Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 45 (1881)
- Issue
- Heft 24 (14.6.1881)
- Date
- 1881-06-14
- Page
- Seite 398 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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SS8 Zur gefälligen Beachtung. _ Zur Vermeidung von stets wiederkehrenden, in ihren Folgen oft sehr! unliebsamen Verwechselungen und Missverständnissen, sehen sich die Unter-; zeichneten gezwungen, darauf aufmerksam zu machen, dass ihr käuflich erwordenes, und durchaus neu eingerichtetes! Hotel zur Post (Hotel des Postes, Post-Hotel) das altrenommirte und in den bewährtesten Reisebüchern (Bädeeker etc., bekanntlich durch bezahlte Reclame nicht zugänglich) aufs beste empfohlene 1 laus ist und nichts gemein hat mit dem Hotel Tivoli dahier, dem der Name Tivoli-Post-Hötel erst beigelegt worden, seitdem ein Theil desselben an die Kaiserl. Reichspostbehörde vermiethet ist. ftad sdiwaibacii. Gebrüder Frey, [F. 8614] vormals P. Herber. Kurort Höerfatzkrunu. Die hiesigen Mineralquellen Oberbrunnen und Mühlbrunnen sind alkalische Säuerlinge höchsten Rufes. Sie rangircn mit Ems und Eger Salzquelle und sind, weil sie mild wirken, ohne zu schwächen, seit Alters her heilbewährt in Krankheiten der Lungen und Luftröhren, sowie der Unterleibs-Organe, besonders plethora abdominalis, chron. Katarrh des Magens nnd Duodenums, Blasenkatarrh :c. Ihre Versendung geschieht während des ganzen Jahres. Knrsaison vom l. Mai bis 30. September. Großartige Molkennnd Badc-Anstalten. Niederlage aller fremden Mineralwasser und aller Bade-Zusätze. Das staubfreie Höhenklima belebt den Bluilanf. Durchschnills-Saison-Temperatur 1 sso -f- 13,OG IL Ab Breslau2 Stunden Eisenbahn, von Prag 9 Stunden, von Dresden c Stunden, von Berlin s Stunden. Kurort Ober-Salzbrunu im schlesischen Gebirge. Fürst von Pleß'sche Brunnen- und Badc-Juspection. b',9t6! vi. WrrKenbltter wird nur allein ächt bereitet von Kikliaril Jkameijet in Glamlian. Depots in vielen Cvlonialwaaren- und De licatessenhandlungen. (6374s Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. In jeder Buchhandlung zu haben. Mayer,!>r. S., Die Rechte der Israeliten, Athener u. Römer. Mit Rücksicht auf die neuen Gesetzgebungen für Juristen, Staatsmänner, Theologen, Philologen, Philosophen u. Geschichtsforscher in Parallelen dargestellt. Ein Beitrag zu einem System ti. zti einer Geschichte des Universal rechts. 2 Bde. gr. 8". brosch. 9 Mk. T>er III. Hand (auch u. «1. Titel (ieschiehte «ter Strafrechte. Ad'l* Hoffen f-r. H. l,a>h-»preis!» M.) ist hei frankirter Kinsemlmij? von 5 M. von Sigmund Mayer in Trier zn beziehen. Bemerkung. Tie Tagesereignisse Haben in der letzten Zeit den Raum dieser Zeitung so sehr in Anspruch genommen, daß die literarischen Nachrichten und Besprechungen zurückslehen mußten. Mit nächster Nummer honen wir, sie wieder ausnehmen zn können. Die Redaktion. Ihr habt gehört und gelesen von den blutigen Verfolgungen, welche die Juden in Südrußland zn erdulden hatten — nicht der tausendste Theil der Wahrheit ist bis zu Euch gelangt. Die cntfestelte Volksbestie hat entsetzlich gewüthet. Sie hat ihre Spscr überfallen, sie hat geplündert, zerstört, geraubt und was sie nicht mitschleppcn konnte verbrannt und verwüstet; sie hat in ihren Mißhandlungen, Schändungen, ihrer Mordwuth nicht das hülslose Weib, nicht das unschuldige Kind verschont. Nicht einige, nein Hunderte von Menschen haben den Tod erlitten. Hundcrttauscnde aber sind besitzlos, brodlos, obdachlos geworden, sind über die Grenze zu ihren österreichischen Brüdern gcstohcn, überschwemmen die Städte des Nordens und Westens bis in unsere unmittelbare Nähe, oder sie irren in Feldern und Wäldern, noch fortwährend von den Bestien gehetzt und gejagt, umher. Hierzu von den besten und edelsten Männern aufgcsordert, rufen wir die ganze Welt zur Unterstützung der Unglücklichen aus. Wir alle sind haftbar für solche Gräuel der Verwüstung. Wir wollen niemand anklagen, niemand verdächtigen, schon um der großen und edlen deutschen Nation willen nicht. Wer die Bestie entfesselt hat? - wir wissen cs nicht! Wir rufen die ganze Welt zur Unterstützung aus. Wir können nicht viele Millionen, den Betrag des Schadens, bei uns ausbringen, wir können den Todtcn das Leben nicht wieder zurückgcben, für alle die Mißhandlungen, Zer sleischungen, Schändungen nicht Ersatz bieten — aber wir müssen verhindern, daß die Unglücklichen nicht noch nachträglich dem Hunger und Elend erliegen. Glaubcnsbrüdcr! „Siehe die stehende Stimme der Volksgenossen ertönt ans dem Lande der Fernen: Ist denn kein Gott mehr in Zion", ist denn kein Herz mehr in Eurer Brust, ist denn keine Zusammengehörigkeit, keine Solidarität, keine Hülssbcrcitfchaft mehr in Israel. Wir wissen, ihr seid gute Bürger, mit allem Besitze und aller Liebe Staat und Vaterland ergeben — so seid doch auch gute Israeliten, voll jeder Güte, Milde und Barmherzigkeit. Ihr habt uns in jenem furchtbaren Nothstand 1867 - 68 mehr als eine halbe Million Mark anvertraut. Wir haben 280 russische Städte damit unterstützt, für jeden Pfennig die beste Verwendung gesucht und die genaueste Rechenschaft gegeben, das soll auch jetzt geschehen. Memel, den 22. Mai 1881. ' Das ständige Hülfscomite für die Nothstände russischer Israeliten. vr. Rülf. M. Lurie. A. Wittenberg. Die Gaben sind an den mitunterzcichneten Rabbiner Dr. Rülf zu richten und werden vom ganzen Comite quittirt. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. — Druck von Greßner & Schramm in Leipzig. Verantwortlicher Redakteur Or. L. Philippson.