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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1877-10-02 · Heft 40 (2.10.1877) · p. Seite 644

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
41 (1877)
Issue
Heft 40 (2.10.1877)
Date
1877-10-02
Page
Seite 644 (sequence 16)
Language
German
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644 Eine Israelitin Lucht Stelle als Haushälterin in Stadt oder Land. Offerten sub J. 8. 8146. befördert Rudolf Mosse, Leipzig._(8146) Ein Ladenmädchen (Jsr.) sucht zum I. November Stelle als Verkäuferin in einem Manufactur-Geschafte. Gute Referenzen. Fr. Offerten erbeten an kl. 8. Frank, Borken, Wesrphalen. (7875) Ein gesetztes Mädchen (Jsr.), sucht aus sof. Stelle a. Haushälterin bei e. einz. Person od. in einem kl. Haushalte. Gute Res. u. Zeugn. Fr. Off, erb, an 4. Feith, Borken, Westph. (7874) Israelitisches Mädchen-Pensionat, Köln, Marsilfiein Nr. 11-13. Auf Verlangen die besten Referenzen. (7661)_Geschw. Moses. Junge Mädchen, die sich zu weiterer Ausbildung in einer größeren Stadt aufzuhalten wünschen, finden in einer gebildeten jüdischen Familie Braunschweigs freundliche Aufnahme. Nähere Auskunft ertheilt (8204)_Herr Landrabbiner Dr. Herzfeld. Gesucht wird für 3 Geschwister, Ausländer, 2 Mädchen im Alter von 10 und 5 Jahren, und ein Knabe von 8 Jahren Pension bei einer anständigen Familie, wo die Kinder die im Orte befindliche Schule besuchen können, unter möglichst billigen Bedingungen. Offerten erbittet G. Elkan’s Buchhandlung, Harburg a/Elbe. (8408) B. d. Angeh. einer feingeb. u. sehr Häusl, jungen Dame v. angenehmst. Aeußern, wird ein gutsit. Mann behufs ehel. Verbindung gesucht. Offerten mit Ang. d. Verh. u. Referenzen werden unter der Adreffe Frau Dr. Rosen fei d, Berlin, Reichenbergerstraße 177 erbeten. (8267) _Heiralhsgesuch. s Ein Kaufmann, akademisch gebildet, aut fituirt, in einer Hauptstadt, Ende 40er Jahre, wünscht stch wieder zu verheirathen. Damen, im Alter von 30—33 Jahren, die Herz und Sinn für eine glückliche Häuslichkeit und ein Vermögen von eirea 3—6000 Thalern <die stcher gestellt werden) haben und denen die strengste Diseretion verstchert wird, wollen ihre gefl. Adressen unt. Chiffre .11. T. 821S. an Rudolf Moese in Leipzig gelangen lassen. All die Israeliten Westfalens und Rheinlands! An edle Menschenstennde! Am 12. Juli d. I. ist Frl. Fanny Nathan, Gründerin und Vorsteherin des jüd. Waisenhauses für Rheinland u. Westphalen zu Paderborn aus diesem Leben geschieden. — Je schmerzlicher ihr Verlust, je größer dasjenige ist, was sie geleistet, desto schwerer, aber auch desto heiliger ist die Pflicht, die nun an uns herantritt, das große Werk, das sie geschaffen, zu erhalten und zu sichern. Uns beseelt der feste Vorsatz, auch ferner Alles möglichst im Sinne und Geiste der Verstorbenen fortzuführen, die von ihr getroffenen Einrichtungen, die sich bewährt haben, zu erhalten und die Jntereffen der Anstalt nach jeder Seite hin kräftigst zu wahren. Eine würdige Leiterin erhält das Institut in der von der Verstorbenen zur Nachfolgerin designirten und herangebildeten Frau Johanna Marx. — Im Curatorium ist Rheinland nun durch ein Mitglied mehr vertreten, durch den mitunterzeichneten Oberrabbiner Dr. Horovitz in Crefelv. Jrrthümlich ist schon deffen Unterschrift unter das an die Gemeinden versandte Circular gesetzt worden. — An Euch all' Ihr edlen Menschenfreunde ergeht unser Aufruf: Verlaffet uns nicht in unserer schweren Aufgabe. — Nächst dem Beistände des Höchsten ist es Eure Hülfe, der wir bedürfen, an die wir uns wenden. — Ueber 40 Waisenkinder, die in der Anstalt Aufnahme gefunden und deren Zukunft von dem Bestehen dieses Asyls abhängt und eine noch bei weitem größere Zahl, die Einlaß begebrt, aber unzureichender Mittel wegen, zurückgewiesen werden muß, pochen an Euer mildes Herz und sprechend flehend Eure Theilnahme an, ohne welche sie körperlich und geistig verkümmern müßten. — Ihr, die Euch Gott Euren Kindern erhalten hat, daß Ihr Eure liebende Sorgfalt Ihnen zuwenden und sie zu nützlichen Gliedern der Gesellschaft erziehen könnt, vermöchtet Ihr dem Vater der Waisen Eure Dankbarkeit für solche Gnade besser zu bekunden, als indem Ihr derer in Theilnahme gedenket, die, ihrer Ernährer und Stützen auf Erden beraubt in zarter Jugend hülflos und verlassen im Leben dastehen? Und Ihr, denen die Elternfteude versagt ist, lasset Euch zurufen das alte Wort: Wer Waisenkinder erziehen hilft, darf sie als die (einigen betrachten. — Ihr, die Ihr Eurer theuren Heimgegangenen oder Euer eigenes Andenken würdig bewahren wollt, — durch eine für diesen Zweck bestimmte Spende wird Euer Wunsch in dieser Anstalt auf die sinnigste und edelste Weise erfüllt. — Die Namen solcher Wohlthäter bleiben zum ewigen Gedächtniß in der Anstalt verzeichnet. und das alte, fromme Gebet für das Seelenheil der Verstorbenen wird von den kindlichen Wesen regelmäßig gesprochen. Und an Euch Alle auch, die Ihr durch Wort und Einfluß die Herzen zur Wohlthätigkeit stimmen könnt, ergehet unsere flehentliche Bitte: Stehet uns bei, fördert und stützet dieses Werk der reinsten Humanität, wendet ihm zu regelmäßige und außerordentliche Gaben, zu denen fteudige oder trübe Ereignisse im Leben so reichlich Gelegenheit bieten, helfet uns, die Anstalt erhalten, erweitern und ihr — was der Verstorbenen als beständiges Ideal vorschwebte — mit der Zeit eine für die Zukunft gesicherte, unabhängige Existenz verleihen, damit sie dastehe als leuchtendes Denkmal werkthätiger Liebe, Gott und Menschen wohlgefällig. Das Curatorium des Israelitischen Waisenhauses für Westphalen und Rheinland. Louis Mahler, Louis RansohofT, Dr. Hörling, Sanitätsrath zu Paderborn. Dr. J. Horovitz, Oberrabbiner, Michael Simons, Crefeld. Düsseldorf.?T~?. An das inserirende Publikum richte ich die Ritte, zur Vermeidung von Irrthümern, die in seinen Annoncen vorkommenden hebräischen IVorte mit Quadratschrift oder sehr deutlicher hebräischer Currenlschriß zu schreiben. Rndolf Mosse, Annoncen-Expedition in Leipzig. Verlag von Baumgartner'« Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redacteur Dr. L. Philippson.

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