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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-09-25 · Heft 115 (25.9.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 115 (25.9.1838)
Date
1838-09-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ii. Mrs»,,. Allgemeine R». 115. Zcitvng -es Zudenthums. Ein uupartheiischeS Organ für alles jüdische Interesse. (Mit König!. Sächsischer allergnädigsrer Conccfsion.) Leipzig, den 25. September 1838. Zeitung s« ach richten. London, 1. Sept. Englische Blatter bringen über den in dieser Zeitung öfters schon erwähnten Reisenden l)r. Löwe die Nachricht, daß derselbe eine Reise durch Nubien gemacht, und aus dieser sich mit der Sprache dieses Volkes möglichst vertraut, so wie eine Grammatik und ein Wörterbuch dieser früher nie geschriebenen Sprache verfaßt habe. Diese Sprache har nach seiner Angabe mit den Berberdiaiekren in Algier und Dongola durchaus keine Aehnlichkeit. Hamburg, 5. Sept. Es ist schon in No. 22. des Beibl. auf die poetischen Produkte eines jüdischen Schriftsetzers zu Braunschweig, Mendelssohn, aufmerksam gemacht worden. Die Allg. Zeit, des Iud., welche es sich zur heiligen Pflicht gemacht, jedes auskeimende Talent, von ihrem Standpunkte aus, möglichst zu fördern, wird wol folgende weitere Notiz, die im Hamb. Corresp. No. 259. zu lesen, einen Raum in ihren Spalten gewahren. * Vraunschweig. — Eine eigentümliche Erscheinung im Gebiete der Literatur erregt hier seit einiger Zeit bedeutende Aufmerksamkeit. Es ist dies ein aus Jever im Oldenburgrschen gebürtiger und zu Hamburg in der vortrefflichen Schulanstalt des Hrn. Dr. Edward Kley erzogener junger Mann) Namens Joseph Mendelsobn, der fünf Jahre hindurch als Setzerlehrling in der bekannten Vieweg'fchen Druckerei hieselbst an gestellt war und später als Gehülfe dort noch zwei Jahre condmoinrte. — Vor einem Vierteljahre ungefähr sprühte durch eine ganz zufällige Veranlassung der erste poetische Funke aus seinem reichdegabren Geiste und ist seitdem, durch vielseitige Aufmunterung von Seiten ausgezeichneter Gelehrten, zur lodernden und belebenden Flamme geworden. In wenigen Wochen wird bereits sein erstes Werk, durch die HH. Fr. K. v. Srrombeck, Doctoren Köäry, Klencke (Worosdar), Brinckmeyer, Pastor Fink u. s. w. in öffentlichen Blättern auf das Ehrenvollste empfohlen, unter dem Titel: „Blüthen, Gedichte und Novellen eines Schriftsetzers" erscheinen. Res-, der durch die Bekanntschaft mit dem # jungen talentvollen — auch im gewöhnlichen Leben liebenswürdigen und für sich einnehmenden — Dichter Gelegenheit harte, seine Manuscripte durchzuschen, kann dem sich für Poesie interessirenden Publikum einen ausgezeichneten Genuß davon versprechen. Es herrscht eine eigcnthümliche Mischung von Weichheit und wahrem, tiefem Gefühl in seinen rein poetischen, wie auch prosaischen Schöpfungen und zugleich ein Reichthum an Phantasie, der sich schon durch die Schnelligkeit, mit welcher er arbeitet, kund giebt. — Gegenwärtig ist er mit einem Bande Novellen, mit dem Entwürfe eines äußerst interessanten zweibändigen Romanes, „der Bettler", dessen erster Thei! bereits zu Weihnachten vollendet sein wird, so wie mit einem fünfactigen Drama „Menschensatzungen" beschäftigt. Auf ein eben aus seiner Feder hervorgegangenes, mit vielemGeist und Witz geschriebenes Original-Lustspiel „die Liebe in der Leihbibliothek" erlaubt sich Res. die Bübnen-Directionen aufmerksam zu machen. Was diese, zu den schönsten Hoffnungen berechtigende Erscheinung für seine Glaubensgenossen um so interessanter macht, ist das eifrige Streben, welches der junge Dichter an den Tag legt, für die Rechte und das Wohl seines Volkes nach besten Kräften zu ringen und zu wirken, eine Geistcsrichtung, welche besonders in dem Drama „Men schensa zungen" und aus einem seiner größeren Gedichte „Gedanken eines Juden" auf eine edle und schöne Weise hervortritt. — Gänzlich unbekannt in der literarischen Welt und mir einer Masse der widerwärtigsten Widerwärtigkeiten kämpfend, die sein freies Geistesleben beengen und unterdrücken müssen, sieht sich der junge Mann genöthigr, seine ersten Productionen aus Subscription herauszugeben, und wurde in Braunschweig bereits durch die Unterzeichnung Sr. Durchl. des Herzogs Wilhelm, eines großen Theiles des hiesigen Adels und des sonst für Poesie sich interessirenden Publikums angenehm erfreut. Möchten doch auch in Hamburg, so wie im übrigen Deutschland, die Freunde der Literatur, unt> besonders seine Glaubens - und Kunsiverwandte, ein so schönes, so schnell und glänzend sich entwickelndes Talent durch zahlreiche Bestellungen, die sammtliche Buchhandlungen mit Vergnügen an den Versager besorgen werden, auf eine wirksame und thärige Weise unterstützen. t t t Schließlich wollen wir allerdings die Bemerkung hinzufügen, daß Herr M. seinen Produkten ja nicht eine zu voreilige Veröffentlichung, sondern eine mögliche Reise angedeihen lasse. Königsberg, 4. Sept. (Eingesandt). Der Verfasser des in No. 98. dieser Zeitung von dem Königsberger Referenten (mit nicht ganz richtiger Angabe des Thema's) besprochenen Programmes — indem er, wie bisher, es für angemessen halt, die übrigen Berichte und Bemerkungen dieses, in mancher Hinsicht befangenen Mannes aus sich beruhen zu lassen — beschrankt sich daraus, denselben zu ersuchen, aus den in dem Programme saus der h. Schrift und den rabbinisch - exegetischen Erläuterungen derselben) „angeführten Beweisstellen, das gerade Gegentheil der dort aufgestellten Behauptungen" wirklich darzuthun, was der Res. für eine „Leichtigkeit" erklärt hat. *"ttn bbnrp Va Es wird nur noch bemerkt, daß das Programm auf eine durchaus wissenschaftliche Weise die Frage erörterte, ob Bileam die dort angeführten Worte 4. Mos. 24, 3 ff. als prophetisch Begeisterter gesprochen habe, eine Frage, die sich übrigens schon aus der Schrift selbst genugsam erledigt. D. 8.

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