkerung vor der Plünderung zu schützen, zu Genehmigen Sie IT.*. CC.*. FF.*, die Versicherung welchem Zwecke er eine Schaarwache, die ans einigen hundert unserer brüderlichen Zuneigung. Die Sekretäre Poulle, De Heredia. Der Präsident des Ordensrathes Oe Saiot-Jcan. Nußland. Aus Rußland, 1. Juli. Wie weit die Verwirrung aller Rechtsbegriffe in Rußland gegenwärtig geht, und Alles dem leidenschaftlichsten Parteigeist unterworfen ist, wird aus Fol- Mann bestand und l Rubel täglich pro Mann Gage bezog, organisirt hatte, gelang es den Juden, die örtliche Bevölkcrung vom Rauben und, was noch gefährlicher war, vom Herbeiziehen der habgierigen Bevölkerung der Umgegend abzuhalten. Die bedrohten Juden erklärten nämlich der versammelten christlichen Bevölkerung: „Wenn schon ein kaiserlicher Befehl existirt, auf Grund dessen die jüdischen Häuser geplündert werden sollen, so komme das Hab und Gut der gendem erkennbar: Die Anwälte der Stadt Kiew haben Juden in Gulai Pole jedenfalls der örtlichen christlichen Besich versammelt, um über ihre Collegen Uruffow, Andreiewski - völkerung des Ortes zu, nicht aber den in der Nachbarschaft und Kupernick, welche gelegentlich des letzten Prozeßes als Ansässigen. Daher übergeben wir die Schlüssel zu unseren Vertreter der geplünderten Juden für deren Jntereffen, ohne Waarenniederlagen, Kellern, Buden, Speichern dem Gemeindejede eigennützige Absicht oder Entlohnung, vor dem Militair-! ältesten, der das dem Volke angeblich zugesprochene Gut zu gericht plaidirten, ein Berdict zu fällen. Tie „toleranten" bewachen haben wird, bis der otsicielle Befehl anlangt, Kielver Advokaten finden, daß diese ihre Collegen ihre welcher die Bestätigung der Gerüchte bringt." Ter Ge- Dienste nur „fictiven" Interessen widmeten, und haben in meindeälteste versiegelte darauf feierlich alle Thüren und ihrer großen Weisheit zu constatiren befunden, daß es „des! Luken, welche ins Innere jener Räume führen, und die Advokaten-Standes unwürig" fei, dort als Vertreter von Einwohner von Gulai Pole bewachten nun selbst eifersüchtig Privatbetheiligten, also quasi als Unterstützung des Anklägers! ihr „Eigenthum" und trieben die aus der Umgegend eintrefzu fungiren, wo die Bertheidigung durch vereidete Anwälte. senden, nach dem Raube lüsternen Bewohner anderer Dörfer nicht statthaft ist. mit Stöcken aus dem Lrte. Als endlich die Obrigkeit an- Aus Kiew sind, wie das dortige Journal „Trud" langte mit 80 Mann Soldaten, war die Gefahr vorbei und meldet, seit den Judenkrawallen (0. Mai) nicht weniger als das Volk überzeugte sich bald davon, wie grausam es über 4000 Juden ausgewandert. Unter den Ausgewanderten be das Vorhandensein des kaiserlichen Befehls getäuscht worden sei. sindet sich auch der bekannte BanquierIsrael Brodski, welcher Petersburg, 2*. Juni. Ter Herold" schreibt: „Tie jetzt alle seine Häuser und Geschäfte in Kiew verkaufen läßt Gutsbesitzer des Südens befinden sich gegenwärtig, obichon und beschloffen hat, nie mehr nach Kiew und überhaupt die Ernteaussichten vorzüglich sind, in einer sehr schwierigen nach Rußland zurückzukehren. Lage. Alle Landwirrhe machen, gewöhnlich am Anfang des Moskau, 2o. Juni. Im Kreise Mariupol befinden sich Frühjahres. Anleihen, um die nöthige Aussaat anzuschafien sieben jüdische Colonien; drei derselben sind ganz kürzlich oder Remonteu vorzunehmen, oder Feldarbeiten aas längere von russischen Bauern aus den benachbarten Törsern Kamenki Zeit zu engagiren. Ter Creditor, der nie Geld verweigerte, und Rasdorow buchstäblich ausgeräumt worden. Tie freilich seinen Vvrtheil auch nie vergaß, mar der Jude. Bauern erschienen nämlich am Hellen Tage mit mehr als iOO Rach den Unruhen haben aber, wie eine Eorrespondenz de? Fuhren, luden ohne Umstände das sämmtliche Eigenthum „Golos" meldet, die »den sich gleichsam verschworen, selbst der Juden auf, ohne daß sie von diesen daran verhindert gegen die höchsten Proeente ist von ihnen kein Geld zu erwerden konnten, und fuhren — ohne weitere Ausschreitungen langen. „ Tie Inden nehmen hohe Proeente, mögen die zu begehen — gemüthlich von dannen. „Ter Zar hat be- Gutsbesitzer es nur ein Jahr mit den Griechen versuchen, fohlen, den Juden zu nehmen, was sic besitzen, sie selbst dann werden sie wissen, was jüdische Proeente bedeuten."