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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1880-02-03 · Heft 5 (3.2.1880) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
44 (1880)
Issue
Heft 5 (3.2.1880)
Date
1880-02-03
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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'^Cffge meine Zeitung des Tudenthums. Ein unparteiisches Organ für Mcs jüdische Interesse. Diese Zeitung erickeint wöckieutliL einmal in 2 bij 2‘/, Bogen. Preis : Bierteliährig 3Mark. Inserate werden / mit 20 Pf. für die Petitzeile oder deren : | Raum berechnet. I Alle Postämter und Buchhandlungen i nehmen Bestellungen an.!!___1 Hera us gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippsou in Bonn. Verlag von Baumgärtuers Buchhandlung in Leipzig. Beilagen werden mir 12 Mark berechnet. In redactiouelleu Angelegenheiten i wende man sich an Dr.'e. v»ili»»l«u in ' Bonn; hinsichtlich der Inserate an?t.! Masse in Leinzig und dessen Kilialcn ‘ in Sexlitt. BreSltttt :c. Inserate, welche bis vouurratag einzehen,! finden in der darauffolgenden Stumm, r! Berücksichtigung. > 44. Jahrgang Leipzig, den 3. Februar 1880. Jß 5. Inhrltr. Leitende Artikel: Ter Kanipf um die Gotteserkenntniss. III. — Pastor B. Gruber, „Christ und Israelit". — Zeitungsnachrichten Deutsch land: Köln. Dresden, Berlin, Fürth. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Von der Donau.— F rankreich: Paris. — Belgien. Brüssel. — Feuilleton: Das Concert in der Synagoge zu Berlin am 30. December 1879. ^clteude <3Lxh£iei. Bonn, 28. Januar. I Der Lampf um -ie Gotteserkevutniß. in. z Hatten die Juden so bis zur Mitte des vorigen Jahr-! Hunderts einen mehr als tausendjährigen Kampf gegen Christenthum und Islam für ihre monotheistische Gotteserkenntniß und hinter dem Walle ihres ttaditionellen Gesetzes zu führen gehabt, so ward dieser während des letzten Jahrhunderts noch intensiver. Zwar erlangten sie in dieser Zeit nicht blos persönliche Sicherheit und gewerbliche Freiheit in den meisten Ländern, sondern zuletzt auch die staatsbürgerliche Gleichberechtigung. Mag immerhin der Jude hier und da noch sür sein Bekenntnitz Hintenansetzung zu ttagen und Resignation zu üben haben, im großen Ganzen hat das Martyrium für dasselbe aufgehört. Desto nachdrücklicher ist für ihn der mehr innerliche Kampf für feine Gotteserkenntniß innerhalb des Culturlebens, in welches er eingetreten, und durch dessen Geistesströmungen geworden. Wir sprechen jetzt insonders von dem weiten Ländergebiete, das der christlichen Welt zugehört; denn in den, dem Islam unterworfenen Erdthcilen herrscht für Mohamedaner und Juden gleichmäßig Stabilität und Apathie des Geistes. Dort aber hat sich neben den drei großen Kirchen, der römischen, griechischen und evangelischen, mit ihren Seelen, welche noch immer ihre Hände nach den Bekennern des Judenthums ausstrecken, aus den Bewegungen der allgemeinen, der philosophischen und wissenschaftlichen Bildung, eine Geistesrichtung weithin gebreitet, welche der religiösen Ueberzeugung überhaupt und im Besonderen auch der monotheisttschen Gotteserkenntniß entgegengesetzt strömt, sie aufzulösen, zu zersetzen, zu vernichten strebt. Hiergegen nun hat der aufrichtig religiöse Jude nicht minder zu kämpfen, als gegen das frühere Heidenthum, wie es sich in den mannigfaltigsten Erscheinungen darstellte, und je größer gegenwärtig sein Antheil an dem Culturleben und an all' dessen Bewegungen ist, desto mehr sieht er sich von feindlichen Geistern umgeben, gegen welche er sich und den Seinen die religiöse Ueberzeugung bewahren und schützen muß, selbstverständlich nicht mehr wie früher im Ab- und Ausschluß, sondern in der vollsten, offensten Weise, wie sie einer Zeit geistiger Freiheit würdig ist. Ja, wir fügen hier gleich hinzu, daß dieses Widerstreben nicht blos innerhalb der sog. gebildeten Sphäre erforderlich ist: jene antireligiöse Geistesströmung ist in alle Kreise des Lebens eingefluthet und die Luft der Verneinung trifft auf den Juden niedrigerer Bildung innerhalb seines Kreises in gleichem Maße, wenn auch in gröberer Art. Doch gehen wir aus den Anfang dieser Periode zurück. Der Vertreter und Vorkämpfer des Judenthums beim Beginn der Culturbewegung unter den Juden war Moses Mendelssohn. Es ist daher von Wichtigkeit, uns die Stellung deffelben nach dieser Richtung hin deutlich zu machen. Wir vermögen dies nicht, ohne einen vergleichenden Blick auf seinen

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