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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-09-13 · Heft 110 (13.9.1838) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 110 (13.9.1838)
Date
1838-09-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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n. z-hW>W. AllALMLiM Ho. HO. Zeitung -es Zudenthums. Ein unpartheiischeS Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigfter Conceffion.) Leipzig, den 13. September 1838. Zeitungsnachrichten. Jamaika, 8. Juli (Privatmitth.). Mit der herzliche sten Freude theile ich Ihnen mit, daß der erste, der auf unsrer Insel, seine Sklaven gänzlich frei gegeben, ein höchst ehrenwerthec Jude war, und somit ein glanzendes Beispiel gegeben hat. Daß gerade ein Jude der Erste war, der die Sklaverei aufgehoben, 'wird Andere mehr als Sie überraschen. Denn mit gerechtem Stolze fragen wir: von wem hat die Welt es gelernt, daß auch der Sklave Mensch, und daß sein Leben ein Menschenleben sei? Von wem hat man jene Gesetze, an deren Eingang die Gottheit selbst die Sklavenbesreiung zu ihrer eignen Sache macht? Von wem schreibt sich alle Erleichterung, alle Abkürzung, und das endliche Aufhören der Sklaverei her? Von wem stammt diese Einrichtung des Ruhetages selbst für die Kinder der schwarzen Sklaven? Woher endlich kommen diese Psalmen, in denen seit Jahrtausenden die Menschen an allen Enden der Welt Trost und Belehrung und Begeisterung fanden? Nicht von Braminen und Druiden, nicht von Magiern und Sophisten, nicht von Griechen und Römern, sondern allein von uns Juden! Von uns, den Bienen, mit denen man um ein Tröpslein unseres eigenen Honigs so erbärmlich feilscht und knausert! Aber wir freuen uns des Geschehenen, und sind stolz auf die Befreiung der schwarzen Sklaven in Westindien, denn auch sie ist Frucht jenes ewigen, uns zuerst anvertrauten und bis auf diesen Tag von uns vertheidkgten Wortes, von dem es mit so tiefer inniger Wahrheit heißt: „so wie Regen und Schnee herniederkommen vom Himmel, und dahin nicht wieder zurückkehren, sie haben denn erst die Erde befeuchtet und befruchtet und Gewächse hervorgetrieben und Saat dem' Säemann und Brot dem Essenden gegeben, also auch mein Wort, welches ausgeht aus meinem Munde; es kommt nicht leer zurück zu mir, bis es vollführt hat, was ich gewollt, und zu Stande gebracht hat, wozu ich es gesandt habe:" Barüch Atta Adonai Elohenu im'Iech hanläm mattir assuriin! — Um aber Ihren schwergläubigen Mitbürgern Alles nach authentischen Quellen zu geben, sende ich Ihnen hier einen desfallsigen Auszug aus dem Jamaica Despatch and Kingston Chronicle vom Freitag den 6. Juli. Schreiben eines Augenzeugen an den Herausgeber der genannten Zeitung. „Mein Herr, ich besitze kein großes stylistksches Talent, und bin auch nicht gewöhnt, für öffentliche Blatter zu schreiben, kann mir jedoch in gegenwärtigem Fall nicht das Vergnügen versagen. Ihnen einige Worte über einen Gegenstand mitzutheilen, der, wenn auch noch so übet behandelt, nicht verfehlen kann, allgemeine Theilnahme zu erregen. Ich rede hier von der, den Lehrlingen des Herrn Daniel Hart Esq. am 28. Juni (dem Krönungstage der Königin) ertheilten gänzlichen Freiheit. Um halb zwei Uhr versammelten sich die Neger auf der Piazza des Herrenhauses von Bowden, und nachdem sie regelmäßig aufgesiellt waren, richtete ihr menschenfreundlicher Gutsherr folgende Rede an sie: „Ihr seid heute hier zusammen berufen worden, da dieser Tag der muthmaßliche Krönungstag unserer jungen tugendhaften und geliebten Königin Victoria ist, um von meiner Absicht, euch mit vollständiger Freiheit zu krönen, unterrichtet zu werden. Ich mache euch aufmerksam auf die Pflicht eurer Dankbarkeit gegen das löbliche Versammtungshaus, welches euch und der ganzen Bevölkerung dieser Colonie den rückständigen Theil der Lehrlingszeit vom ersten August dieses Jahres erlassen har, aber vor allem müßt ihr auf Gott, als ans den Urheber dieser großen Veränderung in eurer bürgerlichen Stellung blicken. Ich finde mich veranlaßt, euch eure Freiheit vier Wochen vor der gesetzlichen Zeit zu geben; dies geschieht zu Ehren Ihrer Majestät, da ich unter ihrer Regierung nichts von einem System wissen möchte, welches für Tausende die Quelle so vielen Elendes gewesen ist. — Von nun an besitze ich weder ein Eigenthumsrecht auf eure Person, noch irgend ein Recht der Oberherrschaft oder Aufsicht über euch; sollte es jedoch euch gefällig sein, bei eurer bisherigen Arbeit zu bleiben, so bin ich bereit, euch den Lohn dafür zu bezahlen, nach dem Maaßstabe, der späterhin vom Kirchspiel festgesetzt werden wird. Bei der heutigen Gelegenheit will ich noch nicht in desfallsige Bestimmungen eingehen, da ich weder eurem Interesse zu nahe treten möchte, indem ich einen allzu niedrigen, noch denen des Kirchspiels indem ich einen allzu hohen Lohn zahlte. Zugleich habe ich euch anzeigen wollen, daß eure sämmtlichen Angehörigen, welche blind, kränklich oder gebrechlich sind, durchaus nicht gehalten sein sollen, sich von dem Gute zu entfernen, daß sie vielmehr sehr gerne im Besitz ihrer gegenwärtigen Häuser, Grundstücke u. s. w. bleiben können, und von mir auch jederzeit verpflegt werden sollen, selbst in dem Falle, wo mehre von euch mich verlassen würden. — Ferner möchte ich euch auch die Nothwendigkeit des Unterrichts und der Religion an's Herz legen. Es würde mir angenehm sein, wenn ihr eure Kinder wenigstens drei Tage in jeder Woche in die Schule schicken wolltet, und wenn ihr dann für gut

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